- 21.04.1997, 09:05:32
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Gentechnik-Debatte 2 Gentechnik: Notwendig, um eine wachsende Weltbevölkerung zu ernähren
Chancen für Technologielieferanten und Bauern
Ohne Zweifel ist es der Gentechnik-Industrie bisher nicht
ausreichend gelungen, den Bedarf für gentechnisch veränderte
Nutzpflanzen verständlich zu machen. Daß sich mit Gentechnik "der
Hunger in der Dritten Welt beseitigen läßt", hat niemand je
behauptet: Jener Teil des Problems, der durch Entwicklungsrückstände
bedingt ist, läßt sich natürlich nicht durch neue Technologien lösen.
Worum es geht, ist die Ernährung für eine insgesamt rasch wachsende
Weltbevölkerung sicherzustellen: Zu den heutigen sechs Milliarden
Menschen kommen jedes Jahr 100 Millionen dazu, das entspricht der
Bevölkerung Österreich, Deutschland und der Schweiz zusammen; die
Welternährungsorganisation FAO rechnet in den nächsten 20 Jahren mit
einem Zuwachs von mindestens zwei Milliarden Menschen.
Zugleich gehen weltweit jedes Jahr fast 100.000 Quadratkilometer
Anbauflächen verloren - mehr als die Gesamtfläche Österreichs. Eine
Ursache für diesen Rückgang ist die heute schon verbreitete
Überbeanspruchung der Böden. Sie gilt es zu stoppen, und gleichzeitig
die Erträge auf den verbleibenden Flächen massiv zu erhöhen: eine
"Quadratur des Kreises", die - wie in der Vergangeheit, als die
Menschheit vor ähnlichen Problemen stand - nur durch eine
grundlegende Verbesserung der Anbautechniken erreicht werden kann.
Die Rückkehr zu früheren Methoden ("Bio-Landbau") würde zwar
ebenfalls die Belastung der Böden verringern: diese Alternative haben
aber nur fruchtbare und relativ dünn besiedelte Länder wie
Österreich. Denn bei weltweiter Anwendung dieses Rezepts würden
naturgemäß auch die Erträge auf das Niveau früherer Zeiten - als es
noch zwei oder drei Milliarden Menschen zu ernähren galt -
zurückfallen.
Kulturpflanzen, die weniger Dünger und Pflanzenschutzmittel
erfordern und zugleich höhere Erträge liefern, könnten wahrscheinlich
auch mit herkömmlichen Züchtungsmethoden entwickelt werden. Für einen
so langwierigen Prozeß ist die verfügbare Zeit aber viel zu knapp
bemessen. Die Gentechnik-Industrie steht damit vor einer enormen
Herausforderung, denn die heute verfügbaren "neuen Pflanzen" der
ersten Generation können die an sie gestellten Anforderungen noch
nicht ausreichend erfüllen. Ihr Verkauf bringt aber einen Teil jener
Milliardensummen herein, die für die weitere Entwicklung benötigt
werden.
Monsanto als eines der in diesem Bereich tätigen Unternehmen ist
überzeugt, das investierte Geld langfristig zurückverdienen zu
können: "Hier tut sich ein enormer Markt auf, sowohl für die
Technologielieferanten, als auch für die Bauern in Ländern mit
Überschußproduktion, die damit den weltweit wachsenden Bedarf an
Lebensmitteln decken können."
(Schluß)
Rückfragehinweis: Information Sojabohne
Dr. Paul M. Sills
Tel.: 505 26 25
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