ÖIAG Bilanz 1996: Erfolgreiche Durchführung des Privatisierungsauftrages

Wien (OTS) - Mit der Feststellung des Jahresabschlusses 1996 der ÖIAG durch den Aufsichtsrat der ÖIAG am 18. Juni 1997 wurde ein Kapitel der neueren österreichischen Wirtschaftsgeschichte abgeschlossen, nämlich jenes der Privatisierung der "Verstaatlichten Industrie", welche durch das "1. Verstaatlichungs-Gesetz 1946" entstanden ist und durch die Maßnahmen gemäß "ÖIAG-Gesetz-Novelle 1993" nunmehr mehrheitlich oder zur Gänze privatisiert wurde.

Die mehr als fünfzig Jahre des Bestehens dieser Industriegruppe waren von Erfolgen und Mißerfolgen begleitet. Diese Unternehmen waren mit dem politischen Geschehen in Österreich eng verwoben, gleichzeitig aber auch einer immer stärker werdenden internationalen Konkurrenz ausgesetzt.

Die Unternehmen konnten zum überwiegenden Teil ihre internationale Stellung halten und ausbauen, sodaß sie erfolgreich privatisiert werden konnten.

Der Aufsichtsrat der ÖIAG hat festgestellt, daß die Auflagen des Gesetzes aus dem Jahr 1993, wonach die industriellen Beteiligungen der ÖIAG mehrheitlich privatisiert werden sollten, erfüllt worden sind. Die nunmehr zu Gänze, bzw. mehrheitlich privatisierten Unternehmungen konnten ihre Marktposition nicht nur halten sondern weiter stärken.

Die restlichen Kern-Beteiligungen sind nun:

- OMV AG mit 35 %

- VA Stahl AG mit 38,8 %

- VA Technologie AG mit 24 %

- Böhler-Uddeholm AG mit 25 %

- sowie ÖBAG und VA AG zu 100 %

Diese Beteiligungen stehen im Zusammenhang mit dem zweiten Privatisierungskonzept, welches die Hauptversammlung der ÖIAG am 12. März 1997 beschlossen hat, wonach die ÖIAG für die absehbare Zukunft die Funktion eines "Kernaktionärs" zur Erhaltung österreichischer Industriebetriebe und industrieller Wertschöpfung wahrzunehmen hat.

Neue Aufgaben

Die Entwicklung der Unternehmen kommt deutlich durch die Kurssteigerungen zum Ausdruck. So stiegen die Kurse der börsennotierten Unternehmungen seit Börseneinführung bis Ende Mai 1997 um:

Datum der Tranche:

AMS: + 177 % Juli 1993
BUAG: + 65 % März 1995
OMV: + 245 % November 1987
VAE: + 33 % Dezember 1992
VA Stahl: + 90 % Oktober 1995
VA Tech: + 135 % Mai 1994

Die Marktkapitalisierung der sechs vollständig bzw. teilprivatisierten börsennotierten Unternehmungen beträgt Ende Mai 1997 105 Mrd ATS, gegenüber dem Wert bei Börseneinfürhung entspricht dies einer Steigerung von 165 %.

Aufgrund der Privatisierungserfolge wurden 1996 der ÖIAG vom Staat weitere Unternehmungen zum Zwecke der Privatisierung übertragen:
Austria Tabakwerke AG und Österreichische Salinen AG. Die ÖSAG wurde in der Zwischenzeit erfolgreich verkauft, der Börsegang der ATW befindet sich in der Vorbereitungsphase.

Zuführungen 1981-1989

Die Kreditaufnahmen der ÖIAG mit Refundierungsverpflichtung für Zinsen und Tilgungen aus dem Bundesbudget betrugen von 1981 bis 1989 insgesamt 59 Mrd ATS. Nach Abzug der bisher geleisteten Tilgungszahlungen verbleibt ein Tilgungserfordernis von rd. 47 Mrd ATS, dieser Betrag wird durch Dividendenausschüttungen und Privatisierungserlöse (Salinen, ATW) verringert werden.

ÖIAG-Abschluß 1996

Der Jahresüberschuß der ÖIAG erreichte 1996 einen Wert von 1,7 Mrd ATS nach 802 Mio ATS im Jahr 1995.

Im Jahr 1996 wurden zwei erfolgreiche Börsentransaktionen, nämlich die "Secondary Public Offerings" von Böhler-Uddeholm- und OMV-Aktien durchgeführt.

Insgesamt hat die ÖIAG 1996 Aktien im Wert von mehr als 8 Mrd ATS plaziert und damit wesentlich zur Belebung des Wiener Aktienmarktes beigetragen. Die Aktien der nunmehr mehrheitlich privatisierten ÖIAG-Unternehmungen erreichen im 1. Quartal 1997 am ATX einen Anteil von bereits 39,6 % und am Gesamtumsatz der Wiener Börse einen Anteil von fast 38 %.

Weiters wurden 1996 die Unternehmen AMAG, VA Bergtechnik, VAMED und GIWOG veräußert.

Die Nettoverschuldung der ÖIAG, einschließlich Rückstellungen, konnte weiter abgebaut werden: ausgehenden von 26,3 Mrd ATS Ende 1993 auf 8,6 Mrd ATS im Jahr 1995 und nunmehr auf 0,5 Mrd ATS Ende 1996.

Die Minderheitsanteile der ÖIAG an börsennotierten Unternehmen haben nach dem Börsenkurs per Ende Mai 1997 einen Wert von 31,4 Mrd ATS, der Buchwert beträgt rund 12 Mrd ATS.

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ÖIAG
Dkfm. Lutz Sperlich
Tel.: 711-14/274

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