- 15.10.2026, 10:56:34
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ISB Stiftungspreis Bildungsinnovation 2026 verliehen – neun Bildungseinrichtungen für herausragende Innovationen ausgezeichnet

Bundesminister Wiederkehr, WKÖ-Vizepräsidentin Dorfer-Pauschenwein und ISB-Vorstand Calice überreichten Preise im Gesamtwert von Ꞓ 90.000,- an Vorreiterinnen und Vorreiter der österreichischen Bildungslandschaft
(Wien, am 15. Oktober 2026) Im Rahmen des ISB Innovationsdialogs wurden gestern in der Expedithalle Wien die Preisträger des ISB Stiftungspreises Bildungsinnovation 2026 ausgezeichnet. Bildungsminister Christoph Wiederkehr überreichte die Preise in den Kategorien Allgemeinbildung und Berufsbildung, WKÖ-Vizepräsidentin Bettina Dorfer-Pauschenwein übergab die Auszeichnungen im Elementarbereich. Der mit insgesamt
Ꞓ 90.000,- dotierte Preis würdigt zum zweiten Mal innovative Ansätze, die das österreichische Bildungssystem nachhaltig weiterentwickeln.
Stimmen zur Preisverleihung: Innovationen entfalten Wirkung
Bildungsminister Christoph Wiederkehr sagte: „Die ausgezeichneten Schulen zeigen, dass Bildungsinnovation im Alltag funktioniert: mit klarer Haltung, Mut zur Veränderung und engagierten Teams. Entscheidend ist, dass diese guten Beispiele nicht an einzelnen Standorten bleiben, sondern anderen Schulen als Anregung dienen.“
WKÖ-Vizepräsidentin Bettina Dorfer-Pauschenwein betonte: „Die ersten Lebensjahre legen das Fundament für Bildungswege und Berufsbiografien. Die Wirtschaftskammer unterstützt den Elementarbereich daher ganz bewusst. Die ausgezeichneten Kindergärten zeigen, wie viel pädagogische Qualität und Innovationskraft in dieser Bildungsstufe steckt.“
ISB-Vorstand Jakob Calice erklärte: „Gute Ideen entstehen in Österreichs Bildungseinrichtungen jeden Tag. Unser Ziel ist, dass sie nicht verloren gehen, sondern geteilt und weiterentwickelt werden. Die Preisträgerinnen und Preisträger leisten genau das. Über die IDEAS-Community und das Hospitationsprogramm geben die prämierten Schulen ihr Wissen an andere weiter.“
Kategorie Elementarbildung: Inklusion als Prinzip für alle Kinder
Den ersten Platz und das mit Ꞓ 15.000,- dotierte Preisgeld erhielt der Kindergarten Mühle, eine Einrichtung des Diakoniewerks (Gallneukirchen, Oberösterreich). Die inklusive heilpädagogische Einrichtung betreut Kinder mit und ohne Beeinträchtigung. Auf den steigenden Anteil von Kindern im Autismus-Spektrum reagierte das Team, indem es den TEACCH-Ansatz in der gesamten Einrichtung verankerte. Visuelle Orientierungshilfen, METACOM-Karten und klar strukturierte Abläufe unterstützen die Kinder im Alltag. Davon profitieren alle Kinder, nicht nur jene mit sonderpädagogischem Förderbedarf.
Die Jury würdigte, dass sich die Umgebung dem Kind anpasst und nicht umgekehrt. Fortbildung, Teamreflexion und gemeinsame Entscheidungen sind strukturell verankert. Die Leitung trägt die Erfahrungen zudem als Multiplikatorin in Fort- und Weiterbildungen weiter.
Weitere Preisträger in der Kategorie Elementarbildung:
- Platz 2 (Ꞓ 10.000,-): Kindergarten Edith Stein, ein Standort der St. Nikolausstiftung (Wien)
- Platz 3 (Ꞓ 5.000,-): IchDuWir Montessori Kinderhaus (Maria Enzersdorf, NÖ)
Kategorie Allgemeinbildung: Shared Leadership als gelebte Praxis
Den ersten Platz und Ꞓ 15.000,- erhielt die Volksschule Friedrichsplatz in Wien. Die Schule verbindet offene und differenzierte Lernformen mit konsequenter Sprachförderung, Inklusion und multiprofessioneller Zusammenarbeit. Sie arbeitet in einem sozial, sprachlich und kulturell heterogenen Umfeld. Ein Basis-Stundenplan schafft Verlässlichkeit, während die Klassenteams große Gestaltungsspielräume haben.
Die Jury hob das Zusammenspiel von Haltung, Unterrichtsentwicklung, Führung und Kooperation hervor. Shared Leadership und flache Hierarchien sind gelebte Praxis. Deutschförderung wird differenziert organisiert, ohne Kinder unnötig lange aus dem Klassenverband zu nehmen. Onboarding, Fortbildungen und Supervision sichern die Qualität dauerhaft.
Weitere Preisträger in der Kategorie Allgemeinbildung:
- Platz 2 (Ꞓ 10.000,-): Volksschule Vasoldsberg – eine Jenaplanschule (Stmk.)
- Platz 3 (Ꞓ 5.000,-): MS 12 Klagenfurt (Kärnten)
Kategorie Berufsbildung: Eigenverantwortung und Förderung individueller Potenziale
In der Kategorie Berufsbildung überzeugte die BHAK und BHAS Wien 10 und erhielt den ersten Preis in Höhe von Ꞓ 15.000,-. Das „Topic“-Konzept der HAK4you verbindet Unterricht mit überfachlichen Kompetenzen und Zukunftsthemen. Mit Klassenfokus, Topic Days, Topic Talks und Topic Tour setzen die Schülerinnen und Schüler eigene Schwerpunkte und arbeiten an Projekten. Die Abschlussreise organisieren sie selbst. An der Schule mit 1.740 Schülerinnen und Schülern sowie 150 Pädagoginnen und Pädagogen gelten unterschiedliche Sprachen und Lebensrealitäten als Stärke.
Die Jury würdigte, dass die Schulleitung strategische Leitlinien setzt, während Lehrpersonen und Klassenvorstände die Umsetzung mitverantworten. Stärkenorientierung und Peer Learning fördern die individuellen Potenziale der Schüler:innen.
Weitere Preisträger in der Kategorie Berufsbildung:
- Platz 2 (Ꞓ 10.000,-): BAFEP IBK - Bundesbildungsanstalt für Elementarpädagogik Innsbruck (Tirol)
- Platz 3 (Ꞓ 5.000,-): BHAK, BHAS und Pflege FS Schwaz (Tirol)
Keynote: Wie aus guten Ideen ein lernendes System wird
Der Preisverleihung ging der ISB Innovationsdialog mit rund 300 Teilnehmenden aus Schulen, Kindergärten, Verwaltung, Wissenschaft und Stiftungen voraus. In ihrer Keynote „Von guten Ideen zum lernenden Bildungssystem" zeigte Prof. Dr. Anne Sliwka von der Universität Heidelberg, warum viele Bildungsinnovationen auf einzelne Standorte beschränkt bleiben. Bildungseinrichtungen können zu lernenden Organisationen werden, wenn sie kooperieren und sich vernetzen. So entstehen Innovationsökosysteme, in denen gute Ideen geteilt, weiterentwickelt und dauerhaft verankert werden. Am Nachmittag vertieften Breakout-Sessions und ein offenes Podium die Frage, wie sich innovative Ansätze in die Breite übertragen lassen.
Der ISB Stiftungspreis Bildungsinnovation
Der ISB Stiftungspreis Bildungsinnovation wird von der Innovationsstiftung für Bildung vergeben und würdigt Bildungseinrichtungen, die mit Mut und Innovationsgeist neue Wege gehen. Für den Preis stehen 2026 insgesamt Ꞓ 90.000,- zur Verfügung. Pro Kategorie sind es Ꞓ 30.000,-, die auf die Plätze 1 bis 3 aufgeteilt werden (Ꞓ 15.000,-, Ꞓ 10.000,- und Ꞓ 5.000,-). Die Auswahl erfolgt mehrstufig. Eine Fachjury bewertet die Einreichungen, es folgen Online-Interviews, und eine Jury besucht die bestbewerteten Einrichtungen vor Ort. Die Jury besteht aus Expertinnen und Experten aus Bildungsverwaltung, -forschung, -praxis und -stiftungen.
Die prämierten schulischen Einrichtungen werden Teil der IDEAS-Community für innovative und innovationsfreudige Schulen. Das IDEAS Schulhospitationsprogramm ermöglicht anderen Schulleitungen und Teams ein- bis dreitägige Besuche, um Erfahrungen auszutauschen und Innovationen am eigenen Standort umzusetzen.
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MMag. Jakob Lajta, MAS
Senior Consultant
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