- 18.03.1997, 11:09:15
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- OTS0068
Wirtschaft startet mit Initiativen für Lehrlingspaket
Lehrlingsstatistik bestätigt Warnungen der Wirtschaft
Wien (PWK) - "Die Warnungen der Wirtschaft vor einem Einbruch bei
den Lehrlingszahlen und ihre damit verbundenen politischen
Forderungen nach einer dringend notwendigen Änderung der
Rahmenbedingungen für die Lehrlingsausbildung waren berechtigt",
stellte Georg Piskaty, Leiter der Gruppe Bildung in der
Wirtschaftskammer Österreich, anhand der soeben erschienenen
detaillierten Lehrlingsstatistik fest. Erstmals ist 1996 der Anteil
der Lehranfänger, gemessen an der Geburtenzahl, unter 40 Prozent
gesunken. ****
"Dies ist Ausdruck für die durch immer schwieriger gewordene
Rahmenbedingungen zurückgegangene Möglichkeit der Betriebe, Lehrlinge
auszubilden. Das jetzt ausgehandelte Lehrlingspaket der Regierung und
Sozialpartner ist ein erster Schritt, um Unternehmen
wieder die Ausbildung von Lehrlingen zu erleichtern. Das
Lehrlingspaket bringt vor allem weniger Bürokratie, einen zeitgemäßen
Jugendschutz und eine finanzielle Entlastung der
Ausbildungsbetriebe", so Piskaty zu den Vorteilen des
Lehrlingspaketes. "Zusätzlich müßte noch für den Tourismusbereich
eine flexiblere Einsatzregelung für Lehrlinge bis 23 Uhr geschaffen
werden. Weiters fordert die Wirtschaft in bestimmten Fällen eine
leichtere Lösbarkeit von Lehrverträgen und eine Entlastung der
Betriebe von der Kommunalsteuer", argumentiert Piskaty.
Nach wie vor ist das Image der Lehre in der Bevölkerung sehr hoch
angesehen. 43 Prozent der Bevölkerung glaubt laut einer
Meinungsumfrage, daß man mit einer Lehre am leichtesten einen
Arbeitsplatz findet. Mit nur einer AHS-Matura glauben die Befragten,
hat man kaum Chancen auf einen Arbeitsplatz. "Trotz dieses positiven
Bildes der Lehre in der Bevölkerung ist im Vorjahr die Zahl der
Lehrlinge um 2,8 Prozent zurückgegangen. Daher setzt die
Wirtschaftskammerorganisation Initiativen wie die Einführung von
"Lehrlingsbeauftragten", die direkten, persönlichen Kontakt mit den
Unternehmen aufnehmen werden, um sie zur Lehrlingsausbildung zu
motivieren". Diese Initiative wird unterstützt durch die
Wiederaufnahme der Werbeaktion "Karriere mit Lehre", die sich dieses
Jahr vor allem an die Unternehmer richten wird. Die Slogans
"Österreichs Fachkräfte gehören zu den gefragtesten Europas" und
"40.000 österreichische Unternehmen haben keine Nachwuchssorgen"
bekräftigen die positiven Seiten der Lehrlingsausbildung für den
Unternehmer. Zu dem Thema "Ich bilde Lehrlinge aus, raten Sie, warum"
erklären Unternehmer ihre Gründe, Lehrlinge auszubilden.
Mit Stichtag 31.12.1996 waren in Österreich 119.932 Lehrlinge in
39.663 Betrieben beschäftigt, das bedeutet, daß die Zahl der
Lehrlinge um 2,8 Prozent oder 3.445 zurückgegangen ist. Die Zahl der
ausbildenden Betriebe ist gegenüber dem Vorjahr um 696 gesunken.
"Allerdings gibt es erste Anzeichen für eine mögliche Trendumkehr",
interpretiert Werner Hackl die soeben erschienene Lehrlingsstatistik.
"Im Gewerbe, das mit einem Anteil von 68.942 Lehrlingen oder 57,5
Prozent die meisten Lehrlinge ausbildet, war der Rückgang gegenüber
dem Vorjahr nur 1,2 Prozent, im Handel (13.837 Lehrlinge oder 11,5
Prozent) jedoch 6 Prozent und in der Industrie (19.006 Lehrlinge oder
15,8 Prozent) 6,8 Prozent. Die Tourismuswirtschaft (11.589 Lehrlinge
oder 9,7 Prozent) konnte ihren Lehrlingsstand um zwei Prozent
erhöhen. Bei den Lehranfängern, die zwar österreichweit um 0,7
Prozent zurückgegangen sind, wurden in Salzburg, Tirol und der
Steiermark erstmals wieder Zugänge verzeichnet, so Hackl.
(Schluß) pt
Rückfragehinweis: Dr. Georg Piskaty
BW-Abteilung
50105/4072
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