Gentechnik-Debatte 2 Gentechnik: Notwendig, um eine wachsende Weltbevölkerung zu ernähren

Chancen für Technologielieferanten und Bauern

Ohne Zweifel ist es der Gentechnik-Industrie bisher nicht ausreichend gelungen, den Bedarf für gentechnisch veränderte Nutzpflanzen verständlich zu machen. Daß sich mit Gentechnik "der Hunger in der Dritten Welt beseitigen läßt", hat niemand je behauptet: Jener Teil des Problems, der durch Entwicklungsrückstände bedingt ist, läßt sich natürlich nicht durch neue Technologien lösen. Worum es geht, ist die Ernährung für eine insgesamt rasch wachsende Weltbevölkerung sicherzustellen: Zu den heutigen sechs Milliarden Menschen kommen jedes Jahr 100 Millionen dazu, das entspricht der Bevölkerung Österreich, Deutschland und der Schweiz zusammen; die Welternährungsorganisation FAO rechnet in den nächsten 20 Jahren mit einem Zuwachs von mindestens zwei Milliarden Menschen.

Zugleich gehen weltweit jedes Jahr fast 100.000 Quadratkilometer Anbauflächen verloren - mehr als die Gesamtfläche Österreichs. Eine Ursache für diesen Rückgang ist die heute schon verbreitete Überbeanspruchung der Böden. Sie gilt es zu stoppen, und gleichzeitig die Erträge auf den verbleibenden Flächen massiv zu erhöhen: eine "Quadratur des Kreises", die - wie in der Vergangeheit, als die Menschheit vor ähnlichen Problemen stand - nur durch eine grundlegende Verbesserung der Anbautechniken erreicht werden kann. Die Rückkehr zu früheren Methoden ("Bio-Landbau") würde zwar ebenfalls die Belastung der Böden verringern: diese Alternative haben aber nur fruchtbare und relativ dünn besiedelte Länder wie Österreich. Denn bei weltweiter Anwendung dieses Rezepts würden naturgemäß auch die Erträge auf das Niveau früherer Zeiten - als es noch zwei oder drei Milliarden Menschen zu ernähren galt -zurückfallen.

Kulturpflanzen, die weniger Dünger und Pflanzenschutzmittel erfordern und zugleich höhere Erträge liefern, könnten wahrscheinlich auch mit herkömmlichen Züchtungsmethoden entwickelt werden. Für einen so langwierigen Prozeß ist die verfügbare Zeit aber viel zu knapp bemessen. Die Gentechnik-Industrie steht damit vor einer enormen Herausforderung, denn die heute verfügbaren "neuen Pflanzen" der ersten Generation können die an sie gestellten Anforderungen noch nicht ausreichend erfüllen. Ihr Verkauf bringt aber einen Teil jener Milliardensummen herein, die für die weitere Entwicklung benötigt werden.

Monsanto als eines der in diesem Bereich tätigen Unternehmen ist überzeugt, das investierte Geld langfristig zurückverdienen zu können: "Hier tut sich ein enormer Markt auf, sowohl für die Technologielieferanten, als auch für die Bauern in Ländern mit Überschußproduktion, die damit den weltweit wachsenden Bedarf an Lebensmitteln decken können."
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