Greenpeace-Protest beim "Erfinder" der Gentech-Soja

Greenpeace erhebt Einspruch gegen Monsanto-Patent für

Gentech-Soja =

Brüssel/München -- 60 Greenpeace-Aktivisten aus 19 Ländern blockieren seit heute früh das europäische Hauptquartier des US-Gentechnik- und Chemiekonzerns Monsanto. Zugleich präsentiert Greenpeace in München den rechtlichen Einspruch gegen das Monsanto-Patent für die gentechnisch manipulierte ,Roundup Ready" Sojabohne.

Die Greenpeace-Aktivisten errichteten eine mit riesigen Injektionsspritzen bestückte Betonmaür vor dem Eingang des Monsanto-Hauptquartiers. "Keine Gen-Experimente mit unserem Essen!", fordern die Umweltschützer. Mit bei der Protestaktion: Die Wiener Greenpeace-Aktivisten Julia Pfann und Phillip Ebermann.

Schauplatzwechsel: Zeitgleich mit der Protestaktion startete Greenpeace die juristische Auseinandersetzung mit Monsanto. Greenpeace wird das Monsanto-Patent für die ,Roundup Ready" Sojabohne als ,unmoralisch und rechtswidrig" juristisch anfechten. Im Juni 1996 erhielt Monsanto vom Europäischen Patentamt (EPA) in München ein Patent für die Gentech-Soja. Das Patent deckt allerdings nicht nur die im Moment umkämpfte ,Roundup Ready" Sojabohne ab, sondern auch eine Vielzahl anderer potentiell gegen das Pflanzengift Roundup resistent gemachter Nutzpflanzen wie Mais, Reis, Weizen, Raps, Kartoffel, Tomaten, äpfel und Baumwolle.

Laut Greenpeace steht dieses Patent jedoch in klarem Widerspruch mit dem Europäischen Patentübereinkommen, das die Vergabe von Patenten durch das EPA regelt. Dort sind Patente auf Pflanzensorten und Tierarten sowie auf menschliche Zellen ausdrücklich verboten. Bereits 1995 gewann deshalb Greenpeace einen ähnlichen Einspruch gegen ein Patent von ,Plant Genetic Systems" (PGS; heute Höchst/AgrEvo). Mit dem 1991 gewährten Patentschutz sollten alle Nutzpflanzen, die gegen das Höchst-Pflanzengift ,Basta" resistent gemacht wurden, ebenfalls als PGS-Eigentum patentiert werden.

Monsanto ist der drittgrösste Chemiemulti der USA. Die Chronik des Chemiekonzerns ist von Skandalen geprägt: Aus Monsantos Labors stammen nicht nur das berüchtigte Vietnam-Entlaubungsgift ,Agent Orange", sondern auch das Umweltgift PCB.

"Monsanto und seinen Erfindungen darf man nicht trauen", erklärte Michelle Sheather, Leiterin der Gentechnik-Kampagne von Greenpeace International heute in Brüssel. "Die Menschen wünschen sich weltweit gesunde, natürliche Nahrung, und nicht gesteigerte Profite für Monsanto. Greenpeace lehnt Patente auf Lebewesen strikt ab. Hier geht es ums Prinzip: Die Natur darf nicht patentiert werden; und schon gar nicht darf dann von den Bauern dafür noch Patentgebühr verlangt werden!"

Weitere Informationen: Michelle Sheather, Greenpeace International, 0031-653-930971 Wolfgang Pekny, Thomas Belazzi, Greenpeace österreich, Tel:01-7130031-0

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