Umfrage bestätigt das gute Image von Gewerbe und Handwerk

Mehrheit der Bevölkerung für einfachere Gewerbeordnung An Qualität der Ausbildung und Meisterprüfung nicht rütteln

Wien (PWK) - Gewerbe und Handwerk haben nach wie vor ein gutes
Image in der Öffentlichkeit. Das ergab eine Umfrage des Fessel-Instituts im Auftrag der Bundessektion Gewerbe und Handwerk, die Ende 1996 durchgeführt wurde. "Zwei Drittel der Österreicherinnen und Österreicher verknüpfen den Begriff "Gewerbe und Handwerk" am häufigsten mit hoher Qualität, fast die Hälfte fühlt sich vom Handwerker besonders gut betreut", freut sich Hans Leitner, Syndikus der Bundessektion Gewerbe und Handwerk über das Ergebnis der Studie. Vor allem die Eigenschaften "leistungsorientiert" (40%,) "haltbar" und "vielfältig" passen sehr gut zum Gewerbe und Handwerk. Negative Eigenschaften wie "altmodisch" und "unzuverlässig" liegen wie schon bei früheren Umfragen mit sehr geringen Nennungen am Ende der Skala. ****

Nach wie vor hat das Gewerbe und Handwerk in den Augen der Öffentlichkeit einen hohen Stellenwert. Für zwei Drittel der Befragten sind die Leistungen der Gewerbe- und Handwerksbetriebe sehr wichtig, für ein Drittel immerhin noch eher wichtig. Für das Gewerbe und Handwerk sprechen vor allem die gute Ausbildung von Lehrlingen, der Beitrag zur Arbeitsplatzsicherung, das hohe Steueraufkommen als Anteil der Staatseinnahmen und der Beitrag als Zulieferer für die österreichische Industrie. Auf die Frage, was der EU-Beitritt für das Gewerbe und Handwerk bringt, reagierten die Befragten eher unsicher:
nur knapp die Hälfte denkt an das Entstehen neuer Geschäftsfelder, die andere Hälfte rechnet nicht damit.

Was die Zukunft betrifft, so glauben knapp die Hälfte der Befragten, daß die Bedeutung von Berufen im Gewerbe und Handwerk in den nächsten 10 Jahren noch zunehmen wird, bereits ein Viertel der Österreicher rechnet damit, daß die Bedeutung von Handwerksberufen abnehmen wird. Die günstigste Entwicklung traut man den Berufen im Dienstleistungsbereich wie z.B. Werbung, EDV, technische Büros etc zu.

Entscheidend ist jedoch: 82% der Österreicher würden einem jungen Menschen durchaus raten, sich für einen handwerklichen Beruf zu entscheiden. Begründet wird diese Empfehlung mit der generellen Nachfrage nach Handwerkern und der Möglichkeit zur Selbständigkeit. Auch daß die Hochschulen überlaufen sind wird relativ häufig genannt (40%), gefolgt von den Argumenten "befriedigende Arbeit", "gute Verdienstchancen" und "sicherer Arbeitsplatz"

In der Frage der Gewerbeordnung wünschen sich die Befragten mehrheitlich eine Vereinfachung, wobei allerdings für knapp 70% die Qualität der Ausbildung und die Meisterprüfung erhalten bleiben sollen. Nur 9% wünschen sich eine sehr starke Vereinfachung und den Entfall von Beschränkungen und Prüfungen. "Das Ergebnis beweist, daß wir mit unseren Forderungen, in der neuen Gewerbeordnung die Qualifizierung der Handwerker und damit die Qualität der Produkte und Dienstleistungen zu bewahren und gleichzeitig die Lehrlingsausbildung sicherzustellen, den Wünschen der Konsumenten voll gerecht werden", stellte Leitner fest.

Daß die Gewerbeordnung als Verhinderungsgrund für das Selbständigmachen von jungen Leuten weit überschätzt wird, zeigt eine Studie des Institutes für Gewerbe- und Handwerksforschung (IfG). Hier wird die Gewerbeordnung erst an 4. Stelle der schlimmsten Hindernisse genannt. Hauptgründe sind für 60 % der Befragten die mangelnde Eigenkapitalausstattung, für 23 % administrative Belastungen (Bürokratie, Betriebsanlagenrecht etc.), für etwa 14 % die mangelnde Nachfrage und erst für 13 % verschiedene Barrieren im Gewerberecht.

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Dr. Hans Leitner
Tel: 0222/50105-3288
http/www.wk.or.atBundessektion Gewerbe und Handwerk

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