- 28.03.1997, 09:28:19
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- OTS0029
AK-Benzinpreis-Erhebung: Wettbewerb zwischen Mineralölfirmen greift zu langsam Preisniveau weiter zu hoch=
Wien (AK) - Trotz Freigabe der Benzinpreise seit März '96
zeigt sich ein ziemlich einheitliches Preisniveau bei den
Treibstoffpreisen. Der Wettbewerb stellt sich erst langsam und
nur regional ein. Die Benzinpreise stiegen innerhalb eines
Jahres um 6,1 Prozent. Das zeigt eine bundesweite AK-Analyse der
Treibstoffpreise. Beobachtungszeitraum war ein Jahr. Den
Konsumenten rät die AK, weiterhin die Preise zu vergleichen. ****
Die Durchschnittspreise bei Super plus, Eurosuper, Normal und
Diesel sind innerhalb eines Jahres um 6,1 bis 9,2 Prozent
gestiegen. Das zeigt die Treibstoffpreis-Analyse der AK von
1.501 Tankstellen in ganz Österreich. Durchgeführt wurden die
Preiserhebungen im Juni 1996, September 1996 sowie Jänner 1997
um die Auswirkungen der im März 1996 erfolgten Aussetzung des
Schüssel-Übereinkommens zu überprüfen.
Signifikant war das Hinaufschnellen der Produktpreise zwischen
Jänner und Juni '96. Zwischen Juni und September '96 stiegen die
Preise der Vergaserkraftstoffe - Normalbenzin, Eurosuper, Super
plus - nur leicht an, seither blieben sie auf diesem Niveau.
Diesel wurde zwischen September '96 und Jänner '97 weiterhin
teurer, worin sich möglicherweise der verstärkte Trend zum
Dieselauto niederschlägt.
Durchschnittspreise Jänner/96 - Jänner/97
Normalbenzin + 6,1 % oder 66 Groschen/Liter
Super plus+ 7,7 % oder 89 g/l
Eurosuper+ 6,4 % oder 71 g/l
Diesel+ 9,2 % oder 82 g/l
Multis verlangen Einheitspreise
Die AK-Untersuchung ergibt, daß rund 52 Prozent der
österreichischen Tankstellen für Normalbenzin denselben Preis
(11,60 Schilling) verlangen. Die Preiskonzentration bei den
Tankstellen nahm in der zweiten Jahreshälte 1996 stark zu, sank
jedoch bis Jänner 1997 wieder auf das Niveau von Jänner '96 ab.
Bei Diesel, dessen Preiskonzentration schon über einen längeren
Zeitrau hinweg unter jener der Vergaserkraftstoffe lag, konnte
im Jänner ein leichter Anstieg festgestellt werden.
Eine Analyse nach Firmen zeigt, daß der Trend zum Einheitspreis
bei AGIP, Aral, Stroh und OMV am stärksten ausgeprägt ist. Die
Super plus Preise sind bei 82,3 Prozent, die Normalbenzinpreise
bei 74 Prozent der AGIP-Tankstellen ident. Auffällig ist die
hohe Preiskonzentration bei den als Diskontmarke der OMV
geführten Strohtankstellen. Rund zwei Drittel der Tankstellen
dieser Kette verlangen für Normalbenzin und Super plus
bundesweit einen gleichen Preis.
Bezirksmäßige Preistrichteranalyse: Reger Wettbewerb in der
Steiermark
Das Beispiel Steiermark mit den niedrigen Preisen zeigt einen
funktionierenden Wettbewerb bei allen Treibstoffsorten.
In einem Nord-Süd-Gürtel wird eine Niedrigst-Preispolitik
verfolgt. Damit wird der Trend bestätigt, der bereits in den
Jahren 1995 und 1996 aus dem Datenmaterial hervorging. Bei den
Vergaserkraftstoffen finden sich ansonsten die Preise zwischen
dem Mittelwert und einem erhöhten Preisniveau bis zu 15 g/l über
dem Mittelwert liegend.
Auffällig ist das unflexible Preisverhalten der
Grenzregion-Tankstellen zu Tschechien und der Slowakei als auch
zu Slowenien.
Diesel sticht mit seiner Preisstruktur heraus, Ausnahme bildet
auch hier die Steiermark. Einerseits kann man die geringste
Konzentration der Preise beobachten - lediglich knapp über 40
Prozent der Tankstellen verlangen denselben Preis. Anderseits
ist in fast allen Regionen Österreichs das Preisniveau sehr hoch
gehalten - von 10,03 S/l bis 9,87 S/l, der Mittelwert leibt bei
9,71 S/l.
Österreich hat die höchsten Nettopreise
Im EU-Vergleich hat Österreich bei Eurosuper und Diesel die
höchsten Nettopreise (vor Steuern und Abgaben). Bei der Frage
nach der weiteren Vorgangsweise dürfen die inländischen
Vertriebsstrukturen nicht außer acht gelassen werden, da der OMV
aufgrund der Adria-Wien-Pipeline-Verträge eine
marktbeherrschende Stellung zukommt: Von den Produkten wird
nämlich ein Drittel importiert und der Rest von der OMV
raffiniert. Darauf ist wahrscheinlich auch die Vereinheitlichung
der Preise, wenn nicht sogar auch das höherere Nettopreisniveau
in Österreich zurückzuführen.
Rückfrage: AK Wien Presse, Doris Strecker, 50165/2677
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