- 04.07.1997, 10:29:00
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Zahl der Beschäftigten im Tourismus stabil
Im Juni erstmals mehr vorgemerkte Arbeitslose - Tourismus hat das Potential für neue Arbeitsplätze
Wien (PWK) - Der Gesamtbeschäftigtenstand im Bereich Gastronomie
und Hotellerie hat sich im laufenden Jahr bis Mai (Juni-Zahlen liegen
noch nicht vor) gegenüber dem Vorjahr erhöht. Im April waren 122.991
(plus 1,2 Prozent) und im Mai 134.627 Personen (leichtes Plus)
beschäftigt. "Damit hat sich der unter schwierigen Bedingungen
arbeitende Tourismus einmal mehr als stabiler Beschäftigungsmotor in
einer wirtschaftlich schwierigen Zeit erwiesen", kommentiert der
Obmann der Bundessektion Tourismus und Freizeitwirtschaft, Komm.Rat
Hansjörg Kröll, die jüngsten Arbeitsmarktdaten. ****
Nach Angaben des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger hat
sich die Zahl der vorgemerkten Arbeitslosen im Beherbergungs- und
Gaststättenwesen von Februar bis Mai in allen Monaten gegenüber den
Vergleichszeiträumen des Vorjahres reduziert. Im Juni 1997 war die
Zahl mit 28.590 allerdings um 2.180 Personen oder 7,6 Prozent höher
als im Juni 1996.
Zum negativen Juni-Ergebnis könnte durchaus der Umstand
beigetragen haben, daß das Sozialministerium, wie berichtet, in
diesem Jahr die Saisonnierkontingente extrem spät bewilligt. Deshalb
konnten etliche Betriebe, wie beispielsweise im Burgenland und in
Tirol, nicht wie geplant aufsperren, wodurch bestehende Arbeitsplätze
in- und ausländischer Mitarbeiter gefährdet waren.
Nach wie vor sind verschiedene, für den Betrieb eines
Tourismusunternehmens unverzichtbare Arbeitsplätze, ob im Service
oder in der Küche, nicht mit Inländern zu besetzen. Erst eine
Anpassung der nach überwiegender Meinung zu weit gezogenen
"Zumutbarkeitsgrenzen" würde eine Entlastung der dringend Mitarbeiter
suchenden Tourismusbetriebe und letztlich auch des Steuerzahlers mit
sich bringen. "Derzeit ist es, auch bei bester Bezahlung, vielfach
unmöglich, Küchenpersonal oder Stubenmädchen zu bekommen. Und ohne
diese Kräfte kann ein Betrieb nun einmal nicht funktionieren",
appelliert Kröll an den Sozialpartner, endlich Realitätssinn zu
zeigen und nicht die Zahl der - oft unvermittelbaren - "vorgemerkten
Arbeitslosen" in den Vordergrund zu stellen.
Entgegen den jüngsten Darstellungen zur Arbeitsmarktsituation wäre
die Lage im Tourismus also insgesamt nicht so schlecht, betont Kröll.
Wenn man den Betrieben die Möglichkeit gibt, zu arbeiten und statt
immer neuer bürokratischer Hindernisse flexible Rahmenbedingungen
schafft, hätte die Tourismuswirtschaft durchaus das Potential, für
einen weiteren Zuwachs an Arbeitsplätzen zu sorgen.
(Schluß) hp
Rückfragehinweis: Bundessektion Tourismus und Freizeitwirtschaft
Syndikus Dr. Paul Schimka
Tel. 501 05 DW 3567
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