- 04.07.1997, 10:45:22
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AK-Dirnberger: Strafzahlungen für Arbeitgeber, die Mitarbeiter in Frühpension zwingen
Maderthaner soll nicht Klassenkampf von oben betreiben
Wien (OTS) - "Präsident Maderthaner betreibt Klassenkampf von
oben, wenn er so tut, als würden die Menschen in Frühpension gehen,
weil sie so bequem sind. Vielmehr gehen die älteren Arbeitnehmer, wie
gerade die neuesten Daten zeigen, in Frühpension, weil sie keine
Chance auf einen neuen Arbeitsplatz haben." Das stellte
AK-Vizepräsident Alfred Dirnberger (ÖAAB) zu den heutigen Äußerungen
im Morgenjournal des Präsidenten der Wirtschaftskammer fest.
Für Frühpensionen gibt es vor allem zwei Ursachen, die auch
Maderthaner nicht leugnen sollte, wenn er es ehrlich meint:
1. Viele Arbeitnehmer sind noch vor Erreichen des Pensionsalters
durch die Bedingungen am Arbeitsplatz so krank geworden, daß sie in
Frühpension müssen (!)
2. Viele Arbeitgeber kündigen systematisch Arbeitnehmer über 50
und nehmen sich jüngere und billigere. Die oft trotz jahrelanger
Verdienste um das Unternehmen Gekündigten haben keine Chance auf
einen neuen Arbeitsplatz in einem anderen Unternehmen. Das Schicksal
dieser Gekündigten ist dann oft geprägt von Arbeitslosigkeit,
Notstand, Sondernotstand, vor allem von Hoffnungslosigkeit.
Dirnberger: "Da ist es fairer, die Menschen gehen in eine
menschenunwürdige Frühpension. Sie zuerst zu kündigen und dann dafür
noch mit Strafzahlungen zu belegen, ist eine Verhöhnung ihrer
Lebenssituation. Diese Strafzahlungen sollten vielmehr jenen
Unternehmen auferlegt werden, die ältere Arbeitnehmer systematisch in
das Auffangnetz der öffentlichen Hand werfen." Beispiele von großen
österreichischen Unternehmen aus den Neunziger-Jahren werfen ein
Licht auf diese miese Praktiken.
Rückfragehinweis: AK-Vizepräsident A. Dirnberger
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