• 07.07.1997, 11:05:47
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  • OTS0055

34. Internationaler Berufswettbewerb St. Gallen, 3. - 10. Juli 97

Österreichs Team wahrt Chancen

Wien (PWK) - Vielversprechend und ohne Probleme verlief der erste
Wettkampftag (4. 7. 97) für die fünf Mädchen und dreizehn Burschen
des achtzehnköpfigen österreichischen Teams beim internationalen
Berufswettbewerb, der bis 10. Juli in den Olma-Hallen in St. Gallen
stattfindet. Für die Vorarlberger, die mit einer Damenschneiderin,
einem Maler, einem Installateur und vier Burschen aus der
Metallbranche dominierend in der Mannschaft vertreten sind, gibt es
fast einen Heimvorteil. ****

Die diesjährige Facharbeiterolympiade besticht durch präzise
Organisation und erstklassig eingerichtete Werkstätten. Mit der Zahl
der heuer 32 Teilnehmerländer wachsen insbesondere bei der
Vermittlung der Wettbewerbsaufgaben die Sprachprobleme.

Unter den Vorarlberger Teilnehmern befinden sich drei Mitarbeiter
des Höchster Beschlägeherstellers Blum. Der CNC-Dreher Ralf
Hildebrand und der CNC-Fräser Harald Mallin schreiben auf der Basis
von Einzelteilzeichnungen numerisch gesteuerte Programme zur
Erstellung von Rotations- bzw. kubischen Teilen. Die Toleranz bei der
Bewertung beträgt 5/1000stel Millimeter. Ein menschliches Haar hat
vergleichsweise einen Durchmesser von 7/1000stel Millimeter. Der
dritte im Bunde ist der Werkzeugmacher Karlheinz Boss. Er arbeitet an
einem Plattenführungsschnitt zum Stanzen von Blechteilen. Gleich wie
Boss ist der Maschinenschlosser Harald Walter von den Illwerken bei
der Herstellung einer pneumatischen Schaltung auf Bruchteile von

Millimetern gefordert beim Fräsen, Schleifen, Drehen und
Einpassen.

Internationale Verbindungstechniken, Kunststoffschweißen, Löten
und

Kupfer biegen stehen beim Sanitärinstallateur Klemens Tschann von
der

Installationsfirma Küng in Thüringen im Vordergrund bei der
Montage

einer Vorwandinstallation für ein komplettes Badezimmer. Die
Damenkleidermacherin Edith Bechter vom Modeatelier Dünser in
Dornbirn

schneidert aus St. Gallener Stickerei und Leinenmischgewebe ein
aus

einem Kleid und einer Jacke bestehendes Tagesensemble. Markus
Aberer,

ein Maler der Bregenzer Firma "Der Grüne", hat am ersten
Wettbewerbstag mit dem Aufbau eines klassischen Anstrichs
begonnen,

noch weit kniffeligere Arbeit wie ein Design mit Schrift werden
folgen.

Oberösterreich konnte fünf Teilnehmer für die Weltspiele der
Facharbeiter qualifizieren. Beim Kraftfahrzeugmechaniker Ren‚
Reiter

vom Autohaus Schneider in Rohr im Kremstal stehen eine Reihe von
Wartungs- und Reparaturarbeiten auf dem Programm, das eine
Motorinspektion, eine Abgasprüfung, ein Bremsservice und eine
Korrektur der Lenkgeometrie eines Fahrzeugs umfaßt. Der
Starkstromelektriker Andreas Haider von der Voest Alpine Stahl AG
baut eine konventionell verdrahtete Jalousiensteuerung, die von
Hand

zu bedienen ist, aber auch nach eigener Konstruktion im
Automatikbetrieb mittels einer speicherprogrammierten Steuerung.
Der

Maurer Franz Prunthaler von der Eferdinger Baufirma Glatzhofer
errichtet ein Klinkersichtmauerwerk mit dekorativen Elementen.
Erich

Kerl, ein Steinmetz der Lentia Marmor in Linz, stemmt aus
Sandstein

ein schmuckvolles Bauelement. Die Windischgarstener Kellnerin Erna
Kniewasser vom Golf Parkhotel in Velden hat den Bewerb mit dem
Servieren von Speisen und Getränken begonnen. Dem Aufgalopp werden
Flambieren, Filetieren, Tranchieren und das Mixen von Cocktails
folgen.

Im zweiten Fremdenverkehrsberuf konnte sich der im elterlichen
Gasthof in Golling (Salzburg) beschäftigte Koch Alexander Stockl
qualifizieren. Er startete mit der Zubereitung verschiedener
Menüs.

Kärnten ist mit der Moosburger Herrenfriseurin Silvia Unterkircher
vom Friseur Rapunzel in Leoben vertreten. Ihre erste Aufgabe war
ein

klassischer Haarschnitt sowie Bart schneiden an einem
Frisurenkopf.

Für Niederösterreich ging der Bautischler Leo Moser von der
Innenausbaufirma Krenn in Michelhausen ins Rennen. Er fertigt
einen

Rahmen aus Eiche mit Flügel und Sprossen an.

Bei den Möbeltischlern setzt der Steirer Klaus Fruhmann von der
Bau- und Möbeltischlerei Schönbacher in Gratwein den Hobel an, um
ein

Schrankkästchen aus Eiche mit Rahmentüre und Innenlade zu bauen.

Zwei Mädchen gingen für Tirol ins Rennen. Die Damenfriseurin
Martina Krassnitzer vom Frisiersalon Wöll in Kössen zauberte am
ersten Wettbewerbstag eine coole Discofrisur auf ein adrettes
Schweizer Mädel. Mit Gerda Ringler vom Blumenhaus Schließling in
Brixlegg befindet sich erstmals eine Floristin in der rot-weiß-roten

Riege. Sie hatte ganz dem Anlaß entsprechend zunächst ein
Blumengesteck zum Thema "Olympische Spiele" zu arrangieren.

Österreich ist in St. Gallen auch mit einer Reihe von Experten
vertreten, die an der korrekten Durchführung der Aufgaben und an
der

Jurierung mitwirken.

Beim Internationalen Berufswettbewerb traten 532 Facharbeiter aus
31 Ländern in 38 Berufen an. Die größten Teams werden vom
Gastgeberland Schweiz und von Frankreich mit Teilnehmern in allen 38
Berufen gestellt, dann folgen Korea mit 37, Taiwan mit 35,
Deutschland mit 30 und Japan mit 27 Teilnehmern.

Unsere Mädchen und Burschen wollen Österreichs Spitzenstellung bei
der Facharbeiterolympiade verteidigen. Das heimische Team gewann
beim

letzten Bewerb 1995 in Lyon (Frankreich) mit drei Gold-, zwei
Silber-

und fünf Bronzemedaillen die Nationenwertung. Bei der
Medaillenverleihung am 10. Juli sollten österreichische
Facharbeiter

wieder ganz oben am Podest stehen.
(Schluß) MH
Rückfragehinweis: Martin Hoffmann

Presseabteilung
Tel: 01/50105-4431

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