Kinderporno-Dealer Jiri K. nach neuerlicher Verhaftung wieder auf freien Fuß gesetzt.

Vorausmeldung zu News Nr. 25/97 (19.6.1997)

Wien (OTS) - Das Nachrichtenmagazin News berichtet in seiner morgigen Ausgabe, daß der Kinderporno-Dealer Jiri K. nach einer neuerlichen Verhaftung am 13. April 1997 vom zuständigen Untersuchungsrichter Ende Mai neurlich auf freien Fuß gesetzt wurde. Damit entwickelt sich der Fall des mittlerweile bekanntesten Wiener Kinderporno-Händlers zu einer schier unglaublichen Justiz-Groteske.

Jiri K. wurde im Herbst 1996 bekannt, als er nach einer Interpol-Fahndung von Redakteuren der Zeitschrift News als Vermittler von Sex-Aufnahmen minderjähriger Mädchen auf frischer Tat überführt wurde. Es folgte seine Verhaftung. Aufgrund der Berichte über Jiri K. verschärfte der österreichische Nationalrat im Herbst 1996 das Kinderporno-Gesetz. Die verschärften Regeln, die nun auch bis zu 3 Jahre Haft für die erwerbsmäßige Weitergabe von Sex-Fotos mit Kindern vorsehen, trat mit 1. März 1997 in Kraft.

Jiri K. wurde freilich nach vier Monaten Untersuchungshaft im Jänner 1997 von einem Untersuchungsrichter aus der Haft entlassen, weil das Gericht "keine Tatwiederholungsgefahr" annahm.

Jiri K.'s Haftentlassung führte im Februar zu zahlreichen öffentlichen Debatten, unter anderem in der Fersehsendung "Help-TV". Aufgrund der öffentlichen Empörung begann die Polizei neuerlich gegen Jiri K. zu ermitteln und stellte fest, daß der freigelassene Geschäftsmann mittlerweile wieder in den Vertrieb von Aktfotos mit Kindern eingestiegen war. Sowohl in Jiri K.'s Wohnung als auch in Schließfächern wurden Sex-Fotos mit Kindern sichergestellt, die von Jiri K. angefertigt worden waren.

Daraufhin wurde der Kinderporno-Dealer, wie erst jetzt bekannt wird, am 13. April 1997 von der Justiz neuerlich in Haft genommen. Die neuerliche Verhaftung - mit "dringendem Tatverdacht" begründet -erfolgt somit zu einem Zeitpunkt, als das eigens wegen Jiri K. verschärfte neue Kinderporno-Gesetz bereits in Kraft war.

Recherchen von News ergeben nun, daß die Justiz Jiri K. mit 28. Mai 1997 neuerlich auf freien Fuß gesetzt hat.

Der Anwalt: "Das beschlagnahmte Material ist nicht pornographisch. Wenn das überhaupt etwas ist, dann ist es Kunst."

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