- 03.09.2026, 10:04:50
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Europas Wettbewerbsvorteil beginnt beim Menschen
Jörg Spreitzer, Managing Partner von Great Place To Work® Österreich, diskutiert beim Europäischen Forum Alpbach im Rahmen des Talent Forum von Great Place To Work® die entscheidende Frage der „Human Performance“: Wie schaffen Unternehmen Umgebungen, in denen Menschen und wirtschaftliche Performance gemeinsam wachsen?
Alpbach, 3. September 2026 – Künstliche Intelligenz, Automatisierung und Digitalisierung gelten als zentrale Hebel für Europas Wettbewerbsfähigkeit. Doch Technologie allein entscheidet nicht darüber, welche Unternehmen künftig erfolgreich sein werden. Entscheidend ist vielmehr, ob Organisationen das Potenzial ihrer Mitarbeitenden freisetzen können. Diese These stellte Jörg Spreitzer, Managing Partner von Great Place To Work® Österreich, Anfang September beim Europäischen Forum Alpbach zur Diskussion.
Unter dem Titel „Human Performance – How can organisations create environments where people and performance thrive together?“ stellte Spreitzer eine Frage in den Mittelpunkt, die angesichts des technologischen Umbruchs an wirtschaftlicher Relevanz gewinnt: Was unterscheidet Organisationen, in denen Menschen ihr Potenzial entfalten, von jenen, in denen sie lediglich funktionieren?
„Technologie wird für alle verfügbar sein. Menschliches Potenzial nicht! Der entscheidende Unterschied entsteht dort, wo Unternehmen das Potenzial ihrer Menschen freisetzen. Vertrauen ist dafür die Grundlage und damit auch die Grundlage für nachhaltige wirtschaftliche Performance.“, so Jörg Spreitzer.
Vertrauen ist kein Wohlfühlthema, sondern ein Wirtschaftsfaktor
Seit mehr als drei Jahrzehnten untersucht Great Place To Work® weltweit, welche Faktoren erfolgreiche Organisationen auszeichnen. Die Forschung umfasst jährlich mehr als 20 Millionen Mitarbeitende in über 170 Ländern. Über Branchen, Hierarchien, Vergütungssysteme und Organisationsstrukturen hinweg zeigt sich laut Spreitzer ein gemeinsamer Nenner: Vertrauen.
Denn Vertrauen beeinflusst konkretes Verhalten: Mitarbeitende übernehmen Verantwortung, sprechen Probleme früher an, teilen Wissen, bringen Ideen ein und wagen Neues. Aus diesem Verhalten entstehen Innovation, Agilität, Geschwindigkeit und Produktivität – und damit letztlich wirtschaftlicher Erfolg. Great Place To Work® bezeichnet diesen Zusammenhang als den „Great Place To Work® Effect“.
Besonders deutlich zeigt sich der Zusammenhang bei der Leistungsbereitschaft: In Unternehmen mit hoher Vertrauenskultur sagen rund 85 Prozent der Mitarbeitenden, dass sie bereit sind, mehr zu leisten, wenn es darauf ankommt. Im Durchschnitt liegt dieser Wert bei rund 56 Prozent. „Diese zusätzliche Leistung wird nicht gekauft. Sie wird nicht kontrolliert. Sie wird ermöglicht“, erklärt Spreitzer.
Innovation beginnt nicht mit Technologie
Auch bei der Innovationsfähigkeit sieht Spreitzer einen Perspektivwechsel als notwendig. Innovation entstehe nicht erst durch neue Technologien, sondern dort, wo Menschen sich sicher genug fühlen, unfertige Ideen auszusprechen, kritische Fragen zu stellen, Fehler zuzugeben oder einer Führungskraft zu widersprechen.
Psychologische Sicherheit wird damit zur Voraussetzung für Innovationsfähigkeit. Wo Vertrauen größer ist als Angst, können Menschen experimentieren, Wissen teilen und Verantwortung übernehmen. „Innovation beginnt nicht mit Technologie. Innovation beginnt mit Menschen“, fasst Spreitzer zusammen.
Damit dreht sich auch die klassische Logik von Unternehmenskultur und Performance um: Nicht erfolgreiche Unternehmen haben automatisch eine gute Kultur. Vielmehr erzeugt eine gute Kultur gutes Verhalten – und gutes Verhalten gute Ergebnisse. „Kultur ist nicht das Ergebnis. Kultur ist der Anfang.“
Führung als Ausgangspunkt für Performance
Eine zentrale Rolle kommt dabei der Führung zu. Denn Vertrauen entsteht nicht von selbst. Führungskräfte prägen, ob Mitarbeitende Verantwortung übernehmen, Ideen einbringen und Veränderungen aktiv mitgestalten.
Spreitzers Formel dafür ist bewusst einfach:
Führung schafft Vertrauen.
Vertrauen schafft Verantwortung.
Verantwortung schafft Performance.
Gerade angesichts von KI und tiefgreifender Transformation gewinnt dieser Zusammenhang an Bedeutung. Unternehmen stehen vor der Herausforderung, ihre Mitarbeitenden nicht nur für neue Technologien zu qualifizieren, sondern Umgebungen zu schaffen, in denen Menschen bereit und in der Lage sind, diese Technologien wirksam einzusetzen.
Europas entscheidende Frage lautet nicht nur: Wie holen wir bei KI auf?
Aus Sicht von Spreitzer stellt Europa derzeit wichtige, aber möglicherweise nicht die entscheidenden Fragen: Wie gewinnen wir Talente? Wie werden wir produktiver? Wie werden wir innovativer? Wie holen wir bei KI auf?
Die grundlegendere Frage müsse lauten:
„Wie schaffen wir Organisationen, in denen Menschen ihr Potenzial entfalten können?“
Denn genau dort entstünden Innovation, Leistung, Wachstum und Fortschritt.
Auch die Diskussion um die jüngere Generation müsse dabei neu geführt werden. Junge Menschen wollten durchaus Leistung bringen, lernen, Verantwortung übernehmen und sich entwickeln. Gleichzeitig stellten sie zunehmend die Frage, unter welchen Bedingungen Leistung möglich ist – und wollen Erfolg nicht um den Preis ihrer Gesundheit oder Identität erreichen.
Der Wettbewerb um menschliches Potenzial
Für Spreitzer wird damit eine Ressource zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor, die sich nicht einfach einkaufen lässt: menschliches Potenzial.
„Vielleicht wird in zehn Jahren nicht entscheidend sein, welche Organisation die beste KI besitzt. Sondern welche Organisation Menschen am schnellsten lernen lässt, welche Organisation Menschen Verantwortung übernehmen lässt und welche Organisation Menschen mutig macht.“
Die Schlussfolgerung aus seiner Keynote ist damit zugleich eine wirtschaftliche Perspektive auf Unternehmenskultur: Menschen und Performance sind keine Gegensätze. Dort, wo Menschen wachsen, wachsen auch Unternehmen.
Über Great Place To Work®
Great Place To Work® unterstützt Unternehmen weltweit dabei, vertrauensbasierte Arbeitsplatzkulturen zu entwickeln und ihre Arbeitgeberqualität messbar zu machen. Grundlage ist der wissenschaftlich fundierte Trust Index™, der die Erfahrungen der Mitarbeitenden mit der Arbeitsplatzkultur erfasst. Die Erkenntnisse fließen in die Entwicklung von Organisationen, Zertifizierungen und die Auszeichnung der Best Workplaces™ ein.
Mehr Informationen zu Great Place To Work und zur Zertifizierung finden Sie unter www.greatplacetowork.at.
Pressekontakt:
Great Place To Work® Österreich
Mag. Stephanie Thaller
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