- 27.10.2026, 11:44:37
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LR Kaineder: Dramatische Trockenheit am Attersee – bei weiter sinkendem Pegel drohen ökologische und wirtschaftliche Schäden

LR Kaineder: Dramatische Trockenheit am Attersee – bei weiter sinkendem Pegel drohen ökologische und wirtschaftliche Schäden
Die anhaltende Rekordtrockenheit bringt den Attersee und die Ager zunehmend in eine kritische Situation. Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder informierte sich bereits mehrmals vor Ort bei den Expert:innen des Gewässerbezirkes Gmunden über die aktuelle Lage. Besonders kritisch könnte es werden, wenn der Attersee die Pegelmarke von 59 Zentimetern unterschreitet. Stand heute liegt der Pegel bei 80 Zentimetern an der Messstelle in Kammer. Wie niedrig dieser Pegel ist, zeigt der Vergleich mit dem Vorjahr: Ende Oktober 2025 lag der Pegel an der selben Messstelle noch bei 144 Zentimetern, Ende Februar gar bei 159 Zentimetern.
Bereits im August wurde aufgrund der außergewöhnlichen Trockenheit mit einer einstweiligen Verfügung die Steuerung am Klauswehr geändert. Der Abfluss aus dem Attersee in die Ager wurde auf 4,5 Kubikmeter pro Sekunde reduziert. Damit konnte das weitere Absinken des Sees gebremst und gleichzeitig verhindert werden, dass die Wasserführung der Ager innerhalb kurzer Zeit auf ein ökologisch kritisches Niveau fällt, wie in der Wehrbetriebsordnung vorgeschrieben.
„Wir befinden uns in einer außergewöhnlichen Situation, in der wir zwischen dem Schutz des Attersees und dem Schutz der Ager abwägen müssen. Die behördlichen Maßnahmen haben uns wertvolle Zeit verschafft. Aber eines können sie nicht ersetzen: Niederschlag. Wenn über Wochen deutlich weniger Wasser in den See zufließt, als abfließt und verdunstet, sinkt der Pegel trotz aller Maßnahmen weiter“, erklärt Kaineder.
Besonders kritisch wird die Situation bei einem Seepegel von 59 Zentimetern. Bis zu dieser Marke sieht die einstweilige Verfügung eine konstante Wasserabgabe von 4,5 Kubikmetern pro Sekunde vor. Nach der regulären Wehrbetriebsordnung würde die Abflussmenge bei diesem Pegel im Winter auf unter 2,2 Kubikmeter pro Sekunde sinken. Eine derart geringe Wasserführung könnte schwerwiegende ökologische aber auch wirtschaftliche Folgen haben.
Neben der Gewässerökologie steht auch ein bedeutender Wirtschaftsstandort auf dem Spiel. Die Lenzing AG benötigt für ihre industrielle Produktion Kühlwasser. Ein weiterer drastischer Rückgang der Wasserführung der Ager könnte damit nicht nur ökologische Schäden verursachen, sondern auch die industrielle Produktion gefährden und massive wirtschaftliche Folgen nach sich ziehen.
„Im schlimmsten Fall drohen uns nicht nur schwere ökologische Schäden bis hin zu Fischsterben. Wenn die Wasserversorgung für die Kühlung eines großen Industriebetriebs nicht mehr ausreichend gewährleistet werden kann, stehen auch Produktionsausfälle und Arbeitsplätze auf dem Spiel. Das zeigt, welche dramatischen Auswirkungen diese beispiellose Trockenheit mittlerweile haben kann“, warnt Kaineder.
Der Gewässerbezirk Gmunden beobachtet die Entwicklung laufend und übermittelt aktuelle Lageberichte an die Wasserrechtsbehörde und das wasserwirtschaftliche Planungsorgan. Sollte sich der Pegel der kritischen Marke weiter annähern, müssen die Fachleute die Situation erneut bewerten und gegebenenfalls weitere Maßnahmen ergreifen.
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Simon Seher
Presse LR Kaineder
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