Stellungnahme der FCG-Bundesfrauenvorsitzenden Christine Gubitzer zur Pensionsreform und Forderungen der FCG-Frauen an die Regierung

Wien (OTS) - Anläßlich der Bundesfrauenleitungssitzung der FCG-Frauen in Kirchberg, Tirol, gibt die Bundesfrauenvorsitzende Christine Gubitzer folgende Stellungnahme zu den anstehenden Problemen ab:

Gubitzer fordert: Regierung muß für sozialen Frieden in Österreich sorgen und darf nicht Zwist und Neid streuen, um Maßnahmen gegen die Arbeitnehmer durchdrücken zu können.

Sicherheit für den Fortbestand der Alterversorgung

Durch die von der Regierung losgetretene Diskussion über die Pensionsreform wurde in der Bevölkerung Angst und Schrecken verbreitet. Die Jugend wird gegen das Alter aufgehetzt, die Menschen im Staate Österreich fühlen sich verunsichert und verlieren nach und nach jedes Vertrauen in die Politik einerseits und die derzeitige Regierung andererseits. Die FCG-Frauen fordern die derzeitige Regierung auf, diesen Zustand der Verunsicherung in der Bevölkerung raschest zu beseitigen, Veränderungen so der Bevölkerung nahe zu bringen, daß nicht Berufsgruppen gegeneinander aufgehetzt werden und die Menschen wieder Vertrauen in jene Personen fassen können, die die Regierungsverantwortung tragen. Die Alterversorgung als solche kann nicht dazu dienen, Budgetlücken zu schließen, da solche Maßnahmen zwar im Moment Geld bringen, auf Dauer gesehen aber Geld kosten. Für die Alterversorgung der österreichischen Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen müssen langfristige Konzepte erarbeitet werden, die sozial verträglich sind und insbesondere nicht Frauen benachteiligen. Die Regierung hat in allen Budgetposten nach Möglichkeiten für Einsparungen zu sorgen und kann diese nicht allein den Arbeitnehmern auflasten. Vor allem aber wird gefordert, nach einnahmenseitigen Lösungen für die Budgetsanierung zu suchen.

Zukunft der Arbeitswelt

Die FCG Funktionärinnen fordern die Abhaltung eines "Wirtschaftsgipfels für Österreich", bei dem Vertreter aus der Politik, der Wirtschaft und der Arbeitnehmer ein neues Konzept für die Arbeitswelt der Zukunft erarbeiten sollen. Dieses Konzept muß einerseits die Fortschritte der technischen Entwicklung berücksichtigen, muß auf die Globalisierung des Wirtschaftsmarktes eingehen und klar erkennen lassen, wie Arbeitnehmer und Arbeitgeber zukünftig besser zusammenarbeiten können. Nur durch ein solches Konzept kann der Arbeitnehmerschaft die Angst vor der Zukunft genommen werden.

Nachtarbeit

Die FCG Funktionärinnen verlangen dringend den Abschluß des Nachtarbeitsgesetzes mit der Umsetzung von entsprechenden gesundheitsfördernden Rahmenbedingungen. Es ist unverantwortlich seitens des Gesetzgebers, dieses Gesetz weiter zu schubladieren, da dadurch einerseits Frauen einen schlechteren Zugang zum Arbeitsmarkt haben und andererseits alle Arbeitnehmer, die schon jetzt Nachtarbeit leisten, dies ohne den nötigen Schutz ihrer Gesundheit tun.

Arbeitsbewertung

Die immer wieder festgestellten eklatanten Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen sind unter anderem auch darauf zurückzuführen, daß die Arbeitsbewertung bei traditionellen Frauenberufen deutlich schlechter ausfällt als bei traditionellen Männerberufen. In anderen europäischen Staaten hat man bereits damit begonnen, diese Unterschiede durch neue Arbeitsbewertungssysteme auszuräumen. Die FCG-Frauen verlangen daher, daß auch in Österreich ein neues Arbeitsbewertungssystem entwickelt wird, das sich an den zeitgemäßen Kriterien des heutigen Arbeitslebens orientiert. Die Erfahrungen etwa aus der Schweiz zeigen, daß sich dadurch die Einkommenssituation der Frauen deutlich verbessert. Ein neues Arbeitsbewertungssystem ist Grundlage für die Erfüllung der anerkannten Forderung nach gleichem Lohn für gleichwertige Arbeit.

Jugendarbeitslosigkeit

Die FCG-Frauen fordern vehement raschest Maßnahmen gegen die rapid zunehmende Arbeitslosigkeit bei Jugendlichen. Es ist nicht einsichtig, daß die Wirtschaft ihre Verpflichtung zur Ausbildung mehr und mehr vernachlässigt, und diese allein der staatlichen Verantwortung überträgt. Es muß anerkanntes Ziel des Wirtschaftsmanagement sein, auch einen entsprechenden Anteil an der Grundausbildung und der nötigen Weiterbildung für Jugendliche zu übernehmen. Wer hier seine Verantwortung vernachlässigt, trägt mit Schuld daran, wenn junge Menschen ihre Lebensorientierung verlieren und sich mehr und mehr als Ausgegrenzte der Gesellschaft fühlen.

Soziale Absicherung für geringfügig Beschäftigte

Die Möglichkeit für "geringfügige Beschäftigungsverhältnisse" kommt den Arbeitgebern sehr entgegen, da sie damit ihre Sozialabgaben verringern. Leidtragende sind vor allem Frauen, die durch solche Beschäftigungsverhältnisse im Alter zuwenig abgesichert sind. Die FCG-Frauen fordern daher raschest eine Lösung dafür, daß auch Beschäftigungsverhältnissen unter der Geringfügigkeitsgrenze für die Arbeitnehmerin/den Arbeitnehmer eine sozialrechtliche Absicherung gewährleistet wird.

Rückfragehinweis: FCG

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