Keine Gewalt am Karpfenteich - WWF weist Forderung nach Fischotterabschüssen entschieden zurück!

Wien (OTS) - Nach dem Kormoran soll demnächst auf Wunsch der oberösterreichischen Fischer auch der Fischotter auf die Abschußliste. Der Fischotter ist ein stark gefährdetes Tier und in Oberösterreich bis auf die Population im Mühlviertel bereits ausgerottet. Geregelt ist der Schutz bisher nur durch Schonung im Jagdgesetz. Damit nicht nur Fischer und Jäger über den Erhalt der Art entscheiden, fordert der World Wide Fund For Nature (WWF) aus diesem Anlaß eine sofortige Aufnahme des Otters in das Naturschutzgesetz. Der WWF setzt sich für eine gewaltfreie Problemlösung im Konflikt Fischer-Fischfresser ein.

Mühlviertler Fischer aus dem Bezirk Freistadt haben bei der Bezirkshauptmannschaft einen Abschußantrag für Fischotter eingebracht - und das, obwohl in der Stellungnahme des Landesfischereirates unter Hofrat Karl Wögerbauer der Fischotter angeblich kein neues Feindbild der Fischer ist. Wenn es im Mühlviertel zu Abschüssen kommen sollte, verlieren die Fischer endgültig ihre Glaubwürdigkeit, Artenschutzfragen an unseren Gewässern ernst zu nehmen.

Mag. Micheala Bodner, Fischotterexpertin des WWF, stellt fest:
"Der Fischotter ist laut Flora Fauna Habitatrichtlinie der EU, die auch für Österreich rechtsverbindliche Grundlage ist, streng geschützt. In Oberösterreich kommt er derzeit nur im Mühlviertel vor, im übrigen Bundesland gilt er noch immer als ausgerottet. Der Otter ist bisher nur im Jagdgesetz geregelt und dort ganzjährig geschont. Der WWF fordert daher eine sofortige Aufnahme dieser gefährdeten Art ins Naturschutzgesetz. Fischer und Jäger sollen nicht allein über Fischotterabschüsse entscheiden!"

Der WWF befürchtet, daß die oberösterreichischen Fischer demnächst auch Jagd auf Gänsesäger, Eisvogel, Haubentaucher und jegliche sonstige Fischfresser machen wollen. Jetzt steht innerhalb der oberösterreichischen Fischer die Entscheidung an: Setzt sich eine uneinsichtig agierende Gruppe, die Zwangsabschüsse geschützter Arten mit Problemlösung verwechselt, oder aber die vernünftigen Ansichten zum Fischotterproblem innerhalb des Landesfischereiverbandes durch?

Der WWF hat im Rahmen eines mehrjährigen Projektes schadensvorbeugende Maßnahmen entwickelt und getestet: Bei Fischverlusten an Teichen mit hohem Besatz haben sich in Niederösterreich Elektrozäune bewährt. Sie bieten einen sicheren Schutz vor Fischverlusten. Als weitere Maßnahmen sind denkbar: Eine Verlegung des Wasserzuflusses unter die Wasserlinie, wodurch das Zufrieren des Teiches im Winter erleichtert und dem Otter das Eindringen in den Teich erschwert wird, sowie die Einrichtung von Ablenkteichen.

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Mag. Katharina Seifert,
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