Gewerbeverein: Klima"s Offensiven müssen Jungunternehmer und Deregulierung berücksichtigen

Wien (OTS) - Daß Bundeskanzler Klima die wesentlichen Strukturdefizite Österreichs im Export und der Technologie ortete, war sicher nicht neu, aber wirtschaftspolitisch sinnvoll. Daß die Chefs der Industrie-Konzerne zu seinen Chefberatern in diesen Feldern ernannt wurden, war bestimmt ein Fehlgriff. Ein Fehlgriff, ebenso wie den Präsidenten des Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung, den Grundlagenforscher Prof. Arnold Schmidt - Bruder des nachmalig so unglücklich agierenden Landwirtschaftsminister Erich Schmidt - zum Technologieberater zu ernennen.

Der Kardinalfehler des Klima-Ansatzes ist aber, daß er die Dramatik des heute vordringlichsten Themas - die Arbeitsplätze -nahezu negiert. Arbeitsplätze werden weltweit nicht von Konzernen und der Industrie geschaffen - diese bauen im Sinne des Shareholder-Value-Prinzips massiv Jobs ab.

Neue Arbeitsplätze werden heute per saldo von jungen Unternehmen geschaffen. Dort liegt in Österreich, mit der niedrigsten Selbständigen-Quote Europas das größte Manko. Für Neugründer gibt es keine Vordenker im Umfeld des Kanzlers, sie finden kein Kapital zur Umsetzung neuer Ideen. Schließlich und davon konnte man sich letzten Mittwoch im Österreichischen Gewerbeverein anläßlich eines Vortrages von Univ. Prof. Franz Schrank überzeugen, ist schon jeder agierende Unternehmer von der lähmenden gesetzlichen Überregulierung erschreckt. Wie muß es dann erst einem potentiellen Jungunternehmer ergehen, der den Gesetzesdschungel vor sich sieht, neben all den Problemen, mit denen er in der Gründungsphase seines Unternehmens konfrontiert ist.

Dem Herrn Bundeskanzler kann man nur raten, zwei wesentliche Consultants in sein Umfeld aufzunehmen.

+ einen der ein stimulierendes Unternehmensgründungsprogramm entwirft und durchzieht und

+ einen weiteren, der Ansätze anbietet, wie der Gesetzesdschungel gelichtet werden kann.

Der Präsident des Österreichischen Gewerbevereins - Prof. Friedl Bakalowits - stellt dazu fest, daß man mit Grundlagenforschern und Industrievertretern sicher nicht das - derzeit zwar saisonal etwas entschärfte - Arbeitsmarktproblem lösen kann.

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