- 13.03.1997, 13:20:06
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Umfrage bestätigt das gute Image von Gewerbe und Handwerk
Mehrheit der Bevölkerung für einfachere Gewerbeordnung An Qualität der Ausbildung und Meisterprüfung nicht rütteln
Wien (PWK) - Gewerbe und Handwerk haben nach wie vor ein gutes
Image in der Öffentlichkeit. Das ergab eine Umfrage des Fessel-
Instituts im Auftrag der Bundessektion Gewerbe und Handwerk, die Ende
1996 durchgeführt wurde. "Zwei Drittel der Österreicherinnen und
Österreicher verknüpfen den Begriff "Gewerbe und Handwerk" am
häufigsten mit hoher Qualität, fast die Hälfte fühlt sich vom
Handwerker besonders gut betreut", freut sich Hans Leitner, Syndikus
der Bundessektion Gewerbe und Handwerk über das Ergebnis der Studie.
Vor allem die Eigenschaften "leistungsorientiert" (40%,) "haltbar"
und "vielfältig" passen sehr gut zum Gewerbe und Handwerk. Negative
Eigenschaften wie "altmodisch" und "unzuverlässig" liegen wie schon
bei früheren Umfragen mit sehr geringen Nennungen am Ende der Skala.
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Nach wie vor hat das Gewerbe und Handwerk in den Augen der
Öffentlichkeit einen hohen Stellenwert. Für zwei Drittel der
Befragten sind die Leistungen der Gewerbe- und Handwerksbetriebe sehr
wichtig, für ein Drittel immerhin noch eher wichtig. Für das Gewerbe
und Handwerk sprechen vor allem die gute Ausbildung von Lehrlingen,
der Beitrag zur Arbeitsplatzsicherung, das hohe Steueraufkommen als
Anteil der Staatseinnahmen und der Beitrag als Zulieferer für die
österreichische Industrie. Auf die Frage, was der EU-Beitritt für das
Gewerbe und Handwerk bringt, reagierten die Befragten eher unsicher:
nur knapp die Hälfte denkt an das Entstehen neuer Geschäftsfelder,
die andere Hälfte rechnet nicht damit.
Was die Zukunft betrifft, so glauben knapp die Hälfte der
Befragten, daß die Bedeutung von Berufen im Gewerbe und Handwerk in
den nächsten 10 Jahren noch zunehmen wird, bereits ein Viertel der
Österreicher rechnet damit, daß die Bedeutung von Handwerksberufen
abnehmen wird. Die günstigste Entwicklung traut man den Berufen im
Dienstleistungsbereich wie z.B. Werbung, EDV, technische Büros etc
zu.
Entscheidend ist jedoch: 82% der Österreicher würden einem jungen
Menschen durchaus raten, sich für einen handwerklichen Beruf zu
entscheiden. Begründet wird diese Empfehlung mit der generellen
Nachfrage nach Handwerkern und der Möglichkeit zur Selbständigkeit.
Auch daß die Hochschulen überlaufen sind wird relativ häufig genannt
(40%), gefolgt von den Argumenten "befriedigende Arbeit", "gute
Verdienstchancen" und "sicherer Arbeitsplatz"
In der Frage der Gewerbeordnung wünschen sich die Befragten
mehrheitlich eine Vereinfachung, wobei allerdings für knapp 70% die
Qualität der Ausbildung und die Meisterprüfung erhalten bleiben
sollen. Nur 9% wünschen sich eine sehr starke Vereinfachung und den
Entfall von Beschränkungen und Prüfungen. "Das Ergebnis beweist, daß
wir mit unseren Forderungen, in der neuen Gewerbeordnung die
Qualifizierung der Handwerker und damit die Qualität der Produkte und
Dienstleistungen zu bewahren und gleichzeitig die Lehrlingsausbildung
sicherzustellen, den Wünschen der Konsumenten voll gerecht werden",
stellte Leitner fest.
Daß die Gewerbeordnung als Verhinderungsgrund für das
Selbständigmachen von jungen Leuten weit überschätzt wird, zeigt eine
Studie des Institutes für Gewerbe- und Handwerksforschung (IfG). Hier
wird die Gewerbeordnung erst an 4. Stelle der schlimmsten Hindernisse
genannt. Hauptgründe sind für 60 % der Befragten die mangelnde
Eigenkapitalausstattung, für 23 % administrative Belastungen
(Bürokratie, Betriebsanlagenrecht etc.), für etwa 14 % die mangelnde
Nachfrage und erst für 13 % verschiedene Barrieren im Gewerberecht.
Eine Untersuchung der Wirtschaftsuniversität hingegen beweist, daß
Unternehmer, die sich mit einer Meisterprüfung selbständig gemacht
haben, deutlich bessere betriebliche Überlebenschancen haben als
andere. Die Überlebensquote nach 5 Jahren im Handwerk beträgt nach
dieser Studie etwa 85 %, während in der Industrie im gleichen
Zeitraum nur 50 % der Betriebe überleben. Auch im internationalen
Vergleich wird deutlich, daß Länder, die einen Befähigungsnachweis
haben, wie z.B. Deutschland und Luxemburg, eine ähnlich hohe
Überlebensrate haben wie Österreich, während andere Länder ohne
Befähigungsnachweis weit unten rangieren (Portugal, Großbritannien).
(Schluß) MH
Rückfragehinweis: Bundessektion Gewerbe und Handwerk
Dr. Hans Leitner
Tel: 0222/50105-3288
http/www.wk.or.at
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