Böhm: Europäisch denken und regional handeln ist das Gebot der Stunde

Haltung von F-Landesrat Schimanek ist völlig unverständlich

Niederösterreich, 19.6.97 (NÖI) Im Rahmen der Aktuellen
Stunde zum Thema "Grenzregionen - Wirtschaft und Arbeitsplätze" wies Klubobmann Gerhard Böhm auf die vielen Chancen, aber auch
die Gefahren und Herausforderungen hin, die Niederösterreich
durch die Ostöffnung erfährt.****

"Die Grenzregionen haben durch den Fall des Eisernen
Vorhangs neue Möglichkeiten erhalten. Ein Problem, über das
nicht hinweggesehen werden darf, ist aber der steigende Kaufkraftabfluß zu unseren billigeren Nachbarn. Diesem Problem
muß entgegengewirkt werden. Sowohl seitens der Politik, aber
auch seitens des Bevölkerung", so Böhm.****

Böhm appellierte in diesem Zusammenhang an die Bürger Niederösterreichs, gemeinsam mit der Politik für die Stärkung
der Grenzregionen einzutreten und den Negativentwicklungen entgegenzuwirken. So bedarf es eines gewissen Umdenkens - auch
beim Einkaufverhalten unserer Bevölkerung. "Wir müssen lernen europäisch zu denken und regional zu handeln."

Niederösterreich habe bereits zahlreiche wichtige Schritte gesetzt, um die Grenzregionen zu stärken. Angefangen von
gezielten Grenzlandförderungen, über die Errichtung von internationalen Gewerbeparks bis hin zu einer aktiven problem-
und zielgruppenorientierten Arbeitsmarktpolitik, wurden
konkrete Verbesserungen erzielt. Diesen Weg gilt es nun
gemeinsam fortzusetzen, betonte Böhm.

Als völlig unverständlich bezeichnete heute der Klubobmann
das Verhalten von F-Landesrat Schimanek, der eine Unterschriftenaktion mit der Überschrift "Einkaufen jenseits
der Grenze" unterstützt. Es sei für einen Politiker allemal leichter, den Leuten nach dem Mund zu reden oder das, was als allgemeine Meinung gilt, einfach nachzubeten, in der Hoffnung
damit wieder ein paar Wähler zu gewinnen. Böhm richtete die
Frage an Schimanek, ob ihn die Folgen für die heimische
Wirtschaft nicht interessieren oder ob er nicht weiß, was es bedeutet, wenn Betriebe in den grenznahen Regionen zusperren müssen, weil sie keine Kunden mehr haben. Von einem Mitglied
der Landesregierung darf man sich und durfte man sich bisher
ein wenig mehr Einsicht in wirtschaftliche Zusammenhänge und
ein wenig mehr Weitblick über die Folgen dieses Konsums
erwarten, betonte Böhm.

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