• 24.03.1997, 13:07:06
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  • OTS0104

"Gentechnik und wir - Ohne uns?!"

Wien (OTS) - Heute vormittag stellte das Forum Österreichischer
Wissenschaftler für Umweltschutz in einer Pressekonferenz seine eben
erschienene Publikation "Gentechnik und wir - Ohne uns?!" den Medien
vor. Mit einem klaren "Ohne uns"! haben die Autoren der Publikation -
Univ. Doz. Peter Weish, Dr. Michael Eckerstorfer und Mag. Sabine
Greßler - in einer umfassenden Darstellung aller Konfliktebenen und
Problembereiche die Frage der Anwendung von Gentechnik in der
Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion für sich entschieden:
Ausgehend vom derzeitigen völlig unzureichenden Wissenstand in bezug
auf ökosystemare Zusammenhänge, mögliche gesundheitliche
Beeinträchtigungen und nachteilige ökonomische und soziale
Auswirkungen ist die Anwendung der Gentechnik in der Landwirtschaft
und Lebensmittelproduktion - so wie sie derzeit betrieben wird,
abzulehnen. Ungeklärte und unzureichende Haftungsregelungen in
Anbetracht der derzeitigen Gesetzeslage liefern dem "Ohne uns"! ein
weiteres kaum zu widerlegendes Argument. Kritisch zum Thema
Gentechnik allgemein äußerten sich auch zwei prominente Mitglieder
des Forums Österreichischer Wissenschaftler für Umweltschutz:
Univ.Prof.Dr. Bernd Lötsch, Ökologe: "Es ist verkehrt, die Natur für
die Agroindustrie verändern zu wollen - die Agroindustrie muß
natürlicher werden! Mit der Gentechnik greift der Mensch in die
Fundamente des Lebens - in die DNA ein. Die Gefahr liegt im
Nichtwissen um die Langzeitfolgen für Ökosystem und Mensch. Gerade in
unserer Nahrungsproduktion ist Gentechnik nicht 'notwendig' - weil
sie hier keine 'Not wendet'. Dem Konsumenten bringt sie nur neue
Risken." Univ.Prof. Dr. Rupert Riedl, Evolutionsbiologe: "Es ist
vorauszusehen, daß wir der moralischen Problematik nicht gewachsen
sein werden. Wenn mittels Gentechnik durch Erbkrankheiten
verursachtes menschliches Leid vermieden werden kann, wird man es tun
und befindet sich damit schon mitten im menschlichen Genom und der
Selektion erwünschter Eigenschaften. Es ist für mich eine
Schreckensvision, daß eines Tages staatliche Kommissionen darüber
entscheiden werden, was am Menschen gesund oder krank, gut oder
schlecht, erwünscht oder gesellschaftlich unerwünscht ist. Ich
unterstütze auch das Gentechnik-Volksbegehren, weil der Eingriff in
den Zellkern zumindest ebenso große Probleme bescheren wird wie der
Eingriff in den Atomkern."

Heute abend, Beginn 18 Uhr, Presseclub Concordia, werden unter der
Initiative und Moderation des Forums Österreichischer Wissenschaftler
für Umweltschutz namhafte Experten zum Thema "Rechtliche und
wirtschaftliche Aspekte bei der Anwendung von Gentechnik in der
Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion" diskutieren.

Rückfragehinweis: Generalsekretariat Forum,
Tel. 522 83 75 Veronika Krainz,
Pressereferentin Mag. Sabine Greßler,
Mitautorin der Publikation
Black*Box
modem: +43 1 407 31 32 internet:blackbox.at port:510
http://www.blackbox.at/

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