- 24.09.2026, 14:38:08
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LH Stelzer/LR Achleitner: Land OÖ stellt Weichen für Zukunft des Flughafens Linz

LH Stelzer/LR Achleitner: Land OÖ stellt Weichen für Zukunft des Flughafens Linz
Landesregierung soll Finanzierung des Anteilskaufs beschließen – vorläufiger Kaufpreis von 1,325 Mio. Euro – Suche nach privaten strategischen Partnern
Die Neuordnung der Eigentümerstruktur des Flughafens Linz wird konkret: Die OÖ. Landesregierung soll in ihrer Sitzung am Montag den ersten formellen Schritt für die Übernahme des bisher von der Stadt Linz gehaltenen 50-Prozent-Anteils am Flughafen Linz durch das Land setzen. Mit dem Regierungsbeschluss würde – vorbehaltlich der Genehmigung durch den Landtag – die Finanzierung des Anteilserwerbs durch die OÖ Verkehrsholding GmbH ermöglicht. Damit setzt das Land OÖ die mit der Stadt Linz erzielte Vereinbarung über eine Neuordnung der Eigentümerstruktur um. Der vorläufige Kaufpreis für den 50-Prozent-Anteil beträgt 1,325 Mio. Euro. Nach der vollständigen Übernahme sollen in weiterer Folge private strategische Partner für eine Beteiligung von bis zu 49 Prozent gewonnen werden.
„Mit diesem Beschluss übernehmen wir Verantwortung für eine zentrale Infrastruktur unseres Landes und setzen den ersten konkreten Umsetzungsschritt für eine neue Eigentümerstruktur am Flughafen Linz. Wir wollen dem Flughafen eine stabile Zukunftsperspektive geben und ihn gemeinsam mit starken privaten Partnern wieder wirtschaftlich nachhaltig erfolgreich aufstellen. Ein eigener Flughafen mit leistungsfähigen internationalen Verbindungen ist für den Wirtschafts-, Arbeits- und Innovationsstandort Oberösterreich weit mehr als eine wirtschaftliche Frage: Er verbindet unser Land mit der Welt. Für ein international vernetztes Industrie-, Export- und Forschungsland ist diese Erreichbarkeit ein Stück Zukunftssicherheit“, sagt Landeshauptmann Mag. Thomas Stelzer.
Der vorläufige Kaufpreis von 1,325 Mio. Euro basiert auf dem KPMG-Gutachten und unterliegt klar definierten Anpassungsmechanismen. Übersteigen die Kosten der PFAS-Sanierung – abzüglich allfälliger Förderungen – die bestehenden Rückstellungen, kann sich der Kaufpreis entsprechend bis auf 1 Euro reduzieren. Der endgültige Kaufpreis wird erst nach Vorliegen der tatsächlichen PFAS-Kosten fällig. Zugleich ist ein möglicher Einstieg privater Investoren bis Ende 2031 berücksichtigt: Führt dieser zu einer entsprechenden Wertsteigerung, kann sich der Kaufpreis nach den vereinbarten Bedingungen anteilig erhöhen.
„Wir schaffen damit eine klare Grundlage für die Weiterentwicklung des Flughafens und gehen zugleich verantwortungsvoll mit öffentlichen Mitteln um. Die Risiken aus der PFAS-Sanierung werden im Kaufpreis berücksichtigt, gleichzeitig ist auch ein möglicher höherer Wert bei einem Einstieg privater Investoren vertraglich abgebildet. Entscheidend ist für uns aber der Blick nach vorne: Wir wollen private Partner gewinnen, die nicht nur Kapital einbringen, sondern auch Know-how, internationale Netzwerke, Marktzugang und zusätzliches wirtschaftliches Engagement. So können neue Chancen für den Flughafen und damit für ganz Oberösterreich entstehen“, unterstreicht Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner, Aufsichtsratsvorsitzender des Flughafens.
Bis zu 5 Millionen Euro für erforderliche Investitionen
Mit dem Regierungsbeschluss wird zugleich die Grundlage dafür geschaffen, dem Flughafen Linz im Finanzjahr 2027 bis zu 5 Mio. Euro zur Verfügung zu stellen. Die Finanzierung kann – vorbehaltlich der Genehmigung durch den Oö. Landtag – als Gesellschafterzuschuss, Gesellschafterdarlehen, Kapitalerhöhung oder als Kombination dieser Instrumente erfolgen.
129 Millionen Euro regionale Wertschöpfung
Welche Bedeutung der Flughafen für Oberösterreich hat, zeigt eine aktuelle Studie von Univ.-Prof. Dr. Teodoro D. Cocca von der Johannes Kepler Universität Linz: Die gesamte direkte, indirekte und induzierte regionale Bruttowertschöpfung der am Flughafen Linz angesiedelten Betriebe mit flugnahen Dienstleistungen beträgt rund 129 Mio. Euro jährlich. Insgesamt werden dadurch rund 2.234 Arbeitsplätze in Oberösterreich gesichert. Die Wiederanbindung an den internationalen Hub Frankfurt ist ein wesentlicher Baustein für die internationale Erreichbarkeit Oberösterreichs.
LH Stelzer: Luftverkehrsabgabe abschaffen
Für die weitere Entwicklung des Flughafens seien neben der Neuordnung der Eigentümerstruktur auch wettbewerbsfähige bundespolitische Rahmenbedingungen notwendig, so Landeshauptmann Stelzer: „Wir stellen als Land die Weichen neu, investieren in die Zukunft des Flughafens und holen nach Möglichkeit private Partner an Bord. Gleichzeitig muss auch der Bund seinen Beitrag leisten. Wer Regionalflughäfen und die internationale Erreichbarkeit unserer Bundesländer stärken will, darf sie nicht gleichzeitig durch zusätzliche Abgaben benachteiligen. Daher bleibt unsere Forderung nach Abschaffung der Luftverkehrsabgabe aufrecht“, unterstreicht Stelzer.
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