Energiereform per Konkursrichter? Ohne weitreichende Reformen droht Übernahme heimischer Energieversorger durch europäische Atomstromgiganten - Neue Broschüre von WWF und Ökologie-Institut

Wien (OTS) - Der World Wide Fund for Nature (WWF) und das Österreichische ÖKOLOGIE-INSTITUT präsentierten heute ihre Vorschläge für eine nach ökologischen und ökonomischen Kriterien optimierte Struktur der Elektrizitätswirtschaft. WWF Österreich und Ökologie-Institut verlangen, die neue Richtlinie für umfassende Reformen zu nutzen.

Das Ökologie-Institut warnt vor einer Minimalumsetzung der EU-Richtlinie, wie sie Wirtschaftsminister Dr. Hannes FARNLEITNER auf Druck der Länderinteressen unlängst präsentierte. "Bei Umsetzung dieser Vorstellungen wird die Schaffung einer tiefgreifend neustrukturierten E-Wirtschaft dem Konkursrichter oder den kapitalkräftigen internationalen Energieunternehmen überantwortet", meinte Helmut HABERL vom Ökologie-Institut. Dabei gehe der Handlungsspielraum für eine eigenständige Energiepolitik in Österreich verloren.

Es müsse sichergestellt werden, so HABERL, daß die enormen Umstrukturierungsgewinne, die auf bis zu 20 Milliarden Schilling pro Jahr geschätzt werden, auch dem Stromkunden zugute kommen. "Mit einem Kniefall vor den kurzfristigen Interessen der Bundesländer, die den Status quo beibehalten wollen, würde dem Wirtschaftsstandort Österreich schwerer Schaden zugefügt."

"Die neue Struktur der E-Wirtschaft darf nicht auf Kosten der Umwelt gehen. Es ist unakzeptabel, daß der unlängst vom Wirtschaftsminister präsentierte Vorschlag in keinster Weise auf den Natur- und Umweltschutz Rücksicht nimmt", kritisierte Stefan MOIDL vom WWF. Der WWF Österreich verlangt die Einrichtung einer unabhängigen Energiekoordienierungsbehörde, wie es sie etwa im liberalisierten Telekommunikationsbereich geben wird.

Das Österreichische Ökologie-Institut hat im Auftrag des WWF die Broschüre "ENERGIE WENDEZEIT - Die Energiereform in Österreich" erstellt. Darin sind detaillierte Vorschläge für eine neue Organisation der österreichischen Elektrizitätswirtschaft enthalten:
Eine Gesellschaft zur Förderung von Energiesparmaßnahmen, Besserstellung von Alternativenergien wie Biomasse, Wind- oder Solarenergie sowie eine differenzierte Energiesteuer für Strom aus Wasserkraft, kalorischen oder Atomkraftwerken. Damit könne laut Naturschützern und Wissenschaftern verhindert werden, daß die heimische, bereits ausgebaute Wasserkraft im Zuge der EU-Liberalisierung durch massive Atomstromimporte verdrängt wird.

Die Broschüre ist zum Preis von 50,- Schilling (für Medien kostenlos) bei uns erhältlich.

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Klaus Werner,
Ökologie-Institut,
Tel: 523 61 05 - 14 od. 0664/253 77 55
Mag. Katharina Seifert,
WWF Österreich, Tel.:489 16 41 - 31

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