- 22.04.1997, 11:09:28
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Steiler Anstieg der Schweinefleischpreise
Schweinepest in Deutschland und Holland als Ursache Starker Kostendruck auf österreichische Wursthersteller
Wien (PWK) - "Der Preis für Schweinehälften der Klasse E stieg
seit der letzten Jännerwoche um mehr als 25 Prozent an", berichtet
Reinhard Kainz vom Verband der Fleischwarenindustrie. Allein in den
letzten vier Wochen erhöhten sich die Rohstoffpreise bei
Schweinefleisch um mehr als 15 Prozent. Durch das Auftreten der
klassischen Schweinepest in einzelnen Verwaltungsgebieten
Deutschlands und der Niederlande ist EU-weit eine Verknappung bei
Schweinefleisch entstanden. Um diese Tierkrankheit effizient zu
bekämpfen, werden in Deutschland und den Niederlanden mehr als 1
Million Mastschweine und mehr als 1,2 Millionen Ferkel getötet und
den Tierkörperverwertungsanstalten zugeführt. ****
Es wird erwartet, daß die Schweinepreise auch in den nächsten
Wochen weiter ansteigen, meint Kainz. Bis Herbst 1997 sei mit keiner
Verbilligung der Rohstoffpreise zu rechnen. Die österreichischen
Wursthersteller, die zwischen der Landwirtschaft als
Rohstofflieferant und dem nachfragemächtigen Lebensmittelhandel
stehen, kommen dadurch unter einen starken Kostendruck. Der steile
Anstieg der Schweinefleischpreise wirkt sich deshalb auf die
österreichischen Wurstproduzenten so gravierend aus, weil
Schweinefleisch der wichtigste Rohstoff für die Wurstherstellung ist.
Erst 1996 war ein ähnlich rascher Preisanstieg bei Schweinefleisch
infolge der BSE-Diskussion zu verzeichnen. Zahlreiche österreichische
Wurstproduzenten rutschten im Vorjahr nachhaltig in die Verlustzone,
da der Lebensmittelhandel die Rohstoffpreiserhöhungen nur zum Teil
abgegolten hat. Sollte es heuer wiederum nicht oder nur zum Teil
möglich sein, die zusätzlichen Kosten in höhere Abgabepreise an die
Abnehmer umzusetzen, so ist die Existenz zahlreicher
Verarbeitungsbetriebe gefährdet, ist Kainz überzeugt. Zahlreiche
Arbeitsplätze stehen also auf dem Spiel.
(Schluß) Ne
Rückfragehinweis: Dr. Reinhard Kainz
Wirtschaftskammer Österreich
Verband der Fleischwarenindustrie
Tel. 712 21 21 DW 50
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