• 07.10.2026, 10:30:37
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LR Steinkellner: Linzer Ostumfahrung: Umweltbericht empfiehlt stadtnahen Korridor

Landesrat Mag. Günther Steinkellner

LR Steinkellner: Linzer Ostumfahrung: Umweltbericht empfiehlt stadtnahen Korridor

Stadtnaher Korridor erreicht höchste Gesamtzielerreichung – deutliche Entlastung der A7 erwartet

Der Umweltbericht zur Strategischen Prüfung Verkehr für die Linzer Ostumfahrung liegt vor und wurde dem Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur (BMIMI) zur weiteren Behandlung übermittelt. Im Rahmen der Untersuchung wurden unterschiedliche Straßen- und Systemalternativen hinsichtlich ihrer verkehrlichen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und ökologischen Auswirkungen geprüft und miteinander verglichen.

Das zentrale Ergebnis: Der stadtnahe Korridor erreicht in der Gesamtbetrachtung die höchste Zielerreichung und wird aus fachlicher Sicht für die weitere Planung empfohlen. Laut Umweltbericht weist er das ausgewogenste Verhältnis zwischen verkehrlicher Wirksamkeit, wirtschaftlichem Nutzen und Umweltverträglichkeit auf. 

„Der Umweltbericht liefert eine klare fachliche Grundlage für die nächsten Schritte. Verkehr, Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wurden umfassend betrachtet und gegeneinander abgewogen. Das Ergebnis zeigt, dass der stadtnahe Korridor die Ziele insgesamt am umfassendsten erfüllt“, betont Infrastruktur-Landesrat Mag. Günther Steinkellner.

Verkehrsbelastung steigt bis 2040 deutlich
Die Verkehrsprognose zeigt einen deutlichen Anstieg bis 2040. Gegenüber 2025 werden auf der A7 nördlich von Linz rund 24.000 zusätzliche Fahrzeuge pro Tag, auf Höhe Bindermichl rund 15.500 zusätzliche Fahrzeuge und südlich von Linz rund 10.000 zusätzliche Fahrzeuge erwartet. Dabei berücksichtigt der Referenzfall bereits zahlreiche geplante und in Umsetzung befindliche Infrastrukturmaßnahmen wie die A26, den Ausbau der S10 bis zur Staatsgrenze und die D3 auf tschechischer Seite.

Infrastruktur-Landesrat Mag. Günther Steinkellner warnt in diesem Zusammenhang davor, die Entwicklung nördlich der Grenze zu unterschätzen. Mit der Verkehrsfreigabe des südlichsten D3-Teilstücks zwischen Nažidla und Dolní Dvořištĕ bis unmittelbar an die österreichische Staatsgrenze wurde die tschechische Autobahn bereits bis nach Oberösterreich herangeführt. Damit schreitet der Ausbau der Nord-Süd-Achse auf tschechischer Seite deutlich voran und erhöht den Druck, auch die österreichische Infrastruktur entsprechend weiterzuentwickeln.

Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung bei der Kapazitätsauslastung: Bereits heute ist der zentrale Bereich der A7 stark belastet. Im Bereich Richtung Knoten Linz werden laut Umweltbericht Auslastungen von bis zu 105 Prozent erreicht; auch der Bereich rund um den Bindermichl zählt damit bereits im Bestand zu den kritischen Engpassbereichen. Für 2040 verschärft sich die Situation vor allem nördlich von Linz weiter: Dort werden großteils Auslastungsgrade von über 95 Prozent erwartet, im Abschnitt Treffling–Linz-Dornach sogar 106 Prozent. Damit werden die Kapazitätsgrenzen der A7 in mehreren Bereichen erreicht beziehungsweise überschritten.

„Diese Zahlen zeigen, dass wir nicht über ein theoretisches Problem sprechen. Selbst unter Berücksichtigung bereits geplanter Projekte verschärft sich die Situation auf der A7 bis 2040 deutlich. Wir brauchen daher eine zweite leistungsfähige Nord-Süd-Verbindung für den Zentralraum“, so Steinkellner.

Stadtnaher Korridor entlastet A7 deutlich
Der stadtnahe Korridor sieht eine neue hochrangige Verbindung zwischen der A7 im Bereich Niederkulm und der A1 im Bereich Mönchgraben/Tödling vor. Hinzu kommen Anschlüsse an die B3 im Bereich Steyregg, an die voestalpine und die B1 im Bereich Ebelsberg sowie eine neue Donauquerung im Bereich Traunspitz. 

Die verkehrlichen Auswirkungen sind laut Umweltbericht deutlich: Durch die Verkehrsverlagerung auf die Ostumfahrung sinken die Auslastungsgrade der A7 im Linzer Stadtgebiet zwischen der Einbindung der Ostumfahrung und dem Knoten Linz um 9 bis 20 Prozentpunkte. Wie groß der Handlungsbedarf ist, zeigen die absoluten Verkehrszahlen: Rund um den Tunnel Bindermichl werden bereits heute etwa 107.000 Fahrzeuge pro Tag gezählt. Bis 2040 werden dort ohne Ostumfahrung weitere rund 15.500 Fahrzeuge pro Tag erwartet – damit würde die Belastung rechnerisch auf rund 122.500 Fahrzeuge täglich steigen. Der stadtnahe Korridor sorgt laut Umweltbericht gerade auf diesen stark belasteten Abschnitten für die größten Entlastungswirkungen. Die neue Verbindung selbst erreicht in der Prognose rund 49 Prozent Auslastung und damit die Qualitätsstufe B.

Auch die Staubelastung geht zurück: Für den stadtnahen Korridor wird eine Reduktion der Staustunden um rund fünf Prozent pro Jahr prognostiziert. Gleichzeitig steigt die Gesamtverkehrsleistung im engeren Untersuchungsraum um rund ein Prozent. Der Bericht bewertet die Klimawirkung deshalb insgesamt neutral beziehungsweise leicht positiv hinsichtlich Energieeffizienz.

„Der entscheidende Effekt ist die Verlagerung des Verkehrs. Die bestehende A7 wird spürbar entlastet und gleichzeitig entsteht eine zusätzliche leistungsfähige Verbindung. Genau diese Netzredundanz fehlt dem Zentralraum heute. Weniger Verkehr auf den bestehenden, stark belasteten Routen bedeutet zugleich mehr Schutz für die Anrainer und eine spürbare Reduktion der Lärmbelastung“, erklärt Steinkellner.

Auch hinsichtlich der Verkehrssicherheit weist der Bericht einen positiven Effekt aus: Mit dem stadtnahen Korridor wird eine Reduktion der Unfälle mit Personenschaden um rund 1,5 Prozent pro Jahr prognostiziert.

Alternativen umfassend geprüft
Neben mehreren Straßenvarianten wurden auch der Ausbau der Summerauerbahn sowie verkehrspolitische Maßnahmen untersucht. Diese schneiden insbesondere bei den Umweltzielen positiv ab, können laut Umweltbericht aber zentrale strukturelle Defizite des hochrangigen Straßennetzes nicht lösen. Eine zusätzliche leistungsfähige Nord-Süd-Verbindung, zusätzliche Netzkapazitäten und eine vergleichbare Entlastung der A7 werden damit nicht erreicht. 

Umweltwirkungen in weiterer Planung reduzieren
Mit dem stadtnahen Korridor sind Auswirkungen auf Natur, Landschaft sowie Boden- und Wasserressourcen verbunden. Die derzeitige Bewertung stellt laut Umweltbericht jedoch aufgrund des frühen Planungsstandes eine konservative beziehungsweise in Teilen eine Worst-Case-Betrachtung dar. Durch eine konkrete Trassenoptimierung, Tunnelabschnitte und Anpassungen von Linienführung und Höhenlage bestehen erhebliche Möglichkeiten, Umweltwirkungen zu reduzieren. 

„Der Umweltbericht legt keine fertige Trasse fest. Die konkrete Planung erfolgt nach Aufnahme in das Bundesstraßengesetz. Dabei muss innerhalb des empfohlenen Korridors eine Lösung gefunden werden, die die verkehrlichen Anforderungen erfüllt und Eingriffe in Natur und Umwelt möglichst gering hält“, so Steinkellner.

Wie geht es jetzt weiter?
Mit dem Umweltbericht ist ein wesentlicher Schritt der Strategischen Prüfung Verkehr abgeschlossen. Darin wurden die verkehrlichen Wirkungen, unterschiedliche Alternativen sowie die Auswirkungen auf Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft untersucht.

Nach der Abstimmung mit dem Bundesministerium wird der Umweltbericht veröffentlicht. Anschließend hat die Öffentlichkeit sechs Wochen Zeit für Stellungnahmen. Diese werden vom Bundesministerium geprüft und bei der weiteren Entscheidung berücksichtigt. Danach erstellt das Ministerium den erforderlichen Gesetzesentwurf samt zusammenfassender Erklärung und legt diesen dem Ministerrat vor. 

Stimmt der Ministerrat dem Gesetzesentwurf zu, wird dieser als Regierungsvorlage an den Nationalrat übermittelt und dort parlamentarisch behandelt. Nach der Aufnahme in das Bundesstraßengesetz kann die ASFINAG mit den Detailplanungen zur Umsetzung des Projekts beginnen.

Für die Linzer Ostumfahrung ist das Ziel, die neue hochrangige Verbindung zwischen A7 und A1 in das Bundesstraßengesetz aufzunehmen. Erst danach folgen die konkreteren Planungsschritte und die Festlegung der tatsächlichen Trasse innerhalb des empfohlenen stadtnahen Korridors. Dabei wird besonderes Augenmerk darauf gelegt, die Belastungen für die Anrainer möglichst gering zu halten und insbesondere die Lärmbelästigung in den betroffenen Bereichen wirksam zu reduzieren.

„Mit dem Umweltbericht ist ein wesentlicher fachlicher Schritt gesetzt. Die Prüfung zeigt sowohl die Herausforderungen als auch die Wirkungen der unterschiedlichen Varianten sehr deutlich auf. Jetzt gilt es, das gesetzlich vorgesehene Verfahren konsequent weiterzuführen und auf Grundlage des empfohlenen stadtnahen Korridors die nächsten Schritte zu setzen“, so Steinkellner abschließend.

Rückfragen & Kontakt

Georg Helmut Pollak
Presse LR Steinkellner
Telefon: +43 732 77 20-172 09, +43 664 600 72-172 09
E-mail: [email protected]

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