Richtige Ernährung lernen - schon in frühester Jugend

Soziales Umfeld beeinflußt Ernährungsverhalten von Kindern

Wien (OTS) - "Kind, iß dein Gemüse!" - "Mama, ich mag aber lieber noch eine Portion Pommes Frites." Gespräche dieser Art hat wohl jede Mutter irgendwann einmal schon mit ihrem Kind geführt. Und sicher hat jede Mutter auch schon einmal resigniert nachgegeben und wider besseres Wissen Pommes Frites auf den Tisch gebracht. Kinder mögen kein Gemüse, das ist eine unumstößliche Tatsache. Oder doch nicht?

Eine kürzlich in Deutschland durchgeführte Studie über Lieblingsspeisen von Kindergartenkindern und über die Einflüsse auf ihre Ernähungsvorlieben hat ergeben, daß das soziale Umfeld wesentlich für die Entwicklung dieser Vorlieben verantwortlich ist.

Kinder lieben stärkehaltige Beilagen am meisten. Kartoffeln in jeder Form, Nudeln, Nockerln und Reis essen sie am liebsten. An zweiter Stelle auf der Beliebtheitsskala rangieren die Hautpspeisen, hier wurde die Pizza am häufigsten genannt, gefolgt von Currywurst und Hühnerkeulen. Weniger als die Hälfte der Kinder ißt gerne Gemüse. Wenn überhaupt, dann Cremespinat, Karotten oder Erbsen.

Kinder bevorzugen also Speisen, die sie gut kennen und die einfach gegessen werden können, am liebsten mit der Hand oder dem Löffel. Doch diese Lieblingsspeisen sind nicht "von Natur" aus vorgegeben. Das Ernährungsverhalten wird geprägt, am stärksten von der Mutter und der Bezugsperson, z.B. der Kindergartentante. Vorbilder sind also wichtig, Eltern sollten sich bemühen, nicht das berühmte Wasser zu predigen und selbst Wein zu trinken, sondern selbst eine gesunde Ernährung vorleben. Mit dem Kindergarten sollten diese Präferenzen abgestimmt werden, damit sich die Gemeinschaftsverpflegung nicht kontraproduktiv auf das erwünschte Ernährungsverhalten auswirkt.

Auffallend waren in dieser Studie auch die Unterschiede, die sich in verschieden sozialen Schichten ergeben haben. Kinder, die aus einem finanziell besser gestelltem Haus kamen, gaben öfter an, gerne Gemüse zu essen als beispielsweise Kinder aus Arbeiterfamilien. In Haushalten mit geringerem Einkommen werden öfter Kartoffeln oder Nudeln auf den Tisch gebracht. Das liegt daran, daß es wesentlich billiger ist, Kinder mit stärkehältigen Nahrungsmitteln satt zu bekommen als mit Gemüse.

Wichtig für die gesunde Ernährung eines Kindes ist also das richtige Verhalten seiner Umwelt. Kinder ahmen gerne nach - positives Verhalten ebenso wie negatives. Deshalb ist eine gesunde Ernährung der Bezugspersonen der erste Schritt. Außerdem essen Kinder am liebsten Dinge, die sie gut kennen. Also häufig Gemüse, Obst und Salat auf den Tisch bringen, damit dem Kind diese Dinge nicht exotisch erscheinen.

Wichtig ist es auch, Toleranz anderen Kulturen gegenüber zu vermitteln. Kindergärten, in denen ein hoher Anteil nicht österreichischer Kinder betreut wird, können zu interkulturellem Lernen genutzt werden. Essen aus anderen Ländern wird vertraut, Kinder lernen, daß für sie bisher fremdartige Speisen ebenfalls gut schmecken. Vor allem die mediterrane Küche ist sehr gesund und kann im Kindergarten spielerisch nahegebracht werden.

Tips zum Thema gibt die Broschüre "Richtig Essen und Trinken vom Anfang an", die von interessierten Verbrauchern, gegen Einsendung von öS 15,-- in Briefmarken, beim Forum Ernährung Heute, Postfach 50, 1037 Wien, - angefordert werden kann.

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Tel.: 712 33 44

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