Gewerbeordnung - Hauptthema bei Bundestagung der Bäcker

Gelungene Bundestagung im Congress-Innsbruck Weitere Themen: Gemeinschaftswerbung und KV-Verhandlungen

Wien (PWK) - Die diesjährige Bundestagung der Bäcker fand vor kurzem im Congress in Innsbruck statt. Bereits bei der vorangegangenen Bundesinnungsausschußsitzung wurden die Auswirkungen der bevorstehenden Gewerbeordnungsnovelle auf das Bäckerhandwerk, insbesonders die Frage der Ausweitung der Nebenrechte der Landwirte bei der Direktvermarktung und die neuen Nebenrechte der Bäcker und Konditoren erörtert. Ebenso wurden Begleitmaßnahmen zur neuen Gemeinschaftswerbung der österreichischen Bäcker beraten. ****

Den Festabend, den das Quintett Tirol und der Moderator Harry Prünster gestalteten, zeichnete der Präsident des Tiroler Landtages, Helmut Mader, durch seinen Besuch aus. Nach einer Festmesse im Dom zu St. Jakob, welche die Musikkapelle Natters musikalisch umrahmte, geleitete die Kapelle die Tagungsteilnehmer in einem Festzug zum Congress-Innsbruck. Vor dem Festsaal hatte die Berufsschule St. Nikolaus, unter Leitung von Direktor Friedrich Nagiller, eine eindrucksvolle Brot- und Gebäckschau gestaltet. Sektionsobmann und Bundesinnungsmeister der Bäcker, Komm.Rat Karl Winkler, konnte zahlreiche Ehrengäste, unter ihnen den Tiroler Landeshauptmann Dr. Wendelin Weingartner, begrüßen.

Der Festredner, Präsident der Handwerkskammer für München und Oberbayern L.Abg. LIM Heinrich Traublinger referierte über die Situation des Bäckergewerbes in Deutschland und in Europa. Er führte unter anderem aus, daß die wirtschaftliche Entwicklung in Westeuropa im Gegensatz zur lebhaften Konjunktur wichtiger anderer Weltregionen nach wie vor verhalten verläuft. Das reale Bruttoinlandsprodukt wuchs 1996 um ca. 1,5 Prozent. Österreich und Deutschland lagen knapp unter diesem Wert. Die steigende Arbeitslosigkeit sei ein europaweites Phänomen, wobei Österreich mit einer Arbeitslosenquote von rund 4,5 Prozent im europäischen Vergleich sehr günstig abschneide.

Das Handwerk in Deutschland mußte angesichts des trüben gesamtwirtschaftlichen Umfeldes 1996 ein Umsatzminus von rund zwei Prozent hinnehmen. Die Zahl der Beschäftigten sank um 2,1 Prozent auf rund 6,5 Millionen. Etwas positiver sehe es im Bäckerhandwerk aus. Die Umsätze stiegen dort nominal um rund zwei Prozent auf 29 Mrd. DM, die Zahl der Beschäftigten um 1,5 Prozent auf 330.000. Um etwa 3,4 Prozent rückläufig war allerdings die Zahl der Betriebe, was auf die weiter voranschreitende Konzentration und Filialisierung in der Bäcker-Branche hinweist. 23.000 Betriebe verzeichnete das deutsche Bäckerhandwerk zum 31. Dezember 1996.

"Ich denke, die vergleichsweise günstige Entwicklung in unserer Branche ist auch ein Beleg für die hohe Akzeptanz und Wertschätzung, die der Bäcker in der Bevölkerung genießt und eine Anerkennung der großen Anstrengungen, die das Bäckerhandwerk in den letzten Jahren unternommen hat, um seine Stellung am Markt zu festigen und durch strikte Kundenorientierung und hohe Qualität einen Leistungswettbewerb insbesondere gegenüber industriellen Anbietern zu bestehen", so Traublinger.

Vier Entwicklungstendenzen seien besonders wichtig:
1. Die Globalisierung der Wirtschaft,
2. der rasante technische Fortschritt,
3. der anstehende Generationswechsel in den Betrieben sowie
4. die weiter zunehmende Konzentration gerade auch im Einzelhandel, welche die Wettbewerbsverhältnisse zu Lasten des Bäckerhandwerks verschiebt.

Der Festredner forderte eine durchgreifende Steuerreform, eine Reform der Sozialversicherungssysteme und eine Reduzierung der bürokratischen Belastungen.

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