• 07.09.2026, 09:00:37
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Pressemitteilung Landesverband Hospiz NÖ: Demenzerkrankungen nehmen zu

PRESSEMITTEILUNG Demenzerkrankungen nehmen zu Mödling, 7. September 2026 - Würde kennt kein Vergessen. Anlässlich des Welt-Alzheimertages am 21. September macht der Landesverband Hospiz Niederösterreich auf die besonderen Herausforderungen in der Begleitung von Menschen mit Demenz aufmerksam. Mit Blick auf die kontinuierliche demografische Alterung wird auch in Niederösterreich mit einem deutlichen Anstieg der Demenzerkrankungen gerechnet.

Petra Kozisnik, BSc, Geschäftsführerin des Landesverbands Hospiz NÖ

Sehr geehrte Damen und Herren, Liebe Medienvertreterinnen und Medienvertreter,

während derzeit rund 22.000 Menschen in Niederösterreich mit einer Demenzerkrankung leben, wird diese Zahl bis 2025 auf etwa 40.000 Betroffene steigen (Demenz-Strategie NÖ, Niederösterreichischer Gesundheits- und Sozialfonds). 

Auch österreichweit ist laut Demenzbericht 2025 mit einer deutlichen Zunahme zu rechnen: Bis zum Jahr 2050 wird die Zahl der Menschen mit Demenz voraussichtlich auf über 290.000 ansteigen. Bereits heute leben rund 168.650 Menschen mit einer Demenzerkrankung in Österreich, etwa 109.000 davon mit Alzheimer-Demenz, der häufigsten Form der Erkrankung. Der demografische Wandel mit einer stark wachsenden Zahl an hochaltrigen Personen wird dieser Entwicklung als Hauptursache zugeschrieben.

Demenz als Systemherausforderung 

Mit der steigenden Lebenserwartung gewinnen zwar viele Menschen zusätzlich Lebensjahre, gleichzeitig verbringen sie aber öfters einen längeren Lebensabschnitt mit chronischen Erkrankungen und funktionellen Einschränkungen. „Demenz zählt zu den häufigsten altersassoziierten Erkrankungen und entwickelt sich zunehmend zu einer der größten Herausforderungen für das Gesundheits- und Pflegesystem. Menschen mit Demenz benötigen oft über viele Jahre hinweg eine umfassende Begleitung – medizinisch, pflegerisch, psychosozial und schließlich auch palliativ“, erklärt Petra Kozisnik, BSc, Geschäftsführerin des Landesverbands Hospiz NÖ.

Mit dieser Entwicklung steigen auch die Anforderungen an das Gesundheits- und Pflegesystem. Der wachsende Bedarf an qualifiziertem Personal und finanziellen Ressourcen trifft auf einen bereits bestehenden Fachkräftemangel und verknappte Kapazitäten.   Um Menschen mit Demenzerkrankungen gut begleiten zu können, braucht es ausreichend qualifiziertes Personal, attraktive Arbeitsbedingungen und gezielte Aus- und Weiterbildungsangebote für Gesundheits- und Sozialberufe.

Palliative Care frühzeitig integrieren

Bewohnerinnen und Bewohner in Einrichtungen der stationären Pflege und Betreuung weisen laut einem Forschungsprojekt der Donau-Universität (2018) zu 85 Prozent dementielle Beeinträchtigungen auf. Immer mehr Menschen ziehen in einem sehr fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung in eine Langzeitpflegeeinrichtung. Das Pflegeheim wird damit zunehmend zum letzten zuhause vieler Menschen mit Demenzerkrankungen. Gleichzeitig nehmen der Pflegebedarf und die Komplexität der Symptomlagen und damit auch der Begleitung kontinuierlich zu. 

Internationale Forschung zeigt, dass Menschen mit Demenz einen hohen palliativen Unterstützungsbedarf haben, entsprechende Angebote jedoch noch immer zu selten oder zu spät erhalten. Palliative Care sollte deshalb nicht erst in der letzten Lebensphase beginnen, sondern frühzeitig Teil einer personenzentrierten Versorgung sein. Sie trägt dazu bei, belastende Symptome zu lindern, die Lebensqualität zu erhalten und An- und Zugehörige in einer oft langjährigen und emotional belastenden Situation zu unterstützen.

Kompetenz braucht Haltung 

Auch der Verlauf einer Demenzerkrankung ist individuell sehr unterschiedlich. Eine international durchgeführte Studie von Haaksama et al. (2020) zeigt, dass eine frühzeitige und vorausschauende Versorgungsplanung wesentlich dazu beiträgt, die Versorgung an den Bedürfnissen der Betroffenen auszurichten. Gespräche über persönliche Werte, Wünsche und Behandlungszeile sollten daher möglichst früh stattfinden. Werden diese im Rahmen eines Vorsorgedialogs oder Vorsorgegesprächs dokumentiert, können Entscheidungen ach dann im Sinne der betroffenen Person getroffen werden, wenn sie ihren Willen später nicht mehr selbst äußern kann. 

„Die professionelle palliative Begleitung von Menschen mit Demenzerkrankungen stellt Pflegepersonen in der geriatrischen Langzeitpflege täglich vor große Herausforderungen. Neben einer hohen pflegerischen und psychosozialen Kompetenz braucht es Zeit für Gespräche - sowohl mit Betroffenen als auch mit deren An- und Zugehörigen. Mit der Initiative Hospizkultur und Palliative Care in Alten- und Pflegeheimen (HPCPH) unterstützt der Landesverband Hospiz Niederösterreich Pflegeeinrichtungen dabei, Mitarbeitenden grundlegende Kompetenzen in der palliativen Begleitung zu vermitteln und Palliative Car nachhaltig in den Strukturen der Einrichtungen zu verankern, um damit die Lebensqualität von Bewohnerinnen und Bewohnern sowie die Zusammenarbeit mit An- und Zugehörigen langfristig zu stärken“, betont Petra Haller, MSc, Expertin für Hospiz & Palliative Care und Projektleiterin HPCPH beim Landesverband Hospiz Niederösterreich.

An- und Zugehörige stärken

Neben der pflegerischen Versorgung gewinnt die psychosoziale Begleitung immer mehr an Bedeutung. Für An- und Zugehörige ist diese Erkrankung oft mit Unsicherheiten und emotionaler Belastung verbunden. Sie erleben den schrittweisen Verlust der vertrauten Persönlichkeit ihres Angehörigen und müssen gleichzeitig schwierige Entscheidungen mittragen. Hier können ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von mobilen Hospizteams gut unterstütze, die in der Begleitung von Menschen in der letzten Lebensphase gut geschult sind.

Der Welt-Alzheimertag erinnert daran, dass Menschen mit Demenzerkrankungen bis zuletzt eine würdevolle, personenzentrierte und palliative Begleitung verdienen – getragen von fachlicher Kompetenz, Empathie und einer guten Zusammenarbeit aller Beteiligten. Denn Würde kennt kein Vergessen.

 

Über den Landesverband Hospiz NÖ: Der Landesverband Hospiz NÖ wurde 2001 als gemeinnütziger Verein mit Sitz in Mödling gegründet. Als Dachorganisation ist der Landesverband Hospiz NÖ mit allen Hospiz- und Palliative Care Angeboten und Initiativen in Niederösterreich eng verbunden und fungiert als Botschafter für einen guten und würdevollen Umgang mit dem Leben und dem Sterben. Kernkompetenzen sind die kontinuierliche Qualitätsentwicklung in der niederösterreichischen Hospiz- und Palliativversorgung sowie die Sensibilisierung der Öffentlichkeit und Gesundheitsversorgung für Hospiz und Palliative Care.

Wesentlich ist es, sicherzustellen, dass alle Menschen – unabhängig von sozioökonomischem Hintergrund – Zugang zu qualitativ hochwertiger Hospiz- und Palliative Care bekommen. 

Sterben betrifft uns alle. Sprechen wir darüber. Weitere Informationen: www.hospiz-noe.at

 

Für weitere Informationen stehe ich Ihnen jederzeit sehr gerne zur Verfügung.

Herzliche Grüße

Eva Nahrgang

Rückfragen & Kontakt

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Mag. Eva Nahrgang
Telefon: 06645348400
E-Mail: [email protected]

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