- 06.05.1997, 12:32:44
- /
- OTS0161
Kinder- und Jugendanwaltschaft Wien: Schüler erschießt seine Lehrerin
Wien (OTS) - Helmut aus Zöbern erlebte scheinbar die letzten
Wochen derartig belastend, daß er diese Tat beging, die ihm keiner
zutraute.
Wahrscheinlich haben eine Menge von Faktoren diese Tat ermöglicht:
Der schnell ermöglichte Griff zur Waffe, die Krankheit der Mutter,
die schlechten Schulerfolge, die fehlende Aussicht auf einen Job und
vielleicht die Zurückweisung durch ein Mädchen.
Aber was steht hinter all dem?
Es fehlt die Freundesgruppe der Gleichaltrigen, in der man über
dieses Leid hinwegkommen könnte, ein wenig Trost. Das Geborgensein
bei Freunden, denen es ja manchmal ähnlich ergeht, oder die
wenigstens über etwas anderes reden und blöde Witze reißen können.
Denn all das hilft.
Mit Sicherheit aber fehlt das Verständnis von Erwachsenen, die
auch heute noch nicht glauben, daß auch Kinder und Jugendliche
genauso verzweifelt sein können wie sie selbst. Und erst diese
Ablehnung oder Ignoranz der Gefühle kann dann zur Katastrophe führen.
Versuchen wir endlich zu verstehen, daß Kinder und Jugendliche
nicht nur zum Erziehen und zum Lernen da sind, sondern auch
eigenständige, gefühlsorientierte Menschen sind.
Rückfragehinweis: Dr. Anton Schmid
Kinder- und Jugendanwalt von Wien
Tel.: 17 08
ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF/OTS






