Kaufkraftverteilung ist ein Alarmsignal

Wien (OTS) - Der Freie Wirtschaftsverband Wien sieht in der unterschiedlichen Kaufkraftentwicklung in den Wiener Bezirken ein deutliche Negativtendenz für die Wiener Wirtschaft. "Die von der Wirtschaftskammer erhobenen Zahlen sind ein unübersehbares Alarmsignal", sagt WK-Vizepräsident LAbg. Friedrich Strobl. "Ohne rasche Gegenmaßnahmen droht ein Zusammenbruch der Nahversorgung in vielen Stadtteilen", fordert Strobl eine Diskussion über die FWV-Vorschläge.

Gefordert sei bei gegensteuernden Maßnahmen vor allem die Mehrheitsfraktion der Wirtschaftskammer, die die Konzepte des FWV nicht nachdrücklich genug umsetze.

Maßnahmen zur Erhaltung der Nahversorgung

Die katastrophale Situation bei Geschäftsmieten und die einseitige Förderung von Geschäftsstraßen führe zum Aussterben von Grätzeln und kleinen Straßen. "Einkaufserlebnis besteht auch aus Optik", weiß Strobl, "und wer bummelt schon gerne zwischen leeren Portalen". Allerdings geht es nicht nur um den schönen Schein. "Viele Wiener sind jetzt schon Opfer der Konzentration auf Einkaufszentren und große Geschäftsstraßen und infrastrukturell unterversorgt", warnt Strobl. Damit die negative Entwicklung sich nicht rasant fortsetzt, besteht der FWV auf der raschen Realisierung seines Maßnahmenpaketes:

  • Sofortige Verländerung des Mietrechtes im Hinblick auf Geschäftsmieten.
  • Baustopp für Einkaufszentren auf der grünen Wiese und dementsprechende Verhandlungen mit dem Land NÖ.
  • Splittung der WK-Förderung von Einkaufsstraßen zugunsten von Grätzeln und Seitenstraßen.
  • Schärfere Kontrollen des Plakatierungsverbotes für leerstehende Geschäftslokale und Schaufenster.
  • Wienweite Bedarfs- und Istzustandserhebung zur Überprüfung der Nahversorgungssicherung.
  • Einen Minimumkataster für alle Bezirke, der eine Mindestanzahl an Nahversorgern auf Basis der Familien-, Einkommens- und Altersstruktur der Wohnbevölkerung festlegt.
  • Auf dieser Basis eine Förderungsaktion für Nahversorger in Bedarfsgebieten.
  • Ein Alarmsystem für drohende Unterversorgung.
  • Eine Wien-Initiative für die Etablierung von Nahversorgern in Gemeindebauten etc.
  • Meldepflicht für die Benutzung von Straßenlokalen als Lagerräume und Kennzeichnung als solche.

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