• 31.08.2026, 15:10:40
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LR Winkler: Kinder- und Jugendhilfe OÖ: Prävention wirkt – Zahlen in der Vollen Erziehung bleiben stabil

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LR Winkler: Kinder- und Jugendhilfe OÖ: Prävention wirkt – Zahlen in der Vollen Erziehung bleiben stabil

Die Statistik Austria hat heute die bundesweite Kinder- und Jugendhilfestatistik veröffentlicht. Der Fokus auf den Ausbau der präventiven Angebote macht sich in Oberösterreich bezahlbar: Die Beratungen im Mobilen Familiencoaching haben sich erneut mehr als verdoppelt, die Inanspruchnahme der Oö. Kinderschutzzentren steigt stetig. Auf der anderen Seite bleibt die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die außerhalb ihrer Herkunftsfamilie betreut werden, seit Jahren stabil. „Frühe Hilfe ist kein Kostenfaktor, sondern die beste Zukunftsinvestition. Wer früh unterstützt, stärkt Kinder und Wirtschaft nachhaltig. An die nächste Generation zu denken und allen Kindern die gleiche Chance auf ein gutes Aufwachsen zu geben, ist keine Kür – es ist unsere gesellschaftliche Pflicht!", bringt es Landesrat Winkler auf den Punkt.

Als Gesellschaft stehen wir vor wachsenden Herausforderungen. Immer mehr Kinder und Jugendliche zeigen Verhaltensweisen, die für sie selbst oder für andere gefährlich werden können. Die Gründe dafür sind komplex: Sie reichen von Belastungen im familiären Umfeld über psychische Krisen bis zu gesellschaftlichen Entwicklungen. Dennoch bleibt die Zahl jener Kinder, für die eine Betreuung außerhalb der Familie notwendig wird, konstant.

„Während die gesellschaftlichen Herausforderungen größer werden, gelingt es uns in der Kinder- und Jugendhilfe, die Zahl der Kinder in voller Erziehung konstant zu halten. Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis konsequenter früher Hilfe und guter Zusammenarbeit über Systemgrenzen hinweg", betont Landesrat Mag. Martin Winkler. Kinderschutz könne nie von einem System allein geleistet werden: Schule, Gesundheitswesen, Polizei, Kinderbetreuungseinrichtungen, Vereine und die Gesellschaft seien ebenso Teil des Netzwerks.

Ausbau der Prävention: Nachfrage steigt deutlich
Wo frühe Angebote ausgebaut wurden, zeigt sich die gestiegene Nachfrage unmittelbar:

  • Erziehungs- und Familienberatung: Wesentlicher Treiber ist das Erfolgsprojekt Mobile Familiencoaching, das ursprünglich für das Innviertel gestartet wurde und inzwischen in allen Bezirken außerhalb der Statutarstädte verfügbar ist. Hier konnte eine Verdoppelung der Beratungen erreicht werden. 
  • Oö. Kinderschutzzentren: 13.612 Beratungen, seit 2023 stetig steigend. Die neue gemeinsame Landingpage www.kisz-ooe.at erleichtert den Zugang.
  • Familienwohnen: 221 Kinder bzw. 128 Familien wurden gemeinsam betreut (2024: 176 Kinder).
  • Mobile Hilfen: 7.211 Unterstützungen – stabil auf hohem Niveau.
  • Streetwork: Neben dem klassischen Streetwork Angebot, hat sich das in Österreich einzigartige Online-Angebot onjuvi gut etabliert.

Volle Erziehung: der letzte Schritt – und der seltenste
1.540 Kinder und Jugendliche wurden 2025 im Rahmen der vollen Erziehung betreut: 659 in Pflegefamilien, 881 in sozialpädagogischen Einrichtungen. Über die vergangenen Jahre ist diese Zahl leicht rückläufig, gegenüber 2024 zeigt sich ein minimaler Anstieg um 1,3 Prozent. Der Anteil der Kinder, die in Pflegefamilien aufwachsen, ist in fünf Jahren von 40 auf 43 Prozent gestiegen.

Wenn Kinder aufgrund ihrer familiären Situation nicht mehr in ihrer Herkunftsfamilie leben können, ist die Bereitstellung eines geeigneten Platzes im Rahmen der Vollen Erziehung erforderlich. Das ist immer der letzte Schritt und zugleich die einschneidendste und teuerste Maßnahme. Diesen 1.540 Betreuungen stehen allein 2025 rund 13.612 Beratungen in den Kinderschutzzentren, 11.408 Beratungen der Erziehungs- und Familienberatung, 7.211 mobile Unterstützungen und 6.522 abgeklärte Gefährdungsmitteilungen gegenüber. Je besser die früher ansetzenden Angebote greifen, desto seltener ist eine Betreuung außerhalb der Familie nötig.

Weiterentwicklung geht weiter: Fokus auf die ersten Lebensjahre
Die Kinder- und Jugendhilfe OÖ steht nicht still. Das Mobile Familiencoaching wird weiter in Richtung frühzeitige Erreichbarkeit von Familien ausgebaut. In der Eltern- und Mutterberatung, deren Inanspruchnahme zuletzt zurückging, sind für Herbst ein Pilotprojekt zu „Willkommensbesuchen" für frischgebackene Eltern sowie eine Online-Stillgruppe geplant.

Erste Erkenntnisse aus der in Österreich einzigartigen oberösterreichischen Hochrisiko-Studie bestätigen, wie entscheidend die ersten Lebensjahre sind. Abgeleitet werden daraus unter anderem Schulungsangebote für Sozialarbeiter:innen, ein Leitfaden für (Elementar-)Pädagog:innen und die Vernetzung des Mobilen Familiencoachings mit Kinderbetreuungseinrichtungen.

„Hinter jeder Zahl steht ein Kind und eine Familie mit einer eigenen Geschichte. Unsere Aufgabe ist es, im richtigen Moment das richtige Angebot zur Seite zu stellen – das gelingt nur im engen Zusammenspiel von Land, Bezirken und privaten Trägern", so LR Winkler abschließend.

Rückfragen & Kontakt

Johanna Lehner, BA
Presse LR Mag. Winkler
Telefon: +43 732 77 20-120 55, +43 664 600 72-120 55
E-mail: [email protected]

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