• 21.04.1997, 11:00:31
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  • OTS0081

"Forderung nach Abfertigungskasse geht an Realität vorbei"

Höhere Arbeitslosenbeiträge in Saisonbranchen unsolidarisch - Kröll: Tourismus leidet unter Kaskes Profilierungssucht

Wien (PWK) - "Es scheint, daß in Österreich nicht mehr der
Sozialminister, sondern Gewerkschaftsvorsitzender Kaske die
Sozialpolitik macht. Trotz der laufenden Gespräche mit dem
Sozialministerium droht Kaske erneut mit höheren Beiträgen zur
Arbeitslosenversicherung, was nicht nur die Arbeitgeber, sondern auch
die Arbeitnehmer empfindlich treffen würde", wundert sich der Obmann
der Bundessektion Tourismus und Freizeitwirtschaft, Komm. Rat Hansörg
Kröll, über das Vorpreschen des Vorsitzenden der Gastgewerbe-
Gewerkschaft HGPD in einem Zeitungsinterview. Statt diese Frage mit
unrealistischen Forderungen nach der derzeit unfinanzierbaren
Abfertigungskasse zu verbinden, sollte sich Kaske lieber gemeinsam
mit den Sozialpartnern und dem Sozialminister Gedanken darüber
machen, wie die fehlenden Mittel in der Arbeitslosenversicherung
durch Einsparungen hereinzubringen sind. ****

Inhaltlich gibt es keinen Zusammenhang zwischen einer Anpassung
der Arbeitslosenversicherung und dem Gewerkschaftswunsch nach
Einführung einer Abfertigungskasse. Grund für diesen neuerlichen
Vorstoß kann nur die bekannte Profilierungssucht des HGPD-
Gewerkschaftlers sein, kritisiert Kröll.

Bekanntlich wird im Sozialministerium seit längerem über Fragen
der Sozialversicherung sowie auch der Flexibilisierung im
Arbeitsrecht beraten, wobei die Wirtschaftskammer entsprechende
Vorschläge eingebracht hat. Die Verhandlungen treten allerdings auf
der Stelle, da sich die Gewerkschaften hartnäckig weigern, die
Konsequenzen aus den härter gewordenen wirtschaftlichen
Rahmenbedingungen mitzutragen. So wird selbst der Wunsch der
Tourismuswirtschaft nach Aliquotierung des Urlaubsanspruches als eine
der Voraussetzungen für eine Beschäftigungsverlängerung in
Saisonzeiten von Arbeitnehmerseite abgelehnt. Alle Gespräche werden
mit dem Thema Abfertigungskasse junktimiert: "Eine solche
Abfertigungskasse ist aber für die Betriebe in Zeiten schwerster
Kostenbelastungen und rückläufiger Nächtigungsziffern nicht zu
verkraften und daher unvorstellbar", wiederholt Kröll.

Mit Nachdruck wendet sich die Bundessektion Tourismus gegen jede
Erhöhung von Arbeitslosenbeiträgen in Saisonbranchen: "Man kann nicht
eine Branche dafür bestrafen, daß sie mit Saisonzeiten zurechtkommen
muß und ihre Mitarbeiter nicht über das ganze Jahr beschäftigen kann.
Eine einseitige Anhebung der Arbeitslosenbeiträge in Saisonbranchen
würde das bisher hochgehaltene Solidaritätsprinzip in der
Sozialversicherung über den Haufen werfen. Das hätte unabsehbare
Konsequenzen", warnt Bundessektonsobmann Kröll.
(Schluß) hp
Rückfragehinweis: Bundessektion Tourismus und Freizeitwirtschaft

Syndikus Dr. Paul Schimka
Tel. 501 05 DW 3567

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