- 19.08.2026, 10:54:15
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LR Achleitner: Neue Recyclingtechnologien & Innovationsallianzen – Kreislaufwirtschafts-Call zeigt nachhaltige Wirkung
LR Achleitner: Neue Recyclingtechnologien & Innovationsallianzen – Kreislaufwirtschafts-Call zeigt nachhaltige Wirkung
Wirtschafts- und Forschungs-Landesrat Markus Achleitner: „Fünf oö. Forschungsprojekte belegen eindrucksvoll, wie Forschung und Wirtschaft gemeinsam Innovationen hervorbringen und damit die Wettbewerbsfähigkeit Oberösterreichs stärken“
Von der Matratze zum Rohstoff, von Textilabfällen zu neuen Fasern und von Kunststoffabfällen zu wertvollen Ausgangsmaterialien: Im Rahmen einer Förderausschreibung des Landes OÖ zur Kreislaufwirtschaft kamen fünf oberösterreichische Forschungsprojekte zum Zug. Bei allen kann jetzt eine erfolgreiche Bilanz gezogen werden. Die vom Land OÖ mit rund 3,25 Millionen Euro finanzierten Projekte lieferten nicht nur innovative Recyclingtechnologien, sondern erwiesen sich auch als Ausgangspunkt neuer Forschungsinitiativen und langfristiger Innovationspartnerschaften. „Kreislaufwirtschaft ist ein entscheidender Wettbewerbsfaktor für den Industriestandort Oberösterreich. Mit der Förder-Ausschreibung im Rahmen der oö. Wirtschafts- und Forschungsstrategie #upperVISION2030 haben wir fünf Forschungsprojekte auf den Weg gebracht, die konkrete Lösungen für mehr Ressourceneffizienz und eine nachhaltige Produktion liefern. Die Ergebnisse zeigen eindrucksvoll, wie Forschung und Wirtschaft gemeinsam Innovationen hervorbringen und damit die Wettbewerbsfähigkeit Oberösterreichs stärken“, betont Wirtschafts- und Forschungs-Landesrat Markus Achleitner.
Fünf Projekte erschließen neue Rohstoffquellen
Die Ergebnisse der im Jahr 2021 gestarteten Projekte verdeutlichen das Innovationspotenzial im breiten Spektrum der Kreislaufwirtschaft. Gemeinsam zeigen sie, wie bislang schwer verwertbare Stoffströme wieder als wertvolle Rohstoffe nutzbar gemacht werden können. Den Projektkonsortien gelang es,
- Baumwolle aus Mischtextilien zu entfernen und aus dem zurückgewonnenen Polyester neue Fasern herzustellen – ein wichtiger Nachweis für hochwertiges Faser-zu-Faser-Recycling.
- Verbundwerkstoffe mittels eines neuartigen kryogenen Verfahrens nahezu sortenrein zu trennen und die gewonnenen Materialien hochwertig weiterzuverarbeiten.
- schwer recycelbare Kunststoffabfälle durch chemisches Recycling wieder als Rohstoffe nutzbar zu machen und in verwertbare Öl-, Gas- und Feststofffraktionen umzuwandeln.
- Recyclingprozesse für Kunststofffolien deutlich zu verbessern, wodurch die Qualität der Rezyklate gesteigert und Ausschuss sowie Prozessverluste reduziert werden.
- neue Verwertungswege für Polyurethan-Abfälle aus Matratzen, Polstermöbeln und Fahrzeugteilen zu entwickeln und damit die Grundlage für deren Rückführung in den Rohstoffkreislauf zu schaffen.
„Vier der fünf Forschungsprojekte tragen die Handschrift von Forschungszentren des Upper Austrian Research (UAR) Innovation Network. Das unterstreicht die Kompetenz des Netzwerks in den Bereichen Kreislaufwirtschaft, nachhaltige Materialien und ressourceneffiziente Prozesse. Das UAR Innovation Network ist ein wichtiger Innovationspartner für die Industrie auf dem Weg zu einer nachhaltigen und wettbewerbsfähigen Zukunft“, so DI Dr. Wilfried Enzenhofer, MBA, Geschäftsführer der Upper Austrian Research GmbH, der Forschungsleitgesellschaft des Landes OÖ.
Aus Forschungsprojekten werden langfristige Innovationspartnerschaften
„Oberösterreichs Anspruch ist klar: Wir wollen Modellregion für nachhaltige Kunststofflösungen sein. Deshalb investieren wir konsequent in Forschung & Innovation. Unser Kreislaufwirtschafts-Call hat nicht nur innovative Technologien hervorgebracht, sondern auch neue Forschungs- und Innovationsvorhaben angestoßen. Er hat sich als Katalysator für langfristige Partnerschaften zwischen Wissenschaft und Wirtschaft erwiesen. Genau darin liegt die besondere Stärke solcher Ausschreibungen: Sie stärken Zusammenarbeit, beschleunigen den Transfer neuer Technologien in die industrielle Anwendung und schaffen die Grundlage für die Wertschöpfung von morgen“, hebt Landesrat Achleitner hervor.
CHASE stärkt mit Industriepartnern die nächste Generation des Kunststoffrecyclings
Wie erfolgreich dieser Ansatz funktioniert, zeigt sich anhand des Competence Center CHASE. Das Forschungszentrum aus dem UAR Innovation Network war maßgeblich an der Umsetzung von zwei Projekten beteiligt. Aus dem Projekt HTC-PUR-Extrusion zum Recycling von Polyurethan-Schaumstoffen ist eine langfristige Innovationspartnerschaft mit NEVEON entstanden. Gemeinsam treiben das COMET-Zentrum (Competence Center fror Excellent Technologies) und der weltweit führende integrierte Schaumstoffhersteller die Forschungsarbeiten weiter voran. Im Fokus stehen verbesserte Materialeigenschaften sowie Design-for-Recycling-Konzepte, um Schaumstoffe künftig noch effizienter in den Wertstoffkreislauf zurückzuführen.
Nächste Innovationsstufe: Digitalisierung für Chemie- und Recyclingprozesse
Ein besonders eindrucksvolles Beispiel für die Anschlusswirkung der Projekte ist das COMET-Modul DeSimplify unter der Leitung von CHASE. Das Anfang 2026 gestartete Forschungsprogramm mit einem Gesamtvolumen von 3,8 Millionen Euro und einer Laufzeit von vier Jahren entwickelt intelligente digitale Modelle für komplexe Prozesse in der Chemie- und Recyclingindustrie, deren technologische Herausforderungen gezielt im Projekt FolienKreislauf2030 erfasst wurden. Die Komplexität von Verpackungsfolien besteht darin, dass diese aus mehreren Kunststoffschichten bestehen, die beim Recycling komplexe Mehrphasensysteme bilden. Durch die Kombination von maschinellem Lernen und modernen Simulationstechnologien sollen diese Vorgänge künftig präzise vorhergesagt und optimiert werden. Dadurch können Recyclingverfahren verbessert, Materialverluste reduziert und hochwertige Rezyklate für anspruchsvolle Anwendungen entwickelt werden.
„Erkenntnisse aus dem Projekt FolienKreislauf2030 haben auch den Weg in Richtung der nächsten Innovationsstufe geebnet. Wir wollen die komplexen Vorgänge beim Recycling von Mehrphasensystemen noch besser verstehen und gezielt steuern. Mit DeSimplify verbinden wir modernste Simulationsmethoden mit industrieller Anwendung und schaffen die wissenschaftlichen Grundlagen für effizientere Prozesse und damit auch für hochwertige Rezyklate und eine leistungsfähigere Kreislaufwirtschaft“, erklärt Patrick Pammer, kaufmännischer Geschäftsführer der Competence Center CHASE.
Zu den DeSimplify-Partnern zählen Unternehmen wie Next Generation Recyclingmaschinen (NGR) und BASF sowie die JKU Linz, die Universität Wien, die TU Wien, das Karlsruhe Institute of Technology (KIT) und die Technical University of Denmark (DTU). DeSimplify wird vom Land OÖ mit 0,67 Millionen Euro unterstützt und leistet einen wichtigen Beitrag zur Zielsetzung des Landes, Modellregion für nachhaltige Kunststofflösungen zu sein.
Rückfragen & Kontakt
Michael Herb, MSc
Presse LR Achleitner
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