"Forderung nach Abfertigungskasse geht an Realität vorbei"

Höhere Arbeitslosenbeiträge in Saisonbranchen unsolidarisch - Kröll: Tourismus leidet unter Kaskes Profilierungssucht

Wien (PWK) - "Es scheint, daß in Österreich nicht mehr der Sozialminister, sondern Gewerkschaftsvorsitzender Kaske die Sozialpolitik macht. Trotz der laufenden Gespräche mit dem Sozialministerium droht Kaske erneut mit höheren Beiträgen zur Arbeitslosenversicherung, was nicht nur die Arbeitgeber, sondern auch die Arbeitnehmer empfindlich treffen würde", wundert sich der Obmann der Bundessektion Tourismus und Freizeitwirtschaft, Komm. Rat Hansörg Kröll, über das Vorpreschen des Vorsitzenden der Gastgewerbe-Gewerkschaft HGPD in einem Zeitungsinterview. Statt diese Frage mit unrealistischen Forderungen nach der derzeit unfinanzierbaren Abfertigungskasse zu verbinden, sollte sich Kaske lieber gemeinsam mit den Sozialpartnern und dem Sozialminister Gedanken darüber machen, wie die fehlenden Mittel in der Arbeitslosenversicherung durch Einsparungen hereinzubringen sind. ****

Inhaltlich gibt es keinen Zusammenhang zwischen einer Anpassung der Arbeitslosenversicherung und dem Gewerkschaftswunsch nach Einführung einer Abfertigungskasse. Grund für diesen neuerlichen Vorstoß kann nur die bekannte Profilierungssucht des HGPD-Gewerkschaftlers sein, kritisiert Kröll.

Bekanntlich wird im Sozialministerium seit längerem über Fragen der Sozialversicherung sowie auch der Flexibilisierung im Arbeitsrecht beraten, wobei die Wirtschaftskammer entsprechende Vorschläge eingebracht hat. Die Verhandlungen treten allerdings auf der Stelle, da sich die Gewerkschaften hartnäckig weigern, die Konsequenzen aus den härter gewordenen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen mitzutragen. So wird selbst der Wunsch der Tourismuswirtschaft nach Aliquotierung des Urlaubsanspruches als eine der Voraussetzungen für eine Beschäftigungsverlängerung in Saisonzeiten von Arbeitnehmerseite abgelehnt. Alle Gespräche werden mit dem Thema Abfertigungskasse junktimiert: "Eine solche Abfertigungskasse ist aber für die Betriebe in Zeiten schwerster Kostenbelastungen und rückläufiger Nächtigungsziffern nicht zu verkraften und daher unvorstellbar", wiederholt Kröll.

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Syndikus Dr. Paul Schimka
Tel. 501 05 DW 3567Bundessektion Tourismus und Freizeitwirtschaft

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