22.000 für den Lech

WWF Präsidentin betont öffentliches Interesse

Innsbruck (OTS) - 22.000 Unterschriften für den Lech übergaben Dr. Marga Hubinek, Stiftungsratspräsidentin des WWF Österreich und DI Wolfgang Marsoner, Tiroler Repräsentant dieses Gremiums am Dienstag an Landeshauptmann Dr. Wendelin Weingartner. Davor betonte die ehemalige zweite Nationalratspräsidentin in einer Pressekonferenz, daß spätestens mit den nunmehr vorliegenden negativen Naturschutzgutachten der langfristigen Interessensabwägung eine besondere Gewichtung zuzukommenn habe. "Langfristig heißt einerseits, an unsere Kinder, Enkel und kommende Generationen zu denken, von denen wir die Erde nur geliehen haben. Langfristig heißt aber auch, die Entwicklungs-Chancen einer Region nicht aufgrund kurzfristiger Interessen eines einzelnen Betriebes zu zerstören".

Hubinek, Präsidentin des höchsten WWF Gremiums in Österreich, schöpft aus einem reichen Erfahrungsschatz. Schon in ihrer politischen Laufbahn war sie in zahlreiche Kontroversen zwischen kurzfristiger Ausbeutung von Natur und Schutzbemühungen involviert gewesen. "Im Rückblick ist ganz klar, daß sich die Ausweisung von Schutzgebieten nicht nur ökologisch sondern langfristig und sozial und wirtschaftlich gelohnt hat", nennt Hubinek Beispiele wie das Dorfertal, in dem sich vor allem die Frauen gegen ein Kraftwerk stark gemacht hatten. Heute steht dort die gesamte Region hinter der Bewahrung der Natur.

Ähnlich wie die Umbalfälle, heute eine der Attraktionen im Nationalpark Hohe Tauern, sei das Bschlabertal Teil eines komplexen Systems. Für die geplanten Kraftwerke würden nicht nur zwei Bauwerke am Streimbach errichtet, sondern eine ganze Reihe von Seitenbächen umgeleitet. Das Landschaftsbild eines Gebietes in der Größe der Stadt Innsbruck wäre davon betroffen, die ökologischen Auswirkungen seien kaum abzuschätzen, wie auch aus den Naturschutzgutachten hervorgeht. Hubinek: "Eine Abwägung der langfristigen öffentlichen Interessen kann daher nur zugunsten der Natur ausgehen".

Der Unternehmer und Tiroler Repräsentant des WWF Stiftungsrats, DI Wolfgang Marsoner unterstreicht, daß auch wirtschaftlich gesehen langfristige öffentliche Interessen für die Erhaltung des letzten Wildflußsystems sprechen: "Mit naturnahem Tourismus und ökologisch verträglicher Energieversorgung können Dauerarbeitsplätze geschaffen und die Region nachhaltig wirtschaftlich belebt werden. Die Errichtung von Kraftwerken schafft nur während der Errichtungszeit Arbeitsplätze und sichert den betroffenen Gemeinden kein dauerhaftes Einkommen. Das ist kein langfristiges öffentliches, sondern ein kurzfristiges Interesse der EW-Reutte".

Die Stiftungsratsmitglieder des WWF appellieren daher dringend an Landeshauptmann Weingartner, eine dahingehende Entscheidung zu fällen, bevor sich der Konflikt zuspitzt und weitere Steuergelder für Gutachten und Verfahren aufgewendet werden müssen. Sinnvoller sei es, unterstützend in die nachhaltige Reionalentwicklung zu investieren. Auch der Tiroler Landtag sei aufgefordert, in den nächsten beiden Tagen dazu einen Beschluß zu fassen.

Mag. Christoph Walder, Leiter der WWF Landesorganisation Tirol erinnert an die Antrittsrede von Landeshauptmann Weingartner. Darin habe er in Sachen Natur unterstrichen, daß die Zeit des Verbrauchens vorbei sei, neue Wege beschritten werden müssen. Walder:
"Landeshauptmann Weingartner ist nicht nur für die Tiroler E-Wirtschaft verantwortlich, sondern vielmehr für die Erhaltung des Naturerbes unserer Heimat - der WWF fordert daher heute sein Versprechen ein".

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