- 22.10.2026, 07:55:32
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Menschliche Kontrolle hängt am seidenen Faden: Wien setzt Zeichen gegen Killerroboter vor entscheidender UNO-Konferenz
Mit einer Fotoaktion am Nationalfeiertag, einer Kinderbuchlesung und einem Konzert im Loop macht Stop Killer Robots Austria auf die bevorstehende UN-Konferenz in Genf aufmerksam.
Wer entscheidet künftig über Leben und Tod: Menschen oder Maschinen? Diese Frage steht im Zentrum der 7. Überprüfungskonferenz des UN-Waffenübereinkommens (CCW), die vom 16. bis 20. November 2026 in Genf stattfindet. Nach mehr als einem Jahrzehnt internationaler Diskussionen könnte die Konferenz zu einer entscheidenden Weichenstellung für die Regulierung autonomer Waffensysteme werden.
Bereits im September gelang es einer UN-Expertengruppe, sich auf gemeinsame Elemente für eine mögliche internationale Regelung zu verständigen. Nun liegt es an den Staaten, aus diesem Fortschritt konkrete politische Konsequenzen zu ziehen.
Autonome Waffensysteme können Ziele ohne eine menschliche Einzelentscheidung über jeden Angriff auswählen und bekämpfen. Mit dem zunehmenden Einsatz künstlicher Intelligenz im militärischen Bereich wächst die Sorge, dass menschliche Kontrolle über die Anwendung tödlicher Gewalt verloren geht.
„Wir stehen an einem historischen Wendepunkt. Technologisch sind wir längst in der Lage, Entscheidungen über Leben und Tod an Maschinen auszulagern. Die entscheidende Frage ist, ob wir das als Gesellschaft auch zulassen wollen“, erklärt Marit Seyer, Vorsitzende der Campaign to Stop Killer Robots Austria.
Ein rotes Band als Symbol für menschliche Kontrolle
Unter dem internationalen Motto „Human Control Is Hanging by a Thread“ – menschliche Kontrolle hängt am seidenen Faden – finden vom 25. bis 31. Oktober weltweit Aktionen statt.
Auch Wien beteiligt sich: Am 26. Oktober 2026 um 14:00 Uhr lädt die Campaign to Stop Killer Robots Austria zu einer gemeinsamen Fotoaktion am Maria-Theresien-Platz ein. Ein rotes Band wird dabei zum sichtbaren Symbol für die menschliche Kontrolle, die angesichts der rasanten technologischen Entwicklung zunehmend unter Druck gerät.
Die entstehenden Bilder sollen eine klare Botschaft nach Genf senden: Die Entscheidung über menschliches Leben darf nicht Algorithmen überlassen werden.
Die Teilnahme steht allen Interessierten offen. Gerade am Nationalfeiertag, wenn zahlreiche Menschen den benachbarten Heldenplatz besuchen, sind auch spontane Teilnehmerinnen und Teilnehmer herzlich eingeladen, kurz vorbeizukommen und gemeinsam ein Zeichen zu setzen.
Verantwortungsvoller Umgang mit KI beginnt im Kindesalter
Dass die Frage nach menschlicher Verantwortung nicht erst bei autonomen Waffensystemen beginnt, zeigt Seyer auch mit ihrem kürzlich erschienenen Kinderbuch „Wie kann ich dir helfen?“ (Mantel-Verlag).
In der gereimten Geschichte für Kinder ab drei Jahren möchte ein kleiner Roboter unbedingt helfen. Doch schon bald stellt sich eine viel größere Frage: Nur weil eine Maschine etwas kann, bedeutet das auch, dass sie es tun sollte?
„Wir müssen nicht erst bei autonomen Waffen darüber sprechen, welche Entscheidungen wir Maschinen überlassen wollen. Diese Fragen beginnen viel früher – nämlich dort, wo Kinder lernen, mit künstlicher Intelligenz umzugehen, selbst zu denken und Verantwortung zu übernehmen“, so Seyer.
Am 28. Oktober 2026 um 10:00 Uhr stellt sie das Buch im Rahmen einer interaktiven Mitmachlesung bei der WIENXTRA-Kinderinfo im Wiener MuseumsQuartier vor. Gemeinsam mit den Kindern wird gelesen, diskutiert und gebastelt: Wobei dürfen Roboter helfen – und was sollten wir Menschen lieber selbst entscheiden?
Stop the Killer Machine. Start the Music.
Wer die Kampagne auf musikalischem Weg unterstützen möchte, ist am 2. November 2026 um 20:00 Uhr im Wiener Loop herzlich willkommen.
Unter dem Motto „STOP THE KILLER MACHINE. START THE MUSIC.“ veranstaltet die Campaign to Stop Killer Robots Austria einen Konzertabend mit der internationalen Coverband Foreign Ministry, deren Mitglieder sich an der Diplomatischen Akademie Wien kennengelernt haben.
Mit bekannten Songs, internationalem Flair und einer klaren Botschaft soll die Debatte über autonome Waffen aus den Konferenzsälen direkt in die Öffentlichkeit getragen werden.
Der Eintritt erfolgt gegen freie Spende.
Die Botschaft an Genf: Jetzt handeln!
Die Überprüfungskonferenz im November bietet den Staaten die Gelegenheit, nach jahrelangen Beratungen einen entscheidenden Schritt hin zu verbindlichen internationalen Regeln zu setzen.
„Wir brauchen keine weiteren Jahre unverbindlicher Diskussionen, während sich die Technologie immer schneller entwickelt. Wir brauchen klare internationale Regeln, bevor die menschliche Kontrolle endgültig verloren geht. Genf muss ein Anfang sein – keine weitere vertane Chance“, appelliert Seyer.
Denn letztlich geht es um eine fundamentale Frage, die Menschen jeden Alters betrifft: Welche Entscheidungen wollen wir in einer zunehmend automatisierten Welt weiterhin selbst treffen?
Alle Termine im Überblick
26. Oktober 2026 | 14:00 Uhr
Fotoaktion „Human Control Is Hanging by a Thread“
Maria-Theresien-Platz, 1010 Wien
Offene Teilnahme, auch spontan
28. Oktober 2026 | 10:00 Uhr
Kinderbuch-Mitmachlesung „Wie kann ich dir helfen?“
WIENXTRA-Kinderinfo, MuseumsQuartier, 1070 Wien
Anmeldung bei WIENXTRA empfohlen
2. November 2026 | 20:00 Uhr
„STOP THE KILLER MACHINE. START THE MUSIC.“
Loop, Stadtbahnbögen 26/27, 1080 Wien
Live: Foreign Ministry | Eintritt: freie Spende
Rückfragen & Kontakt
Campaign to Stop Killer Robots Austria
Marit Seyer
E-Mail: [email protected]
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