• 01.10.2026, 19:32:36
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Fotos zur PA LH Stelzer: Gedenken in Schloss Hartheim: „Nie wieder“ ist gemeinsame Verantwortung

Landeshauptmann Thomas Stelzer bei der Gedenkfeier in Schloss Hartheim.

Gedenken in Schloss Hartheim: „Nie wieder“ ist gemeinsame Verantwortung
Gedenkfeier für die Opfer der NS-Euthanasie – LH Stelzer: Erinnerung ist Auftrag für die Gegenwart – Ausstellung „Eingestickt“ eröffnet

Schloss Hartheim ist ein Ort der Erinnerung an eines der dunkelsten Kapitel unserer Geschichte. Rund 30.000 Menschen wurden hier zwischen 1940 und 1944 ermordet. Bei der diesjährigen Gedenkfeier am 1. Oktober erinnerten Angehörige und Nachkommen von Opfern gemeinsam mit zahlreichen Ehrengästen sowie diplomatischen Vertreterinnen und Vertretern aus mehreren Ländern an die Ermordeten.

Mehr als 18.000 von ihnen waren Menschen mit Behinderungen sowie psychischen oder chronischen Erkrankungen. Bis zu 12.000 weitere Opfer waren Häftlinge aus Konzentrationslagern sowie Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter. Landeshauptmann Mag. Thomas Stelzer betonte: „Hartheim mahnt uns, niemals zu vergessen, wohin Menschenverachtung führen kann. Die Erinnerung an die Opfer ist auch ein Auftrag für die Gegenwart: hinsehen, Haltung zeigen und die Würde jedes Menschen verteidigen. ‚Nie wieder‘ ist keine Floskel, sondern unsere gemeinsame Verantwortung – gerade in einer Zeit, in der wir erleben, dass Hass, Ausgrenzung und Menschenverachtung wieder an Boden gewinnen.“

Die diesjährige Gedenkrede hielt Dr.in Christine Haiden, langjährige Chefredakteurin der Zeitschrift „Welt der Frauen“ und Präsidentin des Oberösterreichischen Presseclubs. Sie ging der Frage nach, was ein konsequentes „Nie wieder“ angesichts des Erstarkens rechtsextremer Gruppierungen in der Gegenwart bedeuten kann.

Haiden beschrieb die Entwicklung des Gedenkortes mit den Worten: „Vergessen, verleugnen, verdrängen, zaghaft hinschauen, relativieren, erforschen, statistisch auflisten, wahrnehmen, erschrecken.“ Zum „Nie wieder“ hielt sie fest: „Das ‚Nie wieder‘ versucht unsere zerstörerischen Anlagen als Menschen nicht zu leugnen, sondern damit umgehen zu lernen, sie rechtzeitig zu entschärfen, ehe Ähnliches wie hier in Hartheim wieder passiert.“

Im Anschluss wurden auf dem Friedhof der Opfer Gebete von Vertreterinnen und Vertretern der katholischen und evangelischen Kirche sowie der Israelitischen Kultusgemeinde gesprochen und Kränze niedergelegt. Eine Videoaufzeichnung der Gedenkfeier steht ab kommender Woche über Dorf TV zur Verfügung.

Ausstellung „Eingestickt“ eröffnet
Im Rahmen der Gedenkfeier wurde auch die Ausstellung „Eingestickt. Zur Erinnerung an 67 Menschen, die 1940 in Hartheim ermordet wurden“ eröffnet. Die von der Künstlerin Ulrike Wieser und der Historikerin Dr.in Melanie Dejnega in Kooperation mit dem Haus der Geschichte Österreich konzipierte Ausstellung erinnert an 67 Bewohnerinnen und Bewohner des St. Josef-Instituts in Mils/Tirol, die 1940 in Hartheim ermordet wurden.

Eröffnet wurde die Ausstellung vom Leiter des Lern- und Gedenkorts Schloss Hartheim, Mag. Florian Schwanninger, und der Gründungsdirektorin des Hauses der Geschichte Österreich, Dr.in Monika Sommer.

Zum Lern- und Gedenkort Schloss Hartheim
Von 1940 bis 1944 wurden in Schloss Hartheim nahezu 30.000 Menschen ermordet. 1995 wurde der Verein Schloss Hartheim gegründet, um einen angemessenen Ort der Erinnerung, des Gedenkens und der gesellschaftlichen Auseinandersetzung zu schaffen. 2003 wurde mit Mitteln des Landes Oberösterreich und des Bundes der Lern- und Gedenkort Schloss Hartheim errichtet. 2021 öffnete die neue, vom Land Oberösterreich finanzierte Dauerausstellung ihre Türen.

Rückfragen & Kontakt

DI Christian Kitzmüller
Presse LH Stelzer
Telefon: +43 732 77 20-116 25, +43 664 600 72-116 25
E-mail: [email protected]

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