• 30.07.2026, 13:32:43
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LR Kaineder: Aktuelle Trockenheit - Bilanz zu Grundwasserständen und Trinkwasserversorgung in Oberösterreich

LR Kaineder: Aktuelle Trockenheit - Bilanz zu Grundwasserständen und Trinkwasserversorgung in Oberösterreich 

Die anhaltende Trockenheit bringt Brunnen, Quellen und Wasserversorger in immer mehr Teilen Oberösterreichs an ihre Grenzen. „Bei der Trinkwasseraufsicht des Landes gehen laufend Meldungen über sinkende Wasserstände, versiegende Brunnen und notwendige Notversorgungen ein. Eine nachhaltige Entspannung ist derzeit nicht in Sicht“, warnt Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder. 

Aktuelle Meldungen aus Oberösterreich zeigen, wie angespannt die Situation bereits ist:

  • In Grieskirchen ist der Wasserbedarf wegen der Trockenheit um mehr als 30 Prozent gestiegen. Die Stadt hat deshalb eine Wassersparverordnung erlassen.

  • In einer Ortschaft im Bezirk Rohrbach sinkt die Schüttung von vier Quellen so stark, dass sich der Hochbehälter selbst in der Nacht nicht mehr vollständig füllt. Rund 100 Menschen sind betroffen. Sollte es notwendig werden, muss die Feuerwehr Wasser aus Haslach anliefern.

  • In einer Gemeinde im Bezirk Kirchdorf wurde für 45 Bewohnerinnen und Bewohner bereits eine zusätzliche Quelle zur Notversorgung in Betrieb genommen.

  • In einer Gemeinde im Bezirk Perg betrifft die Wasserknappheit rund 550 Menschen. Zusätzliche Quellen sollen so rasch wie möglich in das Versorgungsnetz eingebunden werden.

  • In einer Ortschaft im Stodertal fehlen derzeit rund 9.000 Liter Wasser pro Tag. Für die 85 Betroffenen wird eine Versorgung mit Tankfahrzeugen vorbereitet. Langfristig soll eine Notleitung zu einer benachbarten Wassergenossenschaft entstehen.

  • Auch aus Wels-Land, dem Innviertel, dem Bezirk Vöcklabruck und dem Salzkammergut werden fast trockene Brunnen, stark rückläufige Quellen und erste Versorgungsengpässe gemeldet.

„Trinkwasser muss jetzt vor allem zum Trinken, Kochen und für die Körperpflege da sein. Ein grüner Rasen ist zweitrangig. ‘Einen Pool befüllen’ ist aktuell ein absolutes No-Go. Eine leere Quelle lässt sich aber nicht einfach aufdrehen. Wir müssen daher derzeit besonders sorgsam mit unserem wertvollsten Lebensmittel umzugehen“, so Kaineder.

Hydrologische Lage
Im Juli sind in Oberösterreich erst 38 Millimeter Niederschlag gefallen. Üblich wären rund 129 Millimeter. Damit wurden lediglich 29 Prozent der durchschnittlichen Regenmenge erreicht. Auch über das gesamte Jahr betrachtet fehlt enorm viel Wasser: Statt durchschnittlich 624 Millimetern fielen bisher nur 381 Millimeter, rund 61 Prozent des langjährigen Werts. Der Hydrographische Dienst des Landes rechnet weiterhin mit wenig Niederschlag und hohen Temperaturen. 

Rund 30 Prozent der Grundwassermessstellen weisen bereits sehr niedrige, weitere 60 Prozent niedrige Wasserstände auf. Nur wenige Messstellen vor allem im Mühlviertel und im Raum Freistadt liegen noch im durchschnittlichen Bereich. Im südlichen Innviertel, etwa in Munderfing, Lengau, Braunau und Wappeltsham, wurden stellenweise die niedrigsten jemals gemessenen Grundwasserstände unterschritten. Ähnlich kritisch ist die Lage im nördlichen Innviertel rund um Münzkirchen und Wallensham.

Klarzustellen ist jedoch, dass aktuell auftretende Wassermangel-Situationen eindeutig auf die geringere Grundwasserneubildung der vergangenen Monate und nicht auf eine Übernutzung des nachhaltig verfügbaren Grundwasservorrats zurückzuführen ist. Die durchschnittliche Nutzungsintensität des Grundwassers liegt gemäß der Studie „Wasserschatz Österreichs“ in den meisten Regionen Oberösterreichs zwischen 20 und 45 % oder darunter.

Auch die Flüsse führen außergewöhnlich wenig Wasser. Rund 60 Prozent der oberösterreichischen Oberflächengewässer liegen bereits unter dem Niederwasserwert. Die übrigen 40 Prozent bewegen sich zwischen Niederwasser und einer niedrigen mittleren Wasserführung. Nur Traunsee und Hallstättersee liegen noch annähernd im durchschnittlichen Bereich, ihre Zuflüsse gehen jedoch ebenfalls zurück.

Notleitungen und zweite Wasserquellen werden immer wichtiger
Kaineder fordert Gemeinden und Wasserversorger auf, ihre Notfallpläne zu prüfen und bei Wassermangel, wenn möglich, zusätzliche Versorgungsschienen wie Notverbindungen zu benachbarten Versorgern oder zusätzliche eigene Wassergewinnungen vorzubereiten. Die aktuellen Meldungen zeigen, dass Wasserversorger mit einer zweiten Quelle, einem zusätzlichen Brunnen oder einer bestehenden Notleitung deutlich besser durch lange Trockenperioden kommen.

„Eine sichere Wasserversorgung braucht ein zweites Standbein. Notleitungen, vernetzte Wasserversorger und geschützte Quellen werden immer wichtiger. Sie entscheiden im Ernstfall darüber, ob auch morgen noch sauberes Wasser aus der Leitung kommt“, betont Kaineder.

Rückfragen & Kontakt

Werner Dedl
Presse LR Kaineder
Telefon: +43 732 77 20-120 83, +43 664 600 72-120 83
E-mail: [email protected]

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