• 02.09.2026, 09:00:11
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Kinder brauchen unabhängige Vertrauenspersonen – KiJA OÖ sieht dringenden Bedarf zur Stärkung der Kapazitäten für Einrichtungsbesuche

Kinderanwaltliche Vertrauensperson Manuela Brendel MA mit Kind.

Evaluierung bestätigt: Kinder brauchen unabhängige Vertrauenspersonen – KiJA OÖ sieht dringenden Bedarf zur Stärkung der Kapazitäten für Einrichtungsbesuche

Eine aktuelle Evaluierung der Fachhochschule Oberösterreich bestätigt die hohe Bedeutung der Kinderanwaltlichen Vertrauenspersonen (KAVE) der Kinder- und Jugendanwaltschaft des Landes / KiJA OÖ für Kinder und Jugendliche in sozialpädagogischen Einrichtungen. 

„Die Ergebnisse zeigen deutlich: Persönliche, unabhängige Ansprechpersonen schaffen Vertrauen, stärken Kinderrechte und ermöglichen es jungen Menschen, ihre Anliegen einzubringen. Gleichzeitig wird sichtbar, dass das bestehende Angebot an seine Grenzen stößt“, so das Resümee der oberösterreichischen Kinder- und Jugendanwältin Christine Winkler-Kirchberger.

Kinder werden in sozialpädagogischen Einrichtungen untergebracht, wenn ihr Wohl oder ihre Entwicklung im bisherigen familiären Umfeld gefährdet ist oder sie dort nicht ausreichend betreut und geschützt werden können. Aktuell leben in Oberösterreich rund 880 unter 21-Jährige in solchen Einrichtungen und rund 650 bei Pflegefamilien.

Auf Basis der ausdrücklichen Empfehlungen der Volksanwaltschaft und des UN-Kinderrechtsausschusses werden seit 2013 vor allem die sozialpädagogischen Einrichtungen von den Kinderanwaltlichen Vertrauenspersonen der KiJA OÖ in ihrer Funktion als Ombudsstelle und Interessensvertretung besucht. Dabei werden die Kinder und Jugendlichen über Kinderrechte informiert und bei Fragen und Anliegen unterstützt. 

Im Auftrag der KiJA OÖ wurde nun fünf Jahre nach der Neuausrichtung des KAVE-Konzeptes dessen Treffsicherheit und Wirksamkeit untersucht. Insgesamt nahmen 73 Kinder und Jugendliche aus 16 Einrichtungen sowie 13 Jugendliche in einer Fokusgruppe an der Evaluierung teil.

Die Ergebnisse sprechen eine klare Sprache: Zwar kennen 91 Prozent der befragten Kinder und Jugendlichen die KiJA OÖ, der Begriff „KAVE“ ist hingegen nur einem Viertel bekannt. Entscheidend ist jedoch nicht die Bezeichnung, sondern die persönliche Beziehung: 71 Prozent kennen ihre Kinderanwaltliche Vertrauensperson als Mitarbeiterin der KiJA OÖ, und 88 Prozent haben bereits ein KAVE-Angebot genutzt – nahezu immer im Rahmen eines persönlichen Besuchs in der Einrichtung.

Die Evaluierung zeigt außerdem, dass Kinder und Jugendliche vor allem eines brauchen: Erwachsene, die ihnen zuhören, sie ernst nehmen und gemeinsam mit ihnen nach Lösungen suchen. 

Aufgrund ihrer Erfahrung als Projektverantwortliche weiß Manuela Brendel: „Gerade in Einrichtungen kommt unabhängigen Vertrauenspersonen eine besondere Rolle zu, da sie außerhalb der Betreuungsstrukturen stehen und dadurch einen geschützten Rahmen für Gespräche bieten.“
Besonders positiv hervorgehoben wurden von den jungen Menschen die Gespräche auf Augenhöhe, das Zuhören und die Möglichkeit, offen über Sorgen und Anliegen sprechen zu können. Eine Jugendliche beschreibt ihre Erfahrung so:
„Sie hat nicht so wie ein Kind mit mir geredet, sondern so, als wäre ich ein normaler Mensch, der Hilfe braucht.“

Ein anderer Jugendlicher bringt die Bedeutung des Angebots auf den Punkt:
„Ich bin dankbar, dass es Menschen gibt, die unabhängig von deinem Alter dir wirklich weiterhelfen.“

Ein zentrales Ergebnis zieht sich durch alle befragten Gruppen: Die persönlichen Besuche der Kinderanwaltlichen Vertrauenspersonen sollten häufiger stattfinden. Nur durch regelmäßige Präsenz kann das notwendige Vertrauen aufgebaut werden, damit Kinder und Jugendliche ihre Anliegen tatsächlich ansprechen.

Für die KiJA OÖ ist daher klar: Die Evaluierung bestätigt den hohen Wert des KAVE-Angebots und zeigt gleichzeitig den notwendigen Handlungsbedarf auf. Um allen Kindern und Jugendlichen in Einrichtungen ausreichend Zeit, regelmäßige Besuche und verlässliche Ansprechpartnerinnen bieten zu können, braucht es zusätzliche personelle Ressourcen.

„Kinderrechte dürfen nicht vom Zufall abhängen. Wer möchte, dass junge Menschen Gehör finden, ihre Rechte kennen und sich in schwierigen Situationen an unabhängige Vertrauenspersonen wenden können, muss die dafür notwendigen Rahmenbedingungen schaffen. Die Ergebnisse der Evaluierung liefern dafür eine klare Grundlage“, so Winkler-Kirchberger.

Zur Evaluierung: https://www.kija-ooe.at/studien-179.htm

Rückfragen & Kontakt

Kinder- und Jugendanwaltschaft OÖ
Energiestraße 2, A-4021 Linz
Telefon: 0732 77 20-140 01
E-Mail: [email protected]
www.kija-ooe.at

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