Erste Reaktionen auf ÖAR-NEIN zur Bio-Medizin-Konvention

Wien (OTS)- Die Österreichische Arbeitsgemeinschaft für Rehabilitation, Dachorganisation der Behindertenverbände, gründete eine Plattform, um die Ratifizierung der Bio-Medizin-Konvention
des Europarates durch Österreich zu verhindern. Diese Woche trafen die ersten Reaktionen ein - von Sigi Maron über die Pharmig bis zu Bischof Küng.****

An der Bio-Medizin-Konvention wird vor allem kritisiert, daß damit an einwilligungsunfähigen Personen - Kleinkinder, geistig
und psychisch behinderte, altersdemente Menschen und Komapatienten
- Forschung erlaubt wird, selbst wenn sie der betroffenen Person keinen Nutzen bringt, ja sogar Risken birgt.

Die bisherigen Reaktionen auf die Plattform sind größtenteils positiv. Einer der wohl prominentesten behinderten Menschen Österreichs ist Sigi Maron. Sein Kommentar zur Konvention: "Eine Gesellschaft, die mit ihren Behinderten nicht menschengerecht umzugehen weiß, hat drei Möglichkeiten: a) Sie benutzt sie als Versuchskaninchen, um für sich so viele Vorteile wie möglich herauszuschlagen. b) Sie läßt sie still und heimlich verrecken. c) Sie beseitigt sie. Einschlägige Erfahrungen gibt es ja genug."

Der Bischof von Feldkirch, Klaus Küng, in einem Schreiben: "Ich darf Ihnen versichern, daß mir die von Ihnen vertretenen Anliegen sehr wichtig sind und ich Sie voll unterstütze."

Einzig die Vereinigung pharmazeutischer Unternehmen, Pharmig, sprach sich bisher klar für die Bio-Medizin-Konvention aus. Geschäftsführer Erhard Geisler forderte die Plattform auf "ihre Ziele nochmals zu überdenken". Dazu Dr. Germain Weber, Vizepräsident der ÖAR: "Ausgerechnet die Pharmaindustrie befürwortet die vorliegende Fassung. Ihre Argumentation ist äußerst bedenklich. Wen wundert's?"

Von der Plattform gegen die Bio-Medizin-Konvention werden in
ganz Österreich Unterschriften gesammelt, um die Ratifizierung der Konvention in der bestehenden Form zu verhindern. Listen können
bei der ÖAR angefordert werden: Tel. 01/513 15 33, Fax -150DW. Verbände und Vereinigungen, aber auch engangierte Einzelpersonen sind eingeladen, sich der Plattform anzuschließen.

Rückfragen & Kontakt:

ÖAR
Birgit Primig-Eisner
Tel. 513 15 33-116

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