- 18.03.1997, 14:56:53
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Liberalisierung der E-Wirtschaft
Price Waterhouse-Umfrage zeigt, daß die österreichischen Stromgroßverbraucher eine Einschränkung des Wettbewerbs durch die Einführung des Single-Buyer-Modells befürchten.
Wien (OTS) - Ende 1996 wurde die EU-Direktive zur Einführung von
Wettbewerb im europäischen US$ 175 Mrd. Strommarkt beschlossen. Im
Juli 1996 führte Price Waterhouse eine erste Umfrage unter 400
Top-Führungskräften bei den größten Stromversorgungsunternehmen in
elf Ländern der EU, darunter auch in Österreich, durch. Eine zweite,
im Jänner 1997 von Price Waterhouse durchgeführte Umfrage erfaßt über
300 der größten Stromverbraucher in Österreich, Dänemark, Frankreich,
Deutschland, Italien, Niederlande und Spanien.
41% der siebzehn befragten Stromverbraucher in Österreich sind der
Meinung, daß die neue EU-Direktive im Hinblick auf die Schaffung von
Wettbewerb im Strommarkt nicht weit genug geht - eine Meinung, die
von keinem der österreichischen Stromversorgungsunternehmen geteilt
wird.
Folgerichtig erwarten auch nur 29% der befragten österreichischen
Stromverbraucher starken Wettbewerb durch das Inkrafttreten der
EU-Direktive. Die österreichischen Stromverversorgungsunternehmen
befürchten dagegen zu 83% starken Wettbewerb - eine Befürchtung, die
deren europäische Mitbewerber nur halb so oft geäußert haben.
In Österreich werden die heimischen Stromversorgungsunternehmen
von beiden Seiten als die primären, künftigen Konkurrenten
betrachtet. Ausländische Stromversorgungsunternehmen und unabhängige
Stromerzeuger folgen mit einigem Abstand.
83% der österreichischen Stromversorgungsunternehmen erwarten, daß
das Single-Buyer-Modell, welches vom französischen Strommonopolisten
Électricité de France zur Verhinderung des freien Zugangs zu seinen
Stromnetzen (Third Party Access) erfunden wurde, auch in Österreich
eingeführt wird. Auch 53% der österreichischen Stromgroßverbraucher
befürchten, daß der österreichische Gesetzgeber dem Vorschlag der
Stromversorgungsunternehmen folgen wird. Denn 65% der
österreichischen Verbraucher sind auch der Meinung, daß das
Single-Buyer-Modell den Wettbewerb beschränken wird.
Anbieter und Nachfrager von Strom sind sich überall einig, daß die
EU-Direktive zu einem Sinken der Strompreise für Großabnehmer führen
wird und daß die jeweiligen Strompreise ausschlaggebend für die Wahl
des Lieferanten sein werden. Zusammen mit ihren Kollegen aus Holland
und Italien werden sich die österreichischen Stromgroßverbraucher
ihren Stromlieferanten in zweiter Linie aber auch unter dem
Gesichtspunkt der Versorgungssicherheit auswählen.
Wie gut sind die Stromversorgungsunternehmen auf die
Liberalisierung vorbereitet?
Die Stromversorgungsunternehmen glauben von sich selbst, daß 50%
gut und nur 17% schlecht vorbereitet sind. Die Stromgroßverbraucher
dagegen glauben, daß nur 18% der Stromversorgungsunternehmen gut,
hingegen 41% schlecht auf den Wettbewerb vorbereitet sind. Erst 1999,
mit dem Inkrafttreten der EU-Direktive wird sich zeigen, wessen
Einschätzung die richtige war.
Rückfragehinweis: Price Waterhouse AG
Thomas Goldmann
Tel.: 501 88-450
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