• 05.02.1997, 17:05:54
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  • OTS0168

Industrie-Sektionsobmann Komm.-Rat Klepsch: Bedauerliche Schließung der Solvay-Elektrolyse

Schwerer Schlag für die industrielle Substanz Salzburgs

Wien (OTS) - Die Ankündigung der Solvay Österreich AG, die
Elektrolyse-Fabrik in Hallein mit Jahresende 1997 zu schließen, ist
ein schwerer Schlag für die industrielle Substanz im Bundesland
Salzburg. Dies stellte Sektionaobmann Komm.-Rat Dipl.-Ing. Wilhelm
Klepsch am Mittwoch fest.

Die Ursachen für diesen bedauerlichen Schritt liegen, wie die
Geschäftsleitung betont, zu einem erheblichen Teil in den ungünstigen
wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen in Österreich.

Seit Jahren schon weise die Sektion Industrie auf diese
nachteiligen Rahmenbedingungen, beginnend von Überbürokratisierung,
über ständig steigende Lohnzusatzkosten bis zu den im internationalen
Vergleich zu hohen Industriestromkosten hin, sagte Klepsch.

Eine im Jahr 1994 beim Industriewissenschaftlichen Institut in
Auftrag gegebene Studie über die Wettbewerbsbedingungen der
österreichischen Industrie brachte klar die äußerst ungünstige
Lohnstückkostenposition der österreichischen Industrie zutage, die zu
einer massiven Verschlechterung der internationalen
Wettbewerbsfähigkeit geführt hat. "Man sah aber dennoch offenbar
wenig Veranlassung, die längst überfälligen Schritte zur Stärkung des
industriellen Sektors einzuleiten, sondern begnügte sich lediglich
mit Ankündigungen von bisher nicht stattgefundenen Exportoffensiven
oder Technologieoffensiven", so Klepsch.

"Das Bundesland Salzburg mußte in den letzten Jahren einen
dramatischen Verlust an industrieller Kapazität hinnehmen, ohne daß
es zu einem gleichwertigen Ersatz durch neue Betriebe oder im Bereich
der industrienahen Dienstleistungen gekommen wäre", bedauert Klepsch.
Daß dies aber gerade im Bundesland Salzburg im besonderen Maß der
Fall ist, sei nicht zuletzt auch auf eine besonders industrie- und
produktionsfeindliche Haltung in diesem Land zurückzuführen. "Mit
Verhinderungspolitik, wie sie am Beispiel Brennhoflehen demonstriert
wurde oder in der Stadt Salzburg, wo seit Jahrzehnten ansässige
Betriebe als raumplanerische Fehlentwicklung bezeichnet werden oder
wie es schließlich im konkreten Fall der Greenpeace-Demonstration bei
Solvay geschehen ist, als die örtlich zuständigen Behördenvertreter
die Behinderung des Unternehmens tatenlos zur Kenntnis nahmen, wird
es ohne grundlegendes wirtschaftspolitisches Umdenken zu keiner
Verbesserung der gegenwärtigen Lage kommen", betonte der
Sektionsobmann der Salzburger Industrie.

(Schluß)

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | HKS/OTS

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