• 10.06.1997, 11:25:05
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  • OTS0091

Liefermöglichkeiten nach Frankreich bei weitem nicht ausgeschöpft

Handelsdelegierter empfiehlt konsequente Marktbearbeitung - französische Konjunkturbelebung verbessert Absatzchancen

Wien (PWK) - Frankreich ist weltweit Österreichs viertwichtigster
Absatzmarkt - nach Deutschland, Italien und der Schweiz. Das
österreichische Liefervolumen von 26 Mrd. S (1996) liegt jedoch weit
unter dem Marktpotential dieses großen EU-Landes, ist
Handelsdelegierter Harald Kasper (Paris) überzeugt. Vor allem für
Nahrungsmittel, Industriezulieferungen und Investitionsgüter sowie
Textilien, Bekleidung und dauerhafte Konsumwaren bestünden bei
konsequenter Marktberarbeitung gute Absatzchancen. ****

Die heimischen Firmen sollten diese Möglichkeiten gerade jetzt,
angesichts der beginnenden französischen Konjunkturbelebung (für 1997
wird ein Wirtschaftswachstum von zwei Prozent vorhergesagt) nützen,
empfiehlt Kasper. Allerdings: der französiche Markt kann nicht
"nebenbei" bearbeitet werden. Ohne gezieltes Marketing sei kein
nachhaltiger Erfolg zu erwarten.

Kasper schätzt, daß die österreichischen Lieferungen auch 1997
wieder um rund zwei Prozent zulegen werden, wie das schon im Vorjahr
- trotz anhaltender französischer Importschwäche - gelungen ist. Die
eindrucksvollsten Lieferzuwächse erzielten 1996 (wenn auch von einem
niedrigen Niveau ausgehend) Nahrungsmittel mit + 38 Prozent.
Spitzenreiter waren dabei Schokoladewaren und Milcherzeugnisse. Gut
entwickelt haben sich 1996 auch die Lieferungen von Maschinen
(Österreichs weitaus wichtigste Ausfuhrposition nach Frankreich),
Textilien, Bekleidung, Möbeln, Beleuchtungskörpern und Schmuckwaren.

Möglichkeiten für neue Geschäfts- und Kooperationskontakte wird
das von der EU geförderte, speziell auf kleinere und mittlere
Unternehmen ausgerichtete "Europartenariat Massif Central" in
Clermont-Ferrand im Oktober bieten. 2.500 Unternehmer aus den EU-
Ländern und aus Übersee, die an einer Zusammenarbeit mit dieser
zentralfranzösischen Industrieregion interessiert sind, werden zu der
Veranstaltung erwartet.

Zur Unterstützung der österreichischen Präsenz in Frankreich
organisiert die Wirtschaftskammer Österreich Gruppenausstellungen auf
wichtigen französischen Messen. Hervorzuheben sind in nächster Zeit
der Luft- und Raumfahrtsalon Le Bourget, die Weinmesse Vinexpo in
Bordeaux, die Stoffmustermesse Premiere Vision in Paris, die
Automobilzuliefermesse Equip Auto (Paris) und die Umweltmesse
Pollutex (Paris). Um die Zulieferung an die französische
Automobilindustrie zu fördern, plant die Außenhandelsstelle Paris
eine Präsentation des österreichischen Angebots.

Als Lieferant für die österreichische Wirtschaft steht Frankreich
weltweit an dritter Stelle (nach Deutschland und Italien). 1996 hat
Österreich Waren im Wert von rund 32 Mrd. S aus Frankreich bezogen.
Gegenüber 1995 war das ein Gesamtrückgang von ca. zwei Prozent, der
allerdings hauptsächlich auf die Auslieferung eines Airbus an die AUA
zurückzuführen ist. Bei etlichen Produkten wie Maschinen,
Nahrungsmitteln (Fleisch, Zucker), Kosmetika und vor allem der
weitaus wichtigsten Lieferposition - PKWs - erzielten die Franzosen
1996 jedoch zum Teil beachtliche Absatzsteigerungen in Österreich.

(Schluß) RL

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK/PWK

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