- 27.10.2026, 10:08:40
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LR Kaineder: Süßes oder Saures? Halloween-Kostüme und Schminke können für Kinder zur Gefahr werden

LR Kaineder: Süßes oder Saures? Halloween-Kostüme und Schminke können für Kinder zur Gefahr werden
Zum bevorstehenden Halloween warnt Konsument:innenschutz-Landesrat Stefan Kaineder vor Risiken durch Billig-Kostüme und Schminkartikel. Schwerpunktkontrollen der AGES – Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit und der Lebensmittelaufsicht zeigen: Immer wieder werden bei Verkleidungen Sicherheitsmängel festgestellt – von zu hoher Entflammbarkeit über Erstickungs- und Strangulationsgefahr bis hin zu Schadstoffen wie Weichmachern. Bei dekorativer Kosmetik fallen zudem häufig Produkte durch verbotene Duftstoffe, Schwermetalle und mangelhafte Kennzeichnung auf.
„Nichts ist gruseliger als echte Gefahr. Wer billig kauft, riskiert Chemie auf der Haut und Feuer am Kostüm. Mein Appell: Bei Kostümen auf Qualität achten, CE-Zeichen prüfen und Kinder immer weit weg von offener Flamme halten. Händler:innen sind gefordert, unsichere Angebote konsequent zu entfernen und nur rechtskonforme Produkte zuzulassen“, so Konsument:innenschutzlandesrat Stefan Kaineder.
Schwerpunktaktion 2026 der AGES zu Faschings-Kostümen
Dabei werden Proben aus dem Handel und Online-Handel durch die Lebensmittelaufsicht und das Bundesamt für Verbrauchergesundheit (BAVG) gezogen und die Faschings- oder Halloween-Kostüme im Labor der AGES u.a. auf Entflammbarkeit, Kennzeichnung/CE, EG-Konformitätserklärung, Strangulations- und Erstickungsgefahr und Chemikalien getestet.
In der Schwerpunktaktion 2026 wurden österreichweit 61 Faschingskostüme überprüft, davon wurden 24,6 % teils mehrfach beanstandet. Bei sechs Produkten wurden Sicherheitsmängel festgestellt: Eine Perücke in einem Kostümset wies ein auffälliges Brennverhalten auf und wurde aufgrund des hohen Risikos beanstandet.
Weitere Mängel betrafen zu lange Kordeln, die ein Hängenbleiben und damit Verletzungen verursachen können, sowie ablösbare Kleinteile bei Kostümen für Kinder unter drei Jahren. Auch eine zu dünne Verpackungsfolie, die eine Erstickungsgefahr birgt, wurde festgestellt. Bei fünf der untersuchten Produkte gab es Mängel bei den Warnhinweisen. In zehn Fällen war die EG-Konformitätserklärung mangelhaft, fehlte oder wurde nicht fristgerecht nachgereicht.
Von den 61 Proben stammten 23 aus Oberösterreich, davon wurden 5 beanstandet.
Die Trendanalyse zeigt, dass die allgemeinen Sicherheitsmängel bei Faschingskostümen 2026 auf dem Niveau der vorherigen Schwerpunktaktion von 2023 liegen. Sicherheitsmängel aufgrund der Entflammbarkeit sind zurückgegangen. Auch die Kennzeichnungsmängel sind im Vergleich zu den Jahren 2017, 2019 und 2021 gesunken und liegen auf dem Niveau von 2023.
Schminke & dekorative Kosmetik: was die Daten zeigen
Auch bei Kosmetikprodukten zeigen AGES-Untersuchungen wiederholt Mängel: Bei Kinderkosmetik wurden 2024 acht von 36 Proben (22,2 %) beanstandet. Festgestellt wurden unter anderem Spuren verbotener Stoffe, nicht zugelassene Farbstoffe und Konservierungsmittel sowie Kennzeichnungsmängel. Keine der Proben wurde als gesundheitsschädlich bewertet, da die festgestellten Stoffe nur in sehr geringen Konzentrationen vorkamen.
Bei Kosmetika aus Drittländern fiel die Beanstandungsquote deutlich höher aus: Von 34 Proben wurden 26 (76,5 %) beanstandet, darunter Produkte mit gesundheitsschädlichen Hydrochinongehalten, nicht zugelassenen Glukokortikoiden und verbotenen Duftstoffen.
Konsument/innenschutz-Landesrat Stefan Kaineder: „Meine Tipps für Eltern: Auf Verkleidungen mit herablösbaren Kleinteilen oder langen Schnüren und Bändern besser verzichten, Kostüme aus Baumwolle bevorzugen und vor Gebrauch waschen. Bei bunten Gesichtsfarben empfehle ich, jene auf Wasserbasis auszuwählen, keine alte Schminke zu verwenden und besser zuerst am Arm auf Verträglichkeit zu testen. Zertifizierte Naturkosmetik ist frei von bedenklichen Stoffen.“
Verkleiden und sich schminken macht Spaß, und zu Halloween verwandeln sich unsere Kleinsten in düstere Gestalten. Gerade bei Kindern gibt es aber ein paar Tipps zu beachten, damit aus der Verkleidung keine böse Überraschung wird. Denn Kostüme und Schminke können mit Schadstoffen belastet sein und werden oftmals aufgrund des kurzen Einsatzes in schlechter Qualität produziert.
So schützen Sie Ihr Kind zu Halloween – die Checkliste
- CE & Papiere checken: CE-Zeichen, Name/Adresse von Hersteller/Importeur, Warnhinweise – alles muss klar und lesbar vorhanden sein. Seriöse Händler:innen legen auf Verlangen die EG-Konformitätserklärung vor.
- Material & Design: Bei Kindern Hochflor Plüsch, lange Fransen/Tülllagen meiden; Abstand zu offener Flamme (Kerzen, Fackeln, Wunderkerzen).
- Verpackung sofort entsorgen: Dünne Folienbeutel nie in Kinderhände geben (Erstickungsgefahr).
- Kordeln im Halsbereich vermeiden – besonders bei kleineren Kindern (Strangulationsrisiko).
- Geruchs- und Reibetest: Riecht es scharf „chemisch“, färbt ab oder lösen sich Teile, dann zurückgeben/umtauschen.
- Schminke auf Wasserbasis wählen, vorher am Unterarm testen und keine alte/überlagerte Schminke verwenden.
- Kostüme vor Gebrauch waschen, lose Fäden/Applikationen sichern.
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Simon Seher
Presse LR Kaineder
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