Neues Insolvenzrecht: Lieferanten bleiben auf der Strecke

Keine Sicherheiten für Lieferungen nach Eröffnung eines Reorganisationsverfahrens

Wien (OTS) - Noch vor der Sommerpause soll das novellierte Insolvenzrecht im Parlament beschlossen werden. Doch das Reformpaket hat starke Schwachstellen, da auf wesentliche Kritikpunkte am geplanten Unternehmensorganisationsverfahren (URG) nicht eingegangen wurde.

Die Prisma Kreditverischerungs-AG kritisierte am gerichtlich begleiteten Sanierungsverfahren vor allem den mangelnden Schutz der Gläubiger. Während die Banken in die Reorganisation einbezogen sind und Kredite als anfechtungsfest gelten, erbring der Lieferant ahnungslos seine Leistungen. Mißlingt das Reorganisationsverfahren, muß der Gläubiger bei einem Konkurs des Ausfall schlucken. "Wir fordern, daß auch den Lieferanten nach der Eröffnung eines Reorganisationsverfahren gleichwertige Sicherheiten wie den Banken geboten werden. Dies kann - wenn das Verfahren unbedingt geheim blieben soll - zum Beispiel in Form eines zweckgebundenen Fonds erfolgen", sagt Prisma-Pressesprecher Helmut Altenburger.

Prisma hat das Justizministerium mehrmals - allerdings ohne Erfolg - auf diese Schwachstelle des URG hingewiesen. Obwohl österreichweit ein Fünftel der Forderungen durch Kreditversicherung gedeckt sind, wurden diese wichtigen Gläubiger-Vertreter bei der Erarbeitung des Reformpaketes bisher nicht einbezogen.

Die Prisma Kreditversicherungs-AG erwirtschaftete 1996 Prämieneinnahmen von über 300 Mio. ATS. Die Schadensquote konnte wie im Vorjahr unter 60 Prozent gehalten werden.

Rückfragen & Kontakt:

Dr. Helmut Altenburger
Pressesprecher der Prisma Kreditversicherungs-AG
Tel.: 379 00-300

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF/OTS