- 13.03.1997, 08:59:01
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Greenpeace warnt vor Schelfeis-Kollaps in der Antarktis Umweltorganisation fordert drastische CO2-Reduktion als Antwort auf polare Warnsignale=
Wien (OTS) - Heute berichtete Greenpeace
International-Klimaexpertin Martina Krüger in Wien von ihrer
vierwöchigen Antarktis-Expedition an Bord der "Arctic Sunrise". Ihren
Ausführungen zufolge ist der vom Menschen verursachte Klimawandel zu
einer immensen Gefahr für das polare Paradies geworden. Deshalb
fordert die Greenpeace-Sprecherin alle Regierungen auf, sich
anläßlich der im Dezember des Jahres stattfindenden Klima-Konferenz
in Kyoto endlich auf die Seite der bedrohten Menschheit zu stellen
statt weiterhin vor allem den Interessen der Öl-, Gas-, Kohle- und
Autoindustrie zu dienen.
Im Rahmen ihrer Antarktis-Reise stellten Krüger und weitere
Greenpeace-Experten fest, daß das Ökosystem des südlichsten
Kontinents aufgrund der globalen Erwärmung in höchstem Maß bedroht
ist: Vor allem von der Westantarktischen Halbinsel brechen
gigantische Schelfeis-Massen vom Festland ins Meer, während sich
große Pinguin-Kolonien im Rückzug befinden. Sie sind auf der
"Klimaflucht", weil ihnen zunehmend weniger Nahrung und Eisschollen
zur Verfügung stehen, die als Rastplatz und Jagdbasis dienen könnten.
"Unter den Eismassen sichteten wir zahllose Risse und Höhlen, die
auf enorme Spannungen in großen Teilen des Gletscher-Eises der
Westantarktischen Halbinsel hinweisen", schildert Martina Krüger ihre
Eindrücke und fügt sogleich hinzu: "Das sensible ökologische
Gleichgewicht der Antarktis ist in höchstem Maß gefährdet, was ein
mehr als deutliches Warnsignal für den Rest der Welt sein sollte".
Die letzte Woche in Bonn beendeten internationalen
Klimaverhandlungen waren dennoch ein Desaster. "Hinter ihrer Rhetorik
unterstützen die Regierungen die Verzögerungstaktik der Industrie",
kritisiert Krüger. "Doch nur, wenn die Bereitschaft zu handeln statt
zu konferieren steigt, kann es im Vorfeld der Klimakonferenz in Kyoto
noch zur Einigung über eine Treibhausgas-Reduktion kommen", weiß die
Greenpeace-Klimasprecherin.
Ing. Bruno Klausbruckner, von 1989 bis 1990 Leiter der
Greenpeace-Antarktisstation, schlägt in dieselbe Kerbe: "Jede Form
eines Klima-Roulettes, das als erstes zu Lasten der Ärmsten
ausgetragen wird, ist entschieden abzulehnen. Wir fordern stattdessen
umfassende internationale Taten zur Verringerung der emittierten
Treibhausgase."
Rückfragehinweis: Attila Cerman; Greenpeace Österreich, Tel.:
0663/9208162 bzw. 01-7130031-58 (ab 13 Uhr) Ulrike Knopp; Greenpeace
Österreich, Tel.: 01-7130031-28 (ab 9 Uhr)
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