• 03.02.1997, 14:18:04
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  • OTS0135

Gewerbeverein: Realitätsferne Lohnabschlüsse der Sozialpartner

Wien (OTS) - Der Präsident des Österreichischen Gewerbevereins
(ÖGV) - Prof. Friedl Bakalowits - kritisiert nach Vorliegen der
Übersicht des Österreichischen Statistischen Zentralamts (ÖSTAT) über
die Entwicklung der Kollektivvertragsentgelte in der Vergangenheit,
die Abgehobenheit von der wirtschaftlichen Realität.

Wenn in jenem Jahr,

+ in dem ein hartes Sparkpaket durchgesetzt wurde,

+ in dem viele Pensionisten damit konfrontiert wurden, 1997 eine
Nullerhöhung zu akzeptieren,

+ in dem der Verbraucherpreisindex um 2,3 Prozent stieg,

+ in dem die Anzahl der Insolvenzen einen vorläufigen Höhepunkt
erreichen,

dann kann man kein Verständnis aufbringen, warum im Schnitt die
Kollektivvertragsentgelte im gleichen Jahr um 2,4 % - und damit
stärker als der Verbraucherpreisindex stiegen.

Daß die Spitzenreiter bei den Abschlüssen ausgerechnet die
Arbeiter im Buchbindergewerbe mit 6,9 Prozent waren, trägt fast
skurile Züge in sich.

An die Adresse der Sozialpartner richtet der ÖGV den dringenden
Appell, endlich mehr Augenmaß bei der Neufestsetzung der Entgelte
aufzubringen.

Viele Mitarbeiter erhalten ja immerhin auch noch Biennalsprünge,
die pro Betrieb etwa mit einem Prozent der Gehaltssumme zu Buche
schlagen.

Es sind nicht alleine die Lohnnebenkosten, die den
Wirtschaftsstandort Österreich so unattraktiv machen - so Prof.
Bakalowits - es sind die Lohnkosten selbst, die wieder die Basis für
die Bemessung der Lohnnebenkosten bilden.

Rückfragehinweis: Österreichischer Gewerbeverein
Tel.: 587 36 33 Serie

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | OGV/OTS

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