Gewerbeverein: Realitätsferne Lohnabschlüsse der Sozialpartner

Wien (OTS) - Der Präsident des Österreichischen Gewerbevereins (ÖGV) - Prof. Friedl Bakalowits - kritisiert nach Vorliegen der Übersicht des Österreichischen Statistischen Zentralamts (ÖSTAT) über die Entwicklung der Kollektivvertragsentgelte in der Vergangenheit, die Abgehobenheit von der wirtschaftlichen Realität.

Wenn in jenem Jahr,

+ in dem ein hartes Sparkpaket durchgesetzt wurde,

+ in dem viele Pensionisten damit konfrontiert wurden, 1997 eine Nullerhöhung zu akzeptieren,

+ in dem der Verbraucherpreisindex um 2,3 Prozent stieg,

+ in dem die Anzahl der Insolvenzen einen vorläufigen Höhepunkt erreichen,

dann kann man kein Verständnis aufbringen, warum im Schnitt die Kollektivvertragsentgelte im gleichen Jahr um 2,4 % - und damit stärker als der Verbraucherpreisindex stiegen.

Daß die Spitzenreiter bei den Abschlüssen ausgerechnet die Arbeiter im Buchbindergewerbe mit 6,9 Prozent waren, trägt fast skurile Züge in sich.

An die Adresse der Sozialpartner richtet der ÖGV den dringenden Appell, endlich mehr Augenmaß bei der Neufestsetzung der Entgelte aufzubringen.

Viele Mitarbeiter erhalten ja immerhin auch noch Biennalsprünge, die pro Betrieb etwa mit einem Prozent der Gehaltssumme zu Buche schlagen.

Es sind nicht alleine die Lohnnebenkosten, die den Wirtschaftsstandort Österreich so unattraktiv machen - so Prof. Bakalowits - es sind die Lohnkosten selbst, die wieder die Basis für die Bemessung der Lohnnebenkosten bilden.

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