Amerikanische Behörden vertuschen Umweltkatastrophe: Ein urtümlicher Einzeller wird zur biologischen Herausforderung

Hamburg (OTS/EURONET) - mare berichtet exklusiv über massenhafte Vermehrung aggressiver Urtiere, die Menschen und Tiere gefährden.

Über unheimliche Geschehnisse an der amerikanischen Ostküste berichtet der Autor Dr. Frank J. Jochem in der am 22. Mai erscheinenden Ausgabe der Zeitschrift mare. Ein Organismus mit bis zu 24 unterschiedlichen Lebensstadien sorgt seit 1989 dafür, daß bis heute eine Milliarde Fische und Muscheln vernichtet wurden. Aber nicht nur Tieren, sondern auch Menschen wird der giftige Einzeller gefährlich. Fischer aus den betroffenen Buchten berichten über Hautinfektionen und bis zu zwei Zentimeter großen Wunden an allen Körperteilen, die mit dem infizierten Wasser in Verbindung kommen. Zusätzlich treten Kopfschmerzen, Schwindel und Verlust des Kurzzeitgedächtnisses als Folge des Kontaktes mit dem von den Einzellern ausgestoßenen Gift auf. Wissenschaftler fanden nun heraus, daß sich dieser wahrscheinlich seit Jahrtausenden an der Küste lebende Organismus erst durch die unkontrollierte Einleitung von Abwässern und Gülle aus der Schweinezucht explosionsartig vermehren konnte.

Die amerikanische Aufsichtsbehörde spielt das Problern momentan noch herunter. "Aus politischen Gründen", so die am Problem arbeitenden Wissenschaftler. Denn zu den größten Schweinezüchtern des Staates North Carolina, an dessen Küste sich die stille Katastrophe abspielt, zählen unter anderem Gouverneur Jonathan Hunt und Senator Faircloth, der Vorsitzende der Umweltkommission.

Besonders bedenklich ist dabei laut mare, daß sich "Pfiesteria piscida - der Fischfresser", so der wissenschaftliche Narne des Einzellers, bereits in die Nähe internationaler Seehäfen ausgebreitet hat. Er könnte nun, etwa von Baltimore in der Chesapeake-Bay aus mit dem Ballastwasser der Seeschiffe auch nach Europa gelangen. "Zwar sind die deutschen Küstengewässer zu kalt für Pfiesteria, doch gibt es einige Bereiche des Mittelmeeres, wo sie sich sehr wohl fühlen würden", warnt Meeresbiologin JoAnn Burkholder

Hinweis an die Redaktion:

Die vollständige Reportage ist nachzulesen in der Ausgabe Nr. 2 von "mare. Die Zeitschrift der Meere". Das Heft mit dem Schwerpunktthema "Die Muschel" wird ab 22. Mai 97 verkauft. mare erscheint zweimonatlich und wird im gehobenen Zeitschriftenhandel zum Preis von DM 14,00 angeboten.

ots Originaltext: mare. Die Zeitschrift der Meere
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