"Gentechnik und wir - Ohne uns?!"

Wien (OTS) - Heute vormittag stellte das Forum Österreichischer Wissenschaftler für Umweltschutz in einer Pressekonferenz seine eben erschienene Publikation "Gentechnik und wir - Ohne uns?!" den Medien vor. Mit einem klaren "Ohne uns"! haben die Autoren der Publikation -Univ. Doz. Peter Weish, Dr. Michael Eckerstorfer und Mag. Sabine Greßler - in einer umfassenden Darstellung aller Konfliktebenen und Problembereiche die Frage der Anwendung von Gentechnik in der Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion für sich entschieden:
Ausgehend vom derzeitigen völlig unzureichenden Wissenstand in bezug auf ökosystemare Zusammenhänge, mögliche gesundheitliche Beeinträchtigungen und nachteilige ökonomische und soziale Auswirkungen ist die Anwendung der Gentechnik in der Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion - so wie sie derzeit betrieben wird, abzulehnen. Ungeklärte und unzureichende Haftungsregelungen in Anbetracht der derzeitigen Gesetzeslage liefern dem "Ohne uns"! ein weiteres kaum zu widerlegendes Argument. Kritisch zum Thema Gentechnik allgemein äußerten sich auch zwei prominente Mitglieder des Forums Österreichischer Wissenschaftler für Umweltschutz:
Univ.Prof.Dr. Bernd Lötsch, Ökologe: "Es ist verkehrt, die Natur für die Agroindustrie verändern zu wollen - die Agroindustrie muß natürlicher werden! Mit der Gentechnik greift der Mensch in die Fundamente des Lebens - in die DNA ein. Die Gefahr liegt im Nichtwissen um die Langzeitfolgen für Ökosystem und Mensch. Gerade in unserer Nahrungsproduktion ist Gentechnik nicht 'notwendig' - weil sie hier keine 'Not wendet'. Dem Konsumenten bringt sie nur neue Risken." Univ.Prof. Dr. Rupert Riedl, Evolutionsbiologe: "Es ist vorauszusehen, daß wir der moralischen Problematik nicht gewachsen sein werden. Wenn mittels Gentechnik durch Erbkrankheiten verursachtes menschliches Leid vermieden werden kann, wird man es tun und befindet sich damit schon mitten im menschlichen Genom und der Selektion erwünschter Eigenschaften. Es ist für mich eine Schreckensvision, daß eines Tages staatliche Kommissionen darüber entscheiden werden, was am Menschen gesund oder krank, gut oder schlecht, erwünscht oder gesellschaftlich unerwünscht ist. Ich unterstütze auch das Gentechnik-Volksbegehren, weil der Eingriff in den Zellkern zumindest ebenso große Probleme bescheren wird wie der Eingriff in den Atomkern."

Heute abend, Beginn 18 Uhr, Presseclub Concordia, werden unter der Initiative und Moderation des Forums Österreichischer Wissenschaftler für Umweltschutz namhafte Experten zum Thema "Rechtliche und wirtschaftliche Aspekte bei der Anwendung von Gentechnik in der Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion" diskutieren.

Rückfragen & Kontakt:

Generalsekretariat Forum,
Tel. 522 83 75 Veronika Krainz,
Pressereferentin Mag. Sabine Greßler,
Mitautorin der Publikation
Black*Box
modem: +43 1 407 31 32 internet:blackbox.at port:510
http://www.blackbox.at/

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | OEK/OTS