• 14.05.1997, 11:39:35
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  • OTS0123

Maderthaner zu Wirtschaftsgesprächen nach Syrien und Libanon

Österreichische Gruppenausstellung auf Baufachmesse Beirut - Chancen bei Kraftwerksprojekten in Syrien

Wien (PWK) - Seit dem Friedensprozeß im Nahen Osten haben sich
Syrien und der Libanon zu dynamischen Märkten und interessanten
Kooperationspartnern entwickelt. Um der österreichischen Wirtschaft
diese neuen Chancen besser zugänglich zu machen, reist
Wirtschaftskammerpräsident Leopold Maderthaner vom 17.-20. Mai nach
Damaskus und Beirut. In der syrischen Hauptstadt wird Maderthaner mit
hochrangigen Vertretern von Staat und Wirtschaft über die Mitwirkung
bei Großprojekten (vor allem Kraftwerke und
Abwasserreinigungsanlagen) verhandeln. In Beirut, wo der WKÖ-
Präsident vom libanesischen Regierungschef Rafik Hariri empfangen
wird, steht ein Besuch der Baufachmesse "Project Lebanon" auf dem
Programm. ****

Österreich ist mit 22 Firmen, die in einem Gemeinschaftsstand des
Wirtschaftsförderungsinstitutes ausstellen, eine der stärksten
Teilnehmernationen auf dieser für den gesamten Nahen Osten wichtigen
Messe für das Bauwesen.

Im Libanon ist der Wiederaufbau im vollen Gange. Für
österreichische Firmen ergeben sich daraus gute Zulieferchancen, vor
allem beim Infrastrukturausbau, erklärt WKÖ-Nahostreferent Fritz
Langer. Der hohe Modernisierungsbedarf der libanesischen Industrie
bietet aber auch interessante Liefermöglichkeiten für Maschinen,
Anlagen und Produktionsmittel. Aussichtsreiche Sparten sind die
Nahrungsmittelerzeugung, die Textil- und die Bekleidungsindustrie.

Nicht zuletzt entwickelt sich der Libanon auch wieder zu einem
aufnahmefähigen (wenn auch schon von der internationalen Konkurrenz
stark umworbenen) Markt für Konsumwaren.

Obwohl die österreichischen Ausfuhren in den Libanon in den
letzten Jahren rasch gewachsen sind (von 262 Mio.S im Jahr 1993 auf
343 Mio im Jahr 1995) konnten die heimischen Firmen die Möglichkeiten
des freien libanesischen Marktes noch nicht voll nützen, bedauert
Langer.

Die Wirtschaftskammer Österreich hat aus diesem Grund im Herbst
vergangenen Jahres den seit 1987 vakanten Posten eines
Handelsdelegierten in Beirut mit Peter Festin wieder besetzt.

Syrien unternimmt derzeit große Anstrengungen um die Infrastruktur
auszubauen und zu modernisieren. Daneben gewinnt der private Sektor
zunehmend an Bedeutung, betont Langer. Für die österreichische
Wirtschaft bedeutet das ein beachtliches Potential für Kooperationen
und Zulieferungen. In den letzten Jahren haben heimische Unternehmen
prestigeträchtige Großaufträge in Syrien gewinnen können, unter
anderem die Beleuchtung des Nationaltheaters in Damaskus,

Zulieferungen für große Trinkwasser- und Erdölprojekte und
Krankenhausausrüstungen.

1995 exportierte Österreich Waren um 473 Mio.S nach Syrien (fast
ausschließlich Investitionsgüter). Syrien ist für Österreich
traditionell einer der größten Lieferanten von Erdöl und
Erdölprodukten. 1995 betrugen die Importe aus Syrien 572 Mio.S.

Österreich genießt im Libanon und in Syrien so wie im gesamten
Nahen Osten eine guten Ruf als Wirtschaftspartner, was sich bei
Geschäftsverhandlungen positiv auswirkt (Langer). Die Firmen sollten
von den Möglichkeiten dieser beiden aufstrebenden Nahostmärkte
stärker Gebrauch machen. Im Herbst 1997 veranstaltet die
Wirtschaftskammer Österreich eine Wirtschaftsmission für
Industriebedarf nach Damaskus und Beirut.
(Schluß) RL
Rückfragehinweis: Dr. Fritz Langer

WKÖ, AW-Abteilung
Tel:

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