Kröll vermißt Tourismusoffensive der Regierung

Keine positiven Signale für diesen wichtigen Wirtschaftszweig Einstellung der Sicherungsaktion löst Verwunderung aus

Wien (PWK) - "Der Tourismus, zweitwichtigster Exportzweig und kräftigster Beschäftigungsmotor des Landes, wird unter seinem Wert gehandelt. Während neue Exporthilfen und Technologieoffensiven intensiv vorbereitet werden, bleibt der mit dem Rücken zur Wand kämpfende Fremdenverkehr auf sich allein gestellt", kritisiert der Obmann der Bundessektion Tourismus und Freizeitwirtschaft, Komm.Rat Hansjörg Kröll, in einer grundsätzlichen Aussage die Haltung der Politiker. Gerade im Tourismus, wo neue Offensiven mehr Arbeitsplätze und Einnahmesteigerungen als in anderen Branchen versprechen, bleibe die Regierung merkwürdig untätig. ****

Als "stiller Export" bringt der Tourismus nach wie vor hohe - und angesichts der Zahlungsbilanznöte auch hochwillkommene -Milliardenbeträge ins Land. Im Kalenderjahr 1996 erreichten die Deviseneinnahmen aus dem Ausländerreiseverkehr 148,3 Milliarden Schilling, um 0,8 Prozent mehr als 1995, nennt Kröll konkrete Zahlen. Die vom WIFO errechneten Tourismusumsätze, also die kombinierten Einnahmen aus Inländer- und Ausländerreiseverkehr, stiegen im Vorjahr auf 179,6 Milliarden. Trotz der schwierigen Konjunkturlage ist dies um 0,5 Prozent mehr als 1995 (178,8 Milliarden).

Aber nicht nur als "devisenbringende cash-cow" ist der Tourismus unersetzlich. Er bringt, direkt oder indirekt, fast einer halben Million Menschen Einkommen und Beschäftigung und hat sich in den letzten Jahren als so ziemlich einziger Wirtschaftszweig profiliert, in dem es noch einen spürbaren Zuwachs an Arbeitsplätzen gibt.

"Trotz unserer guten Argumente bleibt die Resonanz auf politischer Ebene merkwürdig dünn. Es werden Aktionen gesetzt, denen komplett jeder Weitblick fehlt", wundert sich Kröll. Als Beispiel für eine besonders skurrile Maßnahme nennt der Sektionsobmann die von Wirtschaftsminister Johann Farnleitner mit Ende des Vorjahres verfügte Einstellung der "Sicherungsaktion" des Wirtschaftsministerium. Mit dieser Aktion konnte, wie berichtet, in der Vergangenheit vielen unverschuldet in Not geratenen Tourismusunternehmen geholfen werden, mehr als 700 Sanierungsfälle wurden bisher erfolgreich betreut. Für 1997 wären aus dem Budget 14 Millionen Schilling erforderlich gewesen.

"Auch bei echtem Sparzwang ein wirklich kleiner Betrag im Verhältnis zur langfristigen Bedeutung dieser Hilfsmaßnahmen, und erst recht im Vergleich zu anderen Aktionen", betont Kröll. So werden zur Ankurbelung der Exporte erfreulicherweise 1,3 Milliarden und für die Technologieoffensive 2,8 Milliarden Schilling flüssig gemacht. "Dieses Beispiel zeigt, wie wir tatsächlich behandelt werden. Trotz intensiver Bemühungen hat man uns nicht zugehört und alle Argumente einfach vom Tisch gewischt. Wir können diese kontraproduktive Einstellung nur mit großer Verwunderung zu Kenntnis nehmen".

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