Einladung zur ÖLSF - Podiumsdiskussion mit SpitzenpolitikerInnen im Rathaus zum Thema: Ring Frei - Wir fordern die rechtliche Gleichstellung von Lesbisch/schwulen/transgender Lebensgemeinschaften

Wien (OTS) - Zeit: am 10.6.1997, 20 Uhr, Wappensaal des Rathauses, Eingang Lichtenfelsgasse, Feststiege II

Es diskutieren:

Katja Hampala (Juristin)
Irmtraut Karlsson (NR-Abgeordnete d. SPÖ)
Ulrike Lunacek (Bundesgeschäftsführerin d. Grünen)
Christian Perner (Rechtsanwalt)
Heide Schmidt (Klubobfrau d. LiF)
Günter Tolar (ORF)

Moderation: Doris Knecht (stellv. Chefred. d. Falter)

Der Forderungskatalog des ÖLSF, der die rechtliche Absicherung von PartnerInnenschaften unabhängig vom Geschlecht einmahnt, wurde schon von zahlreichen Persönlichkeiten aus Politik und Kultur unterzeichnet und soll nun auch auf parteipolitischer Ebene diskutiert werden. Zu den UnterzeichnerInnen gehören bisher u.a. Peter Kostelka, Hannes Swoboda, Caspar Einem, Volker Kier, Ingrid Nikolay-Leitner, Kurt Scholz, Ulrike Lunacek, Terezija Stoisits.

Daß eine gänzlich neue Institution und nicht eine Kopie der Ehe gefordert wird, sorgt sowohl in der Öffentlichkeit als auch in der Lesben- und Schwulenszene für kontroverse Diskussionen. Tatsächlich fordert das ÖLSF nicht nur die Gleichstellung mit heterosexuellen Lebensgemeinschaften, sondern tritt für die Institutionalisierung einer PartnerInnenschaft, die modernen Beziehungen entspricht, ein. Diese PartnerInnenschaft muß weder auf einer Wohn- noch auf einer Wirtschaftsgemeinschaft basieren, sie ist auch nicht auf lebenslange Dauer ausgerichtet. Trotzdem muß es - so das ÖLSF - möglich sein, auf der Basis einer Beziehung z.B. einen Mietvertrag gemeinsam einzugehen, zu ver/erben, das Recht auf den Zuzug und Aufenthalt eines/einer ausländischen PartnerIn oder auch nur das Auskunftsrecht im Spital zu erlangen.

Die rechtliche und wirtschaftliche Privilegierung der Ehe gegenüber hetero- und homosexuellen PartnerInnenschaften ist in Nordeuropa schon größtenteils aufgehoben, auch in den USA ist in einigen Staaten die rechtliche Verankerung, mittlerweile sogar die Ehe, für Lesben und Schwule möglich. In Österreich hingegen sind auch die elementarsten Menschenrechte für Lesben und Schwule nicht gesichert. So passieren gerade im Bereich von Lebensgemeinschaften krasse Fälle von Diskriminierung von Lesben und Schwulen. Einige konkrete Fälle sollen an diesem Abend zur Sprache kommen.

Rückfragen & Kontakt:

ÖLSF
Diana Voigt, Hannes Sulzenbacher
Tel.: 533 31 91

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