• 30.04.1997, 09:56:22
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  • OTS0050

Generali Foundation: Ausstellung Gordon Matta-Clark vor Eröffnung

Reorganizing Structure By Drawing Through It - Zeichnung bei Gordon Matta-Clark von 7. Mai bis 10. August 1997

Wien (OTS) - Die Generali Foundation bereitet die erste
umfangreiche Ausstellung über das innovative zeichnerische Werk
des amerikanischen Künstlers Gordon Matta-Clark (1943-1978 New
York) vor. Es werden etwa 600 Werke präsentiert, praktisch das
komplette Oeuvre. "Zeichnung2 als Kategorie wird dabei entsprechend
den Intentionen des Künstlers gefaßt und schließt neben autonomen
Zeichnungen, die sogenannten Schnitt-Zeichnungen, Entwürfe für
Projekte sowie Arbeiten, die sich mit Graffiti beschäftigen, ein.****

Die Generali Foundation hat erstmalig ein komplettes
Werkverzeichnis sämtlicher Arbeiten dieses Bereiches erstellt, die
auch großteils in einer zur Ausstellung erscheinenden Publikation
abgebildet sind. Texte von Pamela M. Lee (Ass. Prof. Stanford
University, Dissertation über Matta-Clark) und Peter Fend (Künstler,
Recherche für Matta-Clark). Dt./engl., 1997, 250 S., ca. 740 Farb-
und s/w- Abbildungen.

Filme und Videos von Gordon Matta-Clark:
Schikaneder Kino, Freitag, 23.5. und Samstag, 24.5.1997.

Ausstellungsgespräche:
Jane Crawford, Sabine Breitwieser, Helmut Richter, Peter Fend

Gordon Matta-Clark, Sohn des surrealistischen Malers Roberto
Matta, hat an der Cornell Universität (Ithaca, New York) bei Peter
Eisenman, Architektur studiert. Der Künstler ist durch seine
"Cuttings", Transformationen an Gebäuden mittels Schnitten bzw.
Extraktionen von Gebäudeteilen, ein Begriff geworden. Der
Arbeitsprozeß selbst, die Begehung der "geöffneten" Gebäude durch
das Publikum und die damit verbundenen Gefahrenmomente waren
integrierter Bestandteil seines Werkes. Die Vielfalt und
Außergewöhnlichkeit sowie die große Anzahl von Zeichnungen wurde
erst nach dem Tod Matta-Clarks bekannt. In den Retrospektiven 1986
(Museum of Contemporary Art/Chicago, weitere Stationen in USA und
Europa) und 1992 (IVAM/Valencia, weitere Stationen in Europa)
konnten diese leider nur im Überblick vorgestellt werden.

Ausgehend von seinen ökologischen Anliegen und dem Einfluß der
Land Art Bewegung hat sich Gordon Matta-Clark in seinen ersten
Zeichnungen beinahe obsessiv mit Bäumen und deren Energie
auseinandergesetzt. Diese Phase ist eng verknüpft mit den
alchimistischen Projekten aus organischem Material in der ersten Zeit
in New York (1969-71). Aus den Bäumen entwickelte Matta-Clark
Piktographien, löste diese auf in abstrakte Strukturen, die an urbane
Situationen erinnern, in Kalligraphien, Pfeile sowie Zeichnungen, die
sich mit Energie und Bewegung beschäftigen. Die von den
Surrealisten eingeführte Methode des automatischen Zeichnens oder
Schreibens findet sich in den Zeichnungen Matta-Clarks in einer der
Choreographie verwandten Form wieder. Matta-Clark galt als
exzeptioneller Tänzer und hat u. a. mit Robert Wilson gearbeitet.

Mit den sogenannten "cut drawings", beginnend 1972, hat Matta-
Clark den Schnitt als zeichnerisch-skulpturale Technik eingeführt.
"Eine Art zu zeichnen, so wie man Skulpturen macht." (Zitat Matta-
Clark) Die ersten "cut drawings sind relativ grob und wurden direkt,
d. h. ohne Vorzeichnung mit dem Bleistift, angefertigt. Später wurden
die Schnitt-Zeichnungen immer komplexer, sich überschneidende
Kreisformen mit ausgesparten Flächen zwischen den Linien. Einige
dieser Arbeiten beziehen sich auf konkrete Projekte mit Gebäuden.

Die Zeichnung wurde von Matta-Clark auch als sozialer
Kommunikationsfaktor in der Stadt erkannt. Matta-Clark hat sich
relativ früh mit Graffiti auseinander-gesetzt und sie in seine eigene
Arbeit mit einbezogen. Als ausgebildeter Architekt hat Matta-Clark
seine großen Projekte über die Zeichnung geplant. Meist hat er eine
Vielzahl von Entwürfen angefertigt, bevor er sich entscheiden konnte.
"Ein einfacher Schnitt oder eine Serie von Schnitten fungieren als
kraftvolle Zeichnung und re-definieren räumliche Situationen und
strukturelle Einheiten", statuiert der Künstler anläßlich eines seiner
großen Projekte "office Baroque" (1977) in Antwerpen. Einige der
interessantesten Zeichnungen sind die sogenannten "Wolkenbügel",
Entwürfe für "Ballongebäude", die im letzten Jahr vor dem frühen Tod
Matta-Clarks entstanden sind. Matta-Clark wollte eine Architektur
schaffen, in deren Zentrum der menschliche Körper stehen sollte.

Die Printmedien werden vom österreichischen Künstler Mathias
Poledna gestaltet.

Die Generali Foundation setzt sich wiederholt mit dem Werk von
Gordon Matta-Clark auseinander. 1996 wurden in Zusammenarbeit
mit dem Trust die Filme restauriert und für die Sammlung der Generali
Foundation erworben. Darüber hinaus befinden sich weitere
Schlüsselwerke in der Sammlung, die zum Teil auf der diesjährigen
documenta X zu sehen sein werden.

Ausstellungszeiten:
Di, Mi, Fr 11-18, Do 11-20, Sa, So, feiertags 11-16 Uhr
Termine für Führungen auf Anfrage
Eintritt: regulär öS 60, ermäßigt öS 40

Studienraum: Archiv, Bibliothek, Datenbank
Di 14-18, Mi 10-14, Do 14-20 Uhr
Anmeldung erbeten (Andrea Überbacher: Tel. 504 98 80-15)

Die Generali Foundation ist ein Kunstverein der EA-Generali
Versicherung mit Sitz in Wien und hat sich die Förderung
zeitgenössischer Kunst zum Ziel gesetzt. Mitglieder sind die EA-
Generali AG, Erste Allgemeine Versicherungs-AG, Generali Allgemeine
Lebensversicherungs AG und Generali Rückversicherung AG.

Rückfragehinweis: Generali Foundation,

Wiedner Hauptstraße 15, A-1040 Wien
Claudia Kofler
Tel. 504 98 80-24
Fax (+43 1) 504 98 83
http://www.gfound.or.at/gf/,
e-mail: [email protected]

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | EAG/OTS

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