Greenpeace warnt vor Schelfeis-Kollaps in der Antarktis Umweltorganisation fordert drastische CO2-Reduktion als Antwort auf polare Warnsignale

Wien (OTS) - Heute berichtete Greenpeace
International-Klimaexpertin Martina Krüger in Wien von ihrer vierwöchigen Antarktis-Expedition an Bord der "Arctic Sunrise". Ihren Ausführungen zufolge ist der vom Menschen verursachte Klimawandel zu einer immensen Gefahr für das polare Paradies geworden. Deshalb fordert die Greenpeace-Sprecherin alle Regierungen auf, sich anläßlich der im Dezember des Jahres stattfindenden Klima-Konferenz in Kyoto endlich auf die Seite der bedrohten Menschheit zu stellen statt weiterhin vor allem den Interessen der Öl-, Gas-, Kohle- und Autoindustrie zu dienen.

Im Rahmen ihrer Antarktis-Reise stellten Krüger und weitere Greenpeace-Experten fest, daß das Ökosystem des südlichsten Kontinents aufgrund der globalen Erwärmung in höchstem Maß bedroht ist: Vor allem von der Westantarktischen Halbinsel brechen gigantische Schelfeis-Massen vom Festland ins Meer, während sich große Pinguin-Kolonien im Rückzug befinden. Sie sind auf der "Klimaflucht", weil ihnen zunehmend weniger Nahrung und Eisschollen zur Verfügung stehen, die als Rastplatz und Jagdbasis dienen könnten.

"Unter den Eismassen sichteten wir zahllose Risse und Höhlen, die auf enorme Spannungen in großen Teilen des Gletscher-Eises der Westantarktischen Halbinsel hinweisen", schildert Martina Krüger ihre Eindrücke und fügt sogleich hinzu: "Das sensible ökologische Gleichgewicht der Antarktis ist in höchstem Maß gefährdet, was ein mehr als deutliches Warnsignal für den Rest der Welt sein sollte".

Die letzte Woche in Bonn beendeten internationalen Klimaverhandlungen waren dennoch ein Desaster. "Hinter ihrer Rhetorik unterstützen die Regierungen die Verzögerungstaktik der Industrie", kritisiert Krüger. "Doch nur, wenn die Bereitschaft zu handeln statt zu konferieren steigt, kann es im Vorfeld der Klimakonferenz in Kyoto noch zur Einigung über eine Treibhausgas-Reduktion kommen", weiß die Greenpeace-Klimasprecherin.

Ing. Bruno Klausbruckner, von 1989 bis 1990 Leiter der Greenpeace-Antarktisstation, schlägt in dieselbe Kerbe: "Jede Form eines Klima-Roulettes, das als erstes zu Lasten der Ärmsten ausgetragen wird, ist entschieden abzulehnen. Wir fordern stattdessen umfassende internationale Taten zur Verringerung der emittierten Treibhausgase."

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