Liefermöglichkeiten nach Frankreich bei weitem nicht ausgeschöpft

Handelsdelegierter empfiehlt konsequente Marktbearbeitung - französische Konjunkturbelebung verbessert Absatzchancen

Wien (PWK) - Frankreich ist weltweit Österreichs viertwichtigster Absatzmarkt - nach Deutschland, Italien und der Schweiz. Das österreichische Liefervolumen von 26 Mrd. S (1996) liegt jedoch weit unter dem Marktpotential dieses großen EU-Landes, ist Handelsdelegierter Harald Kasper (Paris) überzeugt. Vor allem für Nahrungsmittel, Industriezulieferungen und Investitionsgüter sowie Textilien, Bekleidung und dauerhafte Konsumwaren bestünden bei konsequenter Marktberarbeitung gute Absatzchancen. ****

Die heimischen Firmen sollten diese Möglichkeiten gerade jetzt, angesichts der beginnenden französischen Konjunkturbelebung (für 1997 wird ein Wirtschaftswachstum von zwei Prozent vorhergesagt) nützen, empfiehlt Kasper. Allerdings: der französiche Markt kann nicht "nebenbei" bearbeitet werden. Ohne gezieltes Marketing sei kein nachhaltiger Erfolg zu erwarten.

Kasper schätzt, daß die österreichischen Lieferungen auch 1997 wieder um rund zwei Prozent zulegen werden, wie das schon im Vorjahr - trotz anhaltender französischer Importschwäche - gelungen ist. Die eindrucksvollsten Lieferzuwächse erzielten 1996 (wenn auch von einem niedrigen Niveau ausgehend) Nahrungsmittel mit + 38 Prozent. Spitzenreiter waren dabei Schokoladewaren und Milcherzeugnisse. Gut entwickelt haben sich 1996 auch die Lieferungen von Maschinen (Österreichs weitaus wichtigste Ausfuhrposition nach Frankreich), Textilien, Bekleidung, Möbeln, Beleuchtungskörpern und Schmuckwaren.

Möglichkeiten für neue Geschäfts- und Kooperationskontakte wird das von der EU geförderte, speziell auf kleinere und mittlere Unternehmen ausgerichtete "Europartenariat Massif Central" in Clermont-Ferrand im Oktober bieten. 2.500 Unternehmer aus den EU-Ländern und aus Übersee, die an einer Zusammenarbeit mit dieser zentralfranzösischen Industrieregion interessiert sind, werden zu der Veranstaltung erwartet.

Zur Unterstützung der österreichischen Präsenz in Frankreich organisiert die Wirtschaftskammer Österreich Gruppenausstellungen auf wichtigen französischen Messen. Hervorzuheben sind in nächster Zeit der Luft- und Raumfahrtsalon Le Bourget, die Weinmesse Vinexpo in Bordeaux, die Stoffmustermesse Premiere Vision in Paris, die Automobilzuliefermesse Equip Auto (Paris) und die Umweltmesse Pollutex (Paris). Um die Zulieferung an die französische Automobilindustrie zu fördern, plant die Außenhandelsstelle Paris eine Präsentation des österreichischen Angebots.

Als Lieferant für die österreichische Wirtschaft steht Frankreich weltweit an dritter Stelle (nach Deutschland und Italien). 1996 hat Österreich Waren im Wert von rund 32 Mrd. S aus Frankreich bezogen. Gegenüber 1995 war das ein Gesamtrückgang von ca. zwei Prozent, der allerdings hauptsächlich auf die Auslieferung eines Airbus an die AUA zurückzuführen ist. Bei etlichen Produkten wie Maschinen, Nahrungsmitteln (Fleisch, Zucker), Kosmetika und vor allem der weitaus wichtigsten Lieferposition - PKWs - erzielten die Franzosen 1996 jedoch zum Teil beachtliche Absatzsteigerungen in Österreich.

(Schluß) RL

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