• 19.06.1997, 13:06:09
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  • OTS0155

ÖIAG Bilanz 1996: Erfolgreiche Durchführung des Privatisierungsauftrages

Wien (OTS) - Mit der Feststellung des Jahresabschlusses 1996 der
ÖIAG durch den Aufsichtsrat der ÖIAG am 18. Juni 1997 wurde ein
Kapitel der neueren österreichischen Wirtschaftsgeschichte
abgeschlossen, nämlich jenes der Privatisierung der "Verstaatlichten
Industrie", welche durch das "1. Verstaatlichungs-Gesetz 1946"
entstanden ist und durch die Maßnahmen gemäß "ÖIAG-Gesetz-Novelle
1993" nunmehr mehrheitlich oder zur Gänze privatisiert wurde.

Die mehr als fünfzig Jahre des Bestehens dieser Industriegruppe
waren von Erfolgen und Mißerfolgen begleitet. Diese Unternehmen waren
mit dem politischen Geschehen in Österreich eng verwoben,
gleichzeitig aber auch einer immer stärker werdenden internationalen
Konkurrenz ausgesetzt.

Die Unternehmen konnten zum überwiegenden Teil ihre internationale
Stellung halten und ausbauen, sodaß sie erfolgreich privatisiert
werden konnten.

Der Aufsichtsrat der ÖIAG hat festgestellt, daß die Auflagen des
Gesetzes aus dem Jahr 1993, wonach die industriellen Beteiligungen
der ÖIAG mehrheitlich privatisiert werden sollten, erfüllt worden
sind. Die nunmehr zu Gänze, bzw. mehrheitlich privatisierten
Unternehmungen konnten ihre Marktposition nicht nur halten sondern
weiter stärken.

Die restlichen Kern-Beteiligungen sind nun:

- OMV AG mit 35 %

- VA Stahl AG mit 38,8 %

- VA Technologie AG mit 24 %

- Böhler-Uddeholm AG mit 25 %

- sowie ÖBAG und VA AG zu 100 %

Diese Beteiligungen stehen im Zusammenhang mit dem zweiten
Privatisierungskonzept, welches die Hauptversammlung der ÖIAG am 12.
März 1997 beschlossen hat, wonach die ÖIAG für die absehbare Zukunft
die Funktion eines "Kernaktionärs" zur Erhaltung österreichischer
Industriebetriebe und industrieller Wertschöpfung wahrzunehmen hat.

Neue Aufgaben

Die Entwicklung der Unternehmen kommt deutlich durch die
Kurssteigerungen zum Ausdruck. So stiegen die Kurse der
börsennotierten Unternehmungen seit Börseneinführung bis Ende Mai
1997 um:

Datum der Tranche:

AMS: + 177 % Juli 1993
BUAG: + 65 % März 1995
OMV: + 245 % November 1987
VAE: + 33 % Dezember 1992
VA Stahl: + 90 % Oktober 1995
VA Tech: + 135 % Mai 1994

Die Marktkapitalisierung der sechs vollständig bzw.
teilprivatisierten börsennotierten Unternehmungen beträgt Ende Mai
1997 105 Mrd ATS, gegenüber dem Wert bei Börseneinfürhung entspricht
dies einer Steigerung von 165 %.

Aufgrund der Privatisierungserfolge wurden 1996 der ÖIAG vom Staat
weitere Unternehmungen zum Zwecke der Privatisierung übertragen:
Austria Tabakwerke AG und Österreichische Salinen AG. Die ÖSAG wurde
in der Zwischenzeit erfolgreich verkauft, der Börsegang der ATW
befindet sich in der Vorbereitungsphase.

Zuführungen 1981-1989

Die Kreditaufnahmen der ÖIAG mit Refundierungsverpflichtung für
Zinsen und Tilgungen aus dem Bundesbudget betrugen von 1981 bis 1989
insgesamt 59 Mrd ATS. Nach Abzug der bisher geleisteten
Tilgungszahlungen verbleibt ein Tilgungserfordernis von rd. 47 Mrd
ATS, dieser Betrag wird durch Dividendenausschüttungen und
Privatisierungserlöse (Salinen, ATW) verringert werden.

ÖIAG-Abschluß 1996

Der Jahresüberschuß der ÖIAG erreichte 1996 einen Wert von 1,7 Mrd
ATS nach 802 Mio ATS im Jahr 1995.

Im Jahr 1996 wurden zwei erfolgreiche Börsentransaktionen, nämlich
die "Secondary Public Offerings" von Böhler-Uddeholm- und OMV-Aktien
durchgeführt.

Insgesamt hat die ÖIAG 1996 Aktien im Wert von mehr als 8 Mrd ATS
plaziert und damit wesentlich zur Belebung des Wiener Aktienmarktes
beigetragen. Die Aktien der nunmehr mehrheitlich privatisierten
ÖIAG-Unternehmungen erreichen im 1. Quartal 1997 am ATX einen Anteil
von bereits 39,6 % und am Gesamtumsatz der Wiener Börse einen Anteil
von fast 38 %.

Weiters wurden 1996 die Unternehmen AMAG, VA Bergtechnik, VAMED
und GIWOG veräußert.

Die Nettoverschuldung der ÖIAG, einschließlich Rückstellungen,
konnte weiter abgebaut werden: ausgehenden von 26,3 Mrd ATS Ende 1993
auf 8,6 Mrd ATS im Jahr 1995 und nunmehr auf 0,5 Mrd ATS Ende 1996.

Die Minderheitsanteile der ÖIAG an börsennotierten Unternehmen
haben nach dem Börsenkurs per Ende Mai 1997 einen Wert von 31,4 Mrd
ATS, der Buchwert beträgt rund 12 Mrd ATS.

Rückfragehinweis: ÖIAG
Dkfm. Lutz Sperlich
Tel.: 711-14/274

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