Starthilfe für Export-Einsteiger

Elektronische Geschäftskontaktbörse für bessere Kommunikation Unterstützung bei 'Clustering' und Ausschreibungs-Teilnahmen

Wien (PWK) - Der von der Wirtschaftskammer Österreich nominierte Projektmanager, Dr. Karl-Heinz Dernoscheg, konkretisiert seine Vorschläge zur österreichischen Exportoffensive. "Mit einer Art 'elektronischer Geschäftskontaktbörse', die über ein internes Datennetzwerk mit einem Fenster zum Internet installiert werden könnte, wäre eine ständige Transparenz über Export-Angebote und -Nachfragen gewährleistet", schlug Dernoscheg heute, Dienstag, bei einer Pressekonferenz im Haus der Wirtschaft vor. ****

Generell mangle es der österreichischen Exportwirtschaft an Informationsfluß und Kooperation zwischen den einzelnen Unternehmen. Eine enge Zusammenführung von Außenhandels-Know-how und Produkt-Know-how in einer internationalen, elektronischen Kontaktbörse würde die Zusammenarbeit der Unternehmen erleichtern und das Exportgeschäft nachhaltig beleben. Die Kosten für ein derartiges Unterfangen schätzt Dernoscheg auf rund 30 Millionen Schilling pro Land. "50 Prozent könnten durch EU-Gelder finanziert werden, den Rest müßten sich die öffentliche Hand und die Betriebe aufteilen, wobei die Unternehmen beim Einstieg besonders gefördert werden sollten", erklärte Dernoscheg.

Vorangetrieben müsse auch die Idee der 'Clusterbildung' werden und zwar für Großbetriebe gleichermaßen wie für Klein- und Mittelbetriebe (KMUs). "Hier würde sich die Errichtung von Auslands-Büros, also direkt bei den Kunden vor Ort, anbieten", meint der Exportmanager. "Fünf bis sechs KMUs, die sich in ihren Produkten bzw. Dienstleistungen ergänzen, könnten beispielsweise ein Büro in Hongkong errichten und ihrem Kunden so als 'ein' Ansprechpartner für die verschiedensten Belange zur Verfügung stehen. Vielversprechend anzuwenden sei dieses Konzept auf sehr differenzierte Bereiche wie Umwelt oder Kulinarisches. Auch hier müßte den exportfreudigen Unternehmen vom Bund ein Startgeld mitgegeben werden, das sich jährlich verringern könnte, bis sich die Unternehmen z.B. ab dem vierten Jahr selbst finanzieren könnten, schlägt Dernoscheg vor. Die 'Hemmschwelle', sich allein in die große Welt aufzumachen, wäre so geringer.

Groß sei die Überwindung bei Unternehmen auch oftmals, sich an EU-Ausschreibungen zu beteiligen und Unmengen von Bürokratie erledigen zu müssen, berichtet Dernoscheg, der selbst ein Exportunternehmen leitet. In Mailand und London gäbe es dafür eigene 'procurement agencies', Agenturen, die Informationen über Firmen sammeln und im Stande sind Auftragsprojekte realitätsnah zu beurteilen, um dann die in Frage kommenden Firmen bzw. Projekte herauszufiltern. "So eine Agentur in Österreich zu haben wäre eine große Erleichterung für die heimischen Unternehmer und sehr interessant vor allem im Hinblick auf Osteuropa", ist Dernoscheg überzeugt. Darüber hinaus gäbe es auch budgetär keine Probleme, da sich diese Agenturen fast ausschließlich aus Beraterhonoraren der Europäischen Kommission finanzieren.

Neben Steigerung der Kommunikationsleistung - zu der natürlich auch die intensive Nutzung der neuen Technologien, besonders der Kommunikationstechnologien unabdingbar notwendig sei - und einer Förderung der Kooperation müsse auch die Kompetenz der Unternehmer weiter ausgebaut werden. "Die Ausbildung für das Exportgeschäft kann ebenfalls wesentlich zu einem exportorientierteren Klima in der heimischen Unternehmerlandschaft beitragen", ist sich Dernoscheg sicher. Er fordere einen eigenen Ausbildungslehrgang 'Exportberater', ähnlich jenem Lehrgang der Wirtschaftskammer, der zum 'Betriebsberater' qualifiziert. Österreich sei ein Land mit ausgesprochen vielen Abschlüssen von Joint-Ventures und schreie förmlich nach einem eigenen Joint-Ventures-Schulungsprogramm.

Rückfragen & Kontakt:

Wirtschaftskammer Österreich
AW-Abteilung
Tel. 50105 DW 4311

Dr. Egon Winkler

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK/PWK