• 04.02.1997, 18:16:09
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  • OTS0177

Rotstift für Bildungs-Informationsservice=

Wien (OTS) - Einem Artikel im heutigen Standard (S. 6) ist zu
entnehmen, daß das Unterrichtsministerium dem
Erwachsenenbildungs-Informationsservice EBIS ab der zweiten
Jahreshälfte die finanzielle Basis entziehen will. Da EBIS als
Servicestelle mit öffentlichem Auftrag konzipiert ist, käme dies der
Einstellung des Vereines gleich. Seitens des Ministerbüros
argumentiert Clemens Hüffel damit, EBIS bestehe aus einer Datenbank
"alten Zuschnitts".

Im vergangenen EU-Jahr des lebensbegleitenden Lernens gab es keine
Veranstaltung, die die Notwendigkeit der Erwachsenenbildung für die
Zukunft und die Förderung derselben nicht als absolut unabdingbar
darstellte. Sogar eine TV-Werbekampagne um 8 Mio. Schilling wurde
gestartet, um "Stimmung für Weiterbildung" zu machen.

Als Anlaufstelle für alle Bildungsinteressierten hat das
Unterrichtsministerium mit dem EBIS eine in Österreich einzigartige
Einrichtung initiiert. Erstmals haben alle InteressentInnen die
Möglichkeit, sich per Telefon einfach und unbürokratisch über
sämtliche Weiterbildungsmöglichkeiten zu informieren, einen Überblick
über das enorme und sehr differenzierte Bildungsangebot zu erhalten
und so die für sie passenden Bildungsmaßnahmen zu finden. Als
Grundlage für die Auskunft dient die EBIS-Datenbank, in der z. Z.
über 25.000 Kurse und Lehrgänge der unterschiedlichsten Veranstalter
erfaßt sind. Die Bildungsmaßnahmen werden nach den Wünschen der
Anfragenden gezielt abgerufen. EBIS informiert aber auch über
Qualitätskriterien von Veranstaltungen, über Beratungseinrichtungen,
Förderungsmöglichkeiten u.v.a.m. Das Service wird intensiv genutzt
und von den Anfragenden sehr geschätzt.

Die von EBIS verwendete Bildungsdatenbank wurde in Deutschland
entwickelt und hat sich für die Bildungsberatung und -information in
Österreich, der Schweiz und Deutschland außerordentlich bewährt. EBIS
hat auf die Entwicklung der neuen Medien längst reagiert: ein
Online-Service wurde eingerichtet, ab März wird die Datenbank auch
über Internet zugänglich sein.

Diese Informationswege können jedoch auf absehbare Zeit das
Telefonservice nicht ersetzen. Nur ein kleiner Bruchteil von
Bildungsinteressierten verfügt über einen Internet-Anschluß, darüber
hinaus sind gerade Fragen zur beruflichen Aus- und Weiterbildung viel
zu komplex, um mit dem bloßen Zugriff auf eine Datenbank abgedeckt
werden zu können. Bildungsberatung und Bildungsinformation sind
angesichts der aktuellen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen
Veränderungen zu wichtig, um sie auf - noch nicht existierende und
außerdem für die meisten Betroffenen nicht einmal zugängliche -
Internetvernetzungen oder ähnliches zu reduzieren. Nur gut geschulte
und kompetente BeraterInnen, professioneller und konsequenter Aufbau
einer Datenbank und sorgfältige Datenpflege können gewährleisten, daß
all jene, die sich weiterbilden wollen, auch die für ihre
Entscheidungen notwendigen Informationen erhalten.

Unseren Informationen nach sind - entgegen der angeführten
Pressemeldung - die Diskussionen über die Zukunft dieser sehr
erfolgreichen Serviceeinrichtung noch im Gange. Wir hoffen sehr, daß
sich innerhalb des Ressorts die Meinung durchsetzen wird, daß diese
Einrichtung nicht nur nicht eingestellt, sondern vielmehr aufgrund
der Bedeutung von Weiterbildung noch weiter ausgebaut werden soll.

Die ausgesprochen positiven Rückmeldungen bei EBIS seitens der
Anfragenden bestärken uns in unserer Entschlossenheit, uns für die
Möglichkeit der Fortführung unserer Tätigkeit einzusetzen.

In diesem Sinne möchten wir auch Sie um Ihre Unterstützung bitten.

Rückfragehinweis: EBIS
Tel.: 50 45 891-14/15

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF/OTS

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