AK-Dirnberger: Strafzahlungen für Arbeitgeber, die Mitarbeiter in Frühpension zwingen

Maderthaner soll nicht Klassenkampf von oben betreiben

Wien (OTS) - "Präsident Maderthaner betreibt Klassenkampf von
oben, wenn er so tut, als würden die Menschen in Frühpension gehen, weil sie so bequem sind. Vielmehr gehen die älteren Arbeitnehmer, wie gerade die neuesten Daten zeigen, in Frühpension, weil sie keine Chance auf einen neuen Arbeitsplatz haben." Das stellte AK-Vizepräsident Alfred Dirnberger (ÖAAB) zu den heutigen Äußerungen im Morgenjournal des Präsidenten der Wirtschaftskammer fest.

Für Frühpensionen gibt es vor allem zwei Ursachen, die auch Maderthaner nicht leugnen sollte, wenn er es ehrlich meint:

1. Viele Arbeitnehmer sind noch vor Erreichen des Pensionsalters durch die Bedingungen am Arbeitsplatz so krank geworden, daß sie in Frühpension müssen (!)

2. Viele Arbeitgeber kündigen systematisch Arbeitnehmer über 50 und nehmen sich jüngere und billigere. Die oft trotz jahrelanger Verdienste um das Unternehmen Gekündigten haben keine Chance auf einen neuen Arbeitsplatz in einem anderen Unternehmen. Das Schicksal dieser Gekündigten ist dann oft geprägt von Arbeitslosigkeit, Notstand, Sondernotstand, vor allem von Hoffnungslosigkeit.

Dirnberger: "Da ist es fairer, die Menschen gehen in eine menschenunwürdige Frühpension. Sie zuerst zu kündigen und dann dafür noch mit Strafzahlungen zu belegen, ist eine Verhöhnung ihrer Lebenssituation. Diese Strafzahlungen sollten vielmehr jenen Unternehmen auferlegt werden, die ältere Arbeitnehmer systematisch in das Auffangnetz der öffentlichen Hand werfen." Beispiele von großen österreichischen Unternehmen aus den Neunziger-Jahren werfen ein Licht auf diese miese Praktiken.

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AK-Vizepräsident A. Dirnberger

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