Kinder- und Jugendanwaltschaft Wien: Schüler erschießt seine Lehrerin

Wien (OTS) - Helmut aus Zöbern erlebte scheinbar die letzten
Wochen derartig belastend, daß er diese Tat beging, die ihm keiner zutraute.

Wahrscheinlich haben eine Menge von Faktoren diese Tat ermöglicht:
Der schnell ermöglichte Griff zur Waffe, die Krankheit der Mutter, die schlechten Schulerfolge, die fehlende Aussicht auf einen Job und vielleicht die Zurückweisung durch ein Mädchen.

Aber was steht hinter all dem?

Es fehlt die Freundesgruppe der Gleichaltrigen, in der man über dieses Leid hinwegkommen könnte, ein wenig Trost. Das Geborgensein bei Freunden, denen es ja manchmal ähnlich ergeht, oder die wenigstens über etwas anderes reden und blöde Witze reißen können. Denn all das hilft.

Mit Sicherheit aber fehlt das Verständnis von Erwachsenen, die auch heute noch nicht glauben, daß auch Kinder und Jugendliche genauso verzweifelt sein können wie sie selbst. Und erst diese Ablehnung oder Ignoranz der Gefühle kann dann zur Katastrophe führen.

Versuchen wir endlich zu verstehen, daß Kinder und Jugendliche nicht nur zum Erziehen und zum Lernen da sind, sondern auch eigenständige, gefühlsorientierte Menschen sind.

Rückfragen & Kontakt:

Dr. Anton Schmid
Kinder- und Jugendanwalt von Wien
Tel.: 17 08

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