- 25.03.1997, 10:21:24
- /
- OTS0054
Energiereform per Konkursrichter? Ohne weitreichende Reformen droht Übernahme heimischer Energieversorger durch europäische Atomstromgiganten - Neue Broschüre von WWF und Ökologie-Institut=
Wien (OTS) - Der World Wide Fund for Nature (WWF) und das
Österreichische ÖKOLOGIE-INSTITUT präsentierten heute ihre Vorschläge
für eine nach ökologischen und ökonomischen Kriterien optimierte
Struktur der Elektrizitätswirtschaft. WWF Österreich und
Ökologie-Institut verlangen, die neue Richtlinie für umfassende
Reformen zu nutzen.
Das Ökologie-Institut warnt vor einer Minimalumsetzung der
EU-Richtlinie, wie sie Wirtschaftsminister Dr. Hannes FARNLEITNER auf
Druck der Länderinteressen unlängst präsentierte. "Bei Umsetzung
dieser Vorstellungen wird die Schaffung einer tiefgreifend
neustrukturierten E-Wirtschaft dem Konkursrichter oder den
kapitalkräftigen internationalen Energieunternehmen überantwortet",
meinte Helmut HABERL vom Ökologie-Institut. Dabei gehe der
Handlungsspielraum für eine eigenständige Energiepolitik in
Österreich verloren.
Es müsse sichergestellt werden, so HABERL, daß die enormen
Umstrukturierungsgewinne, die auf bis zu 20 Milliarden Schilling pro
Jahr geschätzt werden, auch dem Stromkunden zugute kommen. "Mit einem
Kniefall vor den kurzfristigen Interessen der Bundesländer, die den
Status quo beibehalten wollen, würde dem Wirtschaftsstandort
Österreich schwerer Schaden zugefügt."
"Die neue Struktur der E-Wirtschaft darf nicht auf Kosten der
Umwelt gehen. Es ist unakzeptabel, daß der unlängst vom
Wirtschaftsminister präsentierte Vorschlag in keinster Weise auf den
Natur- und Umweltschutz Rücksicht nimmt", kritisierte Stefan MOIDL
vom WWF. Der WWF Österreich verlangt die Einrichtung einer
unabhängigen Energiekoordienierungsbehörde, wie es sie etwa im
liberalisierten Telekommunikationsbereich geben wird.
Das Österreichische Ökologie-Institut hat im Auftrag des WWF die
Broschüre "ENERGIE WENDEZEIT - Die Energiereform in Österreich"
erstellt. Darin sind detaillierte Vorschläge für eine neue
Organisation der österreichischen Elektrizitätswirtschaft enthalten:
Eine Gesellschaft zur Förderung von Energiesparmaßnahmen,
Besserstellung von Alternativenergien wie Biomasse, Wind- oder
Solarenergie sowie eine differenzierte Energiesteuer für Strom aus
Wasserkraft, kalorischen oder Atomkraftwerken. Damit könne laut
Naturschützern und Wissenschaftern verhindert werden, daß die
heimische, bereits ausgebaute Wasserkraft im Zuge der
EU-Liberalisierung durch massive Atomstromimporte verdrängt wird.
Die Broschüre ist zum Preis von 50,- Schilling (für Medien
kostenlos) bei uns erhältlich.
Rückfragehinweis: Mag. Klaus Werner,
Ökologie-Institut,
Tel: 523 61 05 - 14 od. 0664/253 77 55
Mag. Katharina Seifert,
WWF Österreich, Tel.:489 16 41 - 31
ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | WWF/OTS






