- 04.04.1997, 10:57:34
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Gewerbeverein: Klima"s Offensiven müssen Jungunternehmer und Deregulierung berücksichtigen
Wien (OTS) - Daß Bundeskanzler Klima die wesentlichen
Strukturdefizite Österreichs im Export und der Technologie ortete,
war sicher nicht neu, aber wirtschaftspolitisch sinnvoll. Daß die
Chefs der Industrie-Konzerne zu seinen Chefberatern in diesen Feldern
ernannt wurden, war bestimmt ein Fehlgriff. Ein Fehlgriff, ebenso wie
den Präsidenten des Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen
Forschung, den Grundlagenforscher Prof. Arnold Schmidt - Bruder des
nachmalig so unglücklich agierenden Landwirtschaftsminister Erich
Schmidt - zum Technologieberater zu ernennen.
Der Kardinalfehler des Klima-Ansatzes ist aber, daß er die
Dramatik des heute vordringlichsten Themas - die Arbeitsplätze -
nahezu negiert. Arbeitsplätze werden weltweit nicht von Konzernen und
der Industrie geschaffen - diese bauen im Sinne des
Shareholder-Value-Prinzips massiv Jobs ab.
Neue Arbeitsplätze werden heute per saldo von jungen Unternehmen
geschaffen. Dort liegt in Österreich, mit der niedrigsten
Selbständigen-Quote Europas das größte Manko. Für Neugründer gibt es
keine Vordenker im Umfeld des Kanzlers, sie finden kein Kapital zur
Umsetzung neuer Ideen. Schließlich und davon konnte man sich letzten
Mittwoch im Österreichischen Gewerbeverein anläßlich eines Vortrages
von Univ. Prof. Franz Schrank überzeugen, ist schon jeder agierende
Unternehmer von der lähmenden gesetzlichen Überregulierung
erschreckt. Wie muß es dann erst einem potentiellen Jungunternehmer
ergehen, der den Gesetzesdschungel vor sich sieht, neben all den
Problemen, mit denen er in der Gründungsphase seines Unternehmens
konfrontiert ist.
Dem Herrn Bundeskanzler kann man nur raten, zwei wesentliche
Consultants in sein Umfeld aufzunehmen.
+ einen der ein stimulierendes Unternehmensgründungsprogramm
entwirft und durchzieht und
+ einen weiteren, der Ansätze anbietet, wie der Gesetzesdschungel
gelichtet werden kann.
Der Präsident des Österreichischen Gewerbevereins - Prof. Friedl
Bakalowits - stellt dazu fest, daß man mit Grundlagenforschern und
Industrievertretern sicher nicht das - derzeit zwar saisonal etwas
entschärfte - Arbeitsmarktproblem lösen kann.
Rückfragehinweis: Österreichischer Gewerbeverein
Tel.: 587 36 33
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